Vollen Einsatz zeigen Lisa Bergenthal (l.) und Catharina Weiß (r.) im Spiel gegen Algerien.
Foto: Steffie Wunderl
Rollstuhlbasketball-WM in Ottawa
Nach Sieg gegen Algerien: deutsche Damen stehen im Viertelfinale
Die deutschen Damen haben bei der Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft im kanadischen Ottawa das Viertelfinale erreicht. Mit einem über weite Strecken überzeugenden 84:29 (23:13, 44:19, 60:27)-Erfolg über Algerien am heutigen Dienstag (15.09.) sicherte sich das Team von Bundestrainer Josef Jagloswki Platz drei in der Vorrunden-Gruppe B und trifft nun in der Runde der letzten Acht auf Großbritannien oder Kanada. Beste Scorerin des Spiels war Roli-Ann Neubauer mit 23 Punkten gefolgt von der Algerierin Kheira Zairi mit 13 Punkten.
»Das Spiel heute war ein Pflichtsieg, den haben wir heute auch geholt. Wir haben Algerien, die ein bärenstarkes Spiel gemacht haben, besiegen können. Auch wenn wir viele leichte Bälle nicht genutzt haben und uns einfache Fehler unterlaufen sind, haben wird das Spiel dominiert«, fasst Lena Knippelmyer das Spiel in der Mixedzone aus ihrer Sicht zusammen.
»Wir konnten alle Spielerinnen einsetzten und alle haben gepunktet. Wir gehen mit einem sehr positiven Gefühl aus der Gruppenphase heraus«, ergänzt die Centern des RSC Osnabrück, die 12 Punkte beisteuerte.
Mit Roli-Ann Neubauer, Annika Sonnleitner, Marie Kier. Lena Knippelmeyer und Anne Patzwald schickte Bundestrainer Josef Jaglowski eine neue Line-Up als Starting Five auf das Feld, die gegen die unbeschwert aufspielenden Algerierinnen im ersten Viertel gleich 23 Punkte erzielen konnte. Vor allem Roli-Ann Neubauer nutze ihre Gelegenheiten und legte in der Anfangsphase zehn ihrer insgesamt 23 Punkte in den gegnerischen Korb. In der Defense fanden die deutschen Damen noch nicht den richtigen Zugriff und konnten nicht verhindern, dass Kheira Zairi und ihre Mitspielerinnen 13 Punkte markieren konnten.
Foto: Steffie Wunderl
Große Rotation: alle Spielerinnen kamen zum Einsatz und machten Punkte
Bis zur Halbzeitpause änderte sich das Bild, nachdem Jaglowski weiter rotieren ließ. Defensiv agierte sein Team jetzt deutlich aggressiver und war auch unter und vor dem Korb noch effektiver. Mit 21:6 ging das Viertel deutlich an das Team Germany, auch wenn kleine Unkonzentriertheiten immer mal wieder zu Ballverlusten führten oder einfache Punkte kosteten.
Auch nach der Halbzeitpause wechselte das Team weiter durch, alle Spielerinnen kamen zum Einsatz und machten ihre Punkte. Ein Indiz dafür ist der Statistikwert ›Punkte von der Bank‹, der bei den DBS-Damen bei 39 Punkten liegt. Roli-Ann Neubauer schraubte mit ihrem Korb zum 50:19 früh im dritten Viertel den Abstand auf über 30 Punkte. Die Algerierinnen kamen immer wieder in Zeitnot und fanden seltener den Weg in die deutsche Zone. Über drei Minuten gelang innen keine Treffer ehe die auffälligste Spielerin zum 21:52 einnetzen konnte. Viel mehr Zählbares sollte bis zum Ende des Spielabschnitts auch nicht mehr dazukommen.
Beim Stand von 60:27 eröffnete Anne Patzwald mit dem Einwurf das letzte Viertel, in dem die deutsche Mannschaft das Tempo noch mal deutlich erhöhte und mit viel Spielfreude und Übersicht weitere 24 Punkte auf die Anzeigetafel bringen konnte, während Algerien nur noch einmal erfolgreich war.
Mit einem Steel Sekunden vor der Schlusssirene und dem anschließenden erfolgreich verwandelten Korbleger markierte Svenja Erni schließlich den Schlusspunkt zum 84:29.
Nach taktischen Umstellungen Spiel gut zu Ende gespielt
»Wir haben uns auf dieses Spiel gewissenhaft vorbereitet, wollte die Partie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Und man hat es gesehen, wir haben im ersten Viertel 13 Punkte bekommen, das ist zu viel für unsere Mannschaft«, beschreibt Bundestrainer Josef Jagloswki die nicht ganz optimale Anfangsphase.
»Dann haben wir taktisch etwas umgestellt, und im zweiten Viertel war es dann schon deutlich besser. Und den Rest der Partie haben wir dann gut zu Ende gespielt.«
Jetzt geht es im Viertelfinale gegen Kanada oder Großbritannien.
Deutschland
Roli-Ann Neubauer (23 Punkte, Alba Berlin), Lena Knippelmeyer (12, RSC Osnabrück), Svenja Erni (9, Doneck Dolphins Trier), Lilly Sellak (8, Nürnberg Falcons), Lisa Bergenthal (6 Punkte, RBC Köln 99ers), Svenja Mayer (6, Nürnberg Falcons), Leyla Stähler (6, Hannover United), Marie Kier (6, RSB Thuringia Bulls), Catharina Weiß (3, ADM Econy Gran Canaria), Annika Sonnleitner (2, Iguanas München), Anne Patzwald (2, AS Briantea84), Verena Meyer (1, Nürnberg Falcons)
Algerien
Kheira Zairi (13 Punkte), Djamila Khemgani (10), Warda Ihamouchen (4), Fatima Bouzidi, Naoual Khedir, Nadjet Menaceri (2), Dahbia Semati, Moktharia Dlili, Nebia Mehimda, Samiha Abdelali, Zazza Kadi (n.e.), Fatima Khaled (n.e.).
Spielplan und Ergebnisse sowie Livebilder
Alle Spiele werden auf dem YouTube-Channel der IWBF übertragen. Zudem gibt es hier Live-Stats (Herren – Damen), den Spielplan und aktuelle Tabellenstände.
Infos zu den deutschen Teams finden Sie hier (Herren – Damen).


