Team-Kapitänin Svenja Mayer war mit 22 Punkten beste Werferin im Spiel gegen die Niederlande.

Foto: Steffie Wunderl

Deutsche Damen verlieren gegen den WM-Favoriten Niederlande

In ihrem dritten Vorrundenspiel musste die deutsche Nationalmannschaft der Damen bei der Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft in Ottawa am Samstag (12.09.) auch gegen den zweiten Titelanwärter eine Niederlage einstecken. In der TD Place Arena verlor das Team von Bundestrainer Josef Jaglowski gegen die Niederlande mit 73:50 (22:16, 43:22, 64:32) – kann aber mit einem Sieg gegen Frankreich am morgigen Sonntag (13.09.) alle Chancen auf das Weiterkommen wahren.

»Wir wussten was auf uns zukommt und haben auch sehr fokussiert angefangen, konnten gegen die starken Niederländerinnen das Niveau aber nicht über die vollen vierzig Minuten halten – das war auch klar«, fasst Svenja Mayer, mit 22 Punkten Topscorerin des Spiels, die Partie zusammen.

»Wir haben viel gesprochen nach dem USA-Spiel. Unser Trainer hat uns noch etwas an die Hand gegeben, an das wir uns gehalten haben. Deshalb haben wir nicht ganz so alt ausgesehen, wie gegen die USA. Das war nicht das Deutschland, was wir sein können.«

Bundestrainer Josef Jaglowski schickte auch im Spiel gegen die Niederlande zunächst die Stammformation aufs Feld, die dem Ansturm der niederländischen Offensive bis zum Ende des ersten Viertels standhalten konnte. Den 22 Korbpunkten des Oranje-Team standen am Ende 16 eigene Punkte entgegen.

Zur Halbzeit war das Spiel praktisch entschieden

Im zweiten Spielabschnitt bauten die Niederländerinnen dann den Vorsprung kontinuierlich aus, vor allem durch Treffer von Mariska Beijer, Xena Wimmenhoeve und den Drei-Punkte-Wurf von Bo Kramer. Die deutschen Damen bekamen dagegen immer weniger gute Gelegenheiten und konnten nur sechs Korbpunkte aufs Bord bringen. Die Folge war eine 21-Punkte-Führung zur Halbzeitpause (43:22) – damit war das Spiel praktisch entschieden.

Auch nach dem Seitenwechsel hielten die Niederländerinnen das Tempo hoch und die Zone dicht. Wenig Zählbares gab es daher aus deutscher Sicht. Roli-Ann Neubauer, Annika Sonnleitner und Svenja Mayer erzielten zehn Punkte für ihre Farben, während Bo Kramer und ihre Mitspielerinnen fast nach belieben einnetzen konnten und den Vorsprung bis zum Ende des dritten Viertels auf 32 Punkte anwachsen ließen (64:32).

Im letzten Spielabschnitt konnten die deutschen Damen dann noch mal ein kleines Zeichen setzten, in dem sie dieses Viertel mit 18:9 für sich entschieden. Vor allem Svenja Mayer konnte in dieser Phase glänzen und erzielte hier 12 ihrer insgesamt 22 Punkte.

Positive Momente des Spiels machen Mut für die Partie gegen Frankreich

Der Abstand zum Paralympics-Sieger, Welt- und Europameister ist trotz aller Gegenwehr sehr deutlich geworden. Trotzdem sollten die guten Ansätze für das wichtige Spiel gegen Frankreich Mut machen.

»Wir haben uns gut vorbereitet, um gegen die Niederlande guten Basketball zu zeigen. Das erste und das letzte Viertel haben wir wirklich einen guten Basketball gezeigt, genau das, was ich von meiner Mannschaft erwarte, mannschaftliche Geschlossenheit und gegenseitige Unterstützung«, so Bundestrainer Josef Jaglowski nach dem Spiel. »Wir haben gesehen, dass wir gut spielen und treffen können. Dieses Vertrauen brauchen wir auch im Spiel gegen Frankreich.«

Deutschland
Svenja Mayer (22 Punkte, Nürnberg Falcons), Roli-Ann Neubauer (14, Alba Berlin), Lisa Bergenthal (4, RBC Köln 99ers), Catharina Weiß (4, ADM Econy Gran Canaria), Lilly Sellak (2, Nürnberg Falcons), Annika Sonnleitner (2, Iguanas München), Leyla Stähler (2, Hannover United), Svenja Erni (Doneck Dolphins Trier), Anne Patzwald (AS Briantea84), Marie Kier (RSB Thuringia Bulls), Lena Knippelmeyer (n.e., RSC Osnabrück), Verena Meyer (n.e., Nürnberg Falcons),

Niederlande
Bo Kramer (19 Punkte, 1 Dreier), Mariska Beijer (18), Xena Wimmenhoeve (18), Jitske Visser (6), Ilse Arts (4), Carina de Rooij (3), Cher Korver (2), Ylonne Post (2), Jace Ravensburg (1), Felice Lentze, Anouk Taggenbrock, Amy Kauen (n.e.).

Spielplan und Ergebnisse sowie Livebilder

Alle Spiele werden auf dem YouTube-Channel der IWBF übertragen. Zudem gibt es hier Live-Stats (Herren – Damen), den Spielplan und aktuelle Tabellenstände.
Infos zu den deutschen Teams finden Sie hier (Herren – Damen).