Matthias Güntner läßt den Emotionen freien Lauf im Viertelfinal-Spiel gegen Kolumbien.

Foto: Steffie Wunderl

Deutsche Herren stehen im Viertelfinale nach Arbeitssieg gegen Kolumbien

Die deutschen Herren haben bei der Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft in Ottawa am Montag (14.09.) mit einem Arbeitssieg gegen Kolumbien das Viertelfinale erreicht. In der TD Place Arena tat sich das Team von Bundestrainer Jan Haller lange Zeit schwer gegen einen aggressiv aufspielenden Gegner, besiegte das Team aus Südamerika am Ende verdient mit 77:63 (15:15, 34:27, 52:44).Topscorer des Spiels waren Thomas Böhme und Matthias Günter und der Kolumbianer Jhon Hernandez jeweils mit 20 Punkten. Gegner im Viertelfinale wird dann Weltmeister USA sein, die ihr Achtelfinalspiel gegen die Türkei mit 69:44 gewinnen konnten.

»Die Kolumbianer sind mit viel Energie aufgetreten und haben uns lange vor große Herausforderungen gestellt. Wir haben es aber geschafft, dagegen zu halten und dann war es ein hartes Spiel«, beschreibt Matthias Güntner, mit 20 Punkten neben Thomas Böhme Topscorer im deutschen Team das Spiel. »Am Ende hat die Defense den Ausschlag gegeben. Wir konnten die Kolumbianer weit draußen halten und die Würfe für sie schwer machen. Das war glaube ich heute der Schlüssel zum Sieg«, ergänzt der 27-jährige Center vom RSV lahn-Dill.

Ganzfeldpresse der Kolumbianer zu Beginn eine Herausforderung

Das deutsche Team kam in der etwas spärlich gefüllten TD Place Arena nur langsam in Schwung. Aliaksandr Halouski eröffnete mit seinen Punkten die Partie, erzielte auch den Korb zum 11:6 (6. Min.), aber Fehlversuche und einige Ballverluste führten dazu, dass die Kolumbianer zunächst mit einem Dreier durch Jhon Hernandez zum 11:11 ausgleichen und im nächsten Angriff erstmals in Führung gehen konnten. Keinem Team gelang es sich im weitern Spielverkauf abzusetzen und so ging es mit 15:15 in die Viertelpause.

Im zweiten Spielabschnitt bekamen die deutschen Korbjäger langsam mehr Zugriff auf das Spiel. Aus einer sicheren Defense heraus trafen Matthais Güntner und seine Teamkollegen etwas effektiver und konnten bis zur Pause mit 34:27 einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Vor allem Güntner zeigte sich konzentriert in seinen Abschlüssen und steuerte neun Punkte in dieser Phase bei.

Schwerer Start in die zweite Halbzeit

Den Aufwärtstrend konnte die deutschen Mannschaft nach dem Seitenwechsel zunächst nicht weiter fortsetzen und musste in der 24. Minute durch den Treffer von Jhon Hernandez zum 36:36 erneut den Ausgleich hinnehmen. Böhme, Hell, Dreimüller und Güntner sorgten mit ihren Treffern dann dafür, dass sich ihr Team bis zum Ende des Viertels mit 52:44 wieder etwas absetzten konnte 52:44.

Im Schlussviertel war das Momentum dann auf deutscher Seite. Das Team baute den Vorsprung kontinuierlich auf 17 Punkte aus. Der junge Julian Lammering netzte in der 35. Minute zum 69:52 ein. Die Südamerikaner schienen noch einmal zurück in Spiel zu kommen. Aber der 8:0-Lauf, der die Kolumbianer auf acht Punkte heranbrachte (71:63), kam zu spät. Die beiden Lammering-Brüder und Halouski markierten mit ihren Würfen den Endstand zum 77:63.

Entscheidung fiel zum Ende des dritten Viertel

»Die Kolumbianer haben uns heute alles abverlangt. Das ist genau das, was wir auch erwartet haben. Schon gegen Polen haben sie gut gespielt und mir ihrer Ganzfeldpresse den Gegner unter Druck gesetzt. Wir wussten, dass uns das auch erwartet, dementsprechend hat uns das nicht überrascht, aber wir haben etwas gebraucht, um Lösungen zu finden. Das haben wir dann immer besser hinbekommen«, lautet das Fazit von Bundestrainer Jan Haller nach dem Spiel.

»Uns ist es dann gegen Ende des dritten und zum Anfang des vierten Viertes gelungen, auf zehn, zwölf Punkte wegzuziehen. Das war wohl am Ende die entscheidende Phase des Spiels.«
Auf den Gegner im Viertelfnale angesprochen sagt Haller: „Wir freuen uns auf jeden Fall auf das morgige Spiel gegen den Titelverteidiger. Die Jungs haben hart dafür gearbeitet den ganzen Sommer lang, um in einem solchen Spiel auf dem Feld zu stehen. Jetzt geht es einfach darum, dass wir dieser Arbeit, die wir investiert haben über mehrere Wochen und Monate, zu vertrauen und mit ganz ganz viel Selbstvertrauen morgen dort aufzuspielen. Und dann schauen wir, was am Ende dabei heraus kommt“, blickt Haller mit Vorfreude auf die Partie, die am Dienstag (15.09.) um 17.00 Uhr Ortszeit in der TD Place Arena ausgetragen wird.

Deutschland
Thomas Böhme (20/1 Dreier, RSV Lahn-Dill), Matthias Güntner (20, RSV Lahn-Dill), Aliaksandr Halouski (13, RSB Thuringia Bulls), Nico Dreimüller (10, Asinara Waves Torres/ITA), Julian Lammering (8, RSV Lahn-Dill), Maximilian Lammering (4, RSV Lahn-Dill), Alexander Keiser (2, RBC Köln 99ers), Tobias Hell (2, CD Ilunion), Lukas Gloßner (RSB Thuringia Bulls), Alexander Budde (Thuringia Bulls), Thomas Reier (n.e., RBC Köln 99ers), Jakob Krömer (n.e.).

Kolumbien
Jhon Hernandez (20), Joyera Granados (15), Luis Angulo (12), Julian Lopez (10), Rodrigo Perez (2), Jairo Lazaro, Oscar Restrepo, Juan Escobar, Jihas Carlos Quintero, Federico Lopez (n.e.), Daniel Diaz (n.e.), Sebastian Pena (n.e.).

Spielplan und Ergebnisse sowie Livebilder

Alle Spiele werden auf dem YouTube-Channel der IWBF übertragen. Zudem gibt es hier Live-Stats (HerrenDamen), den Spielplan und aktuelle Tabellenstände.
Infos zu den deutschen Teams finden Sie hier (HerrenDamen).