Rookie Jakob Krömer (m.) steuerte bei seinem ersten WM-Einsatz sieben Punkte zum Erfolg gegen Marokko bei.

Foto: Gregor Pleßmann

Deutsche Herren nach Sieg gegen Afrikameister Marokko Gruppensieger

Zum Abschluss der Vorrunde hat die deutsche Nationalmannschaft der Herren bei der Rollstuhlbasketball-Weltmeisterschaft in Ottawa am Samstag (12.09.) auch ihr letztes Gruppenspiel gewonnen. In der Sporthalle der Carleton Universität gelang dem Team von Trainer Jan Haller ein überzeugender und auch in der Höhe verdienter 91:28 (24:12, 42:16, 66:26)-Erfolg gegen Afrikameister Marokko.

Drei Spiele, drei Siege – rechnet man die am Grünen Tischen gewonnen Punkte gegen Iran mit ein, der sein Team zurückgezogen hatte. Mit dieser optimalen Ausbeute startet das deutsche Team als Tabellenerster der Gruppe D ins Achtelfinale und wird am Montag (14.09.) auf den letzten der Gruppe C treffen.

»Wir haben ein gutes Spiel gemacht, denke ich. Wir waren Favorit und haben diese Rolle auch gut angenommen und einen klaren Sieg rausgeholt, das war unser Anspruch! Wir sind sehr zufrieden«, gibt Rookie Jakob Krömer zu Protokoll. Auf seine Rolle im Team und seinen ersten WM-Einsatz angesprochen, sagte der junge Hannoveraner: »Dass ich heute zum Einsatz gekommen bin und auch gleich ein paar Punkte machen konnte, bedeutet mir sehr viel, nach dem ich gestern nicht gespielt habe.«

Von Beginn an Aufgabe mit Professionalität und viel Tempo angegangen

Von Beginn zeigte die Starting Five, die Bundestrainer Jan Haller aufs Parkett schickte, hohes Tempo und viel Spielfreunde. Über 14:8 (6. Min.) durch Nico Dreimüller und 20:10 durch Mathias Güntner nur wenige Minuten später ging die deutsche Mannschaft bis zum Viertelende mit 24:12 in Front.

Im zweiten Spielabschnitt erhöhte das Team um die beiden Kapitäne Thomas Böhme und Nico Dreimüller weiter das Tempo, hatte in der Defense besseren Zugriff auf die marokkanischen Angreifer und ließ im Verlauf der zweiten zehn Minuten nur vier Korbpunkte zu. Dagegen trafen die deutschen Angreifer nach belieben und brachten 18 Punkte auf die Tafel.

Nach dem Seitenwechsel rotierte Bundestrainer Haller weiter durch, brachte verschiedene Line-Ups aufs Feld, die hinten die eigene Zone sauber hielten – Marokko erzielte vier Korbpunkte – und unter dem gegnerischen Korb weiter fleißig Punkte sammelten. Güntner schraubte schließlich mit seinem verwandelten Freiwurf zum 56:26 (26. Min.) den Vorsprung erstmals auf 30 Punkte, den das Team bis zum Viertelende noch auf plus 40 erhöhten konnte (66:26).

Die Jüngsten im Kader auf Körbejagd

Zu Beginn des Abschlussviertels erzielte Zouhair Challat noch zwei Punkten für seine Farben zum 22:66 – dann gehörte der Spielabschnitt ganz dem deutschen Nachwuchs. Thomas Reier, die Brüder Maximilian und Julian Lammering, Alexander Keiser und Jakob Krömer erzielten einen Korb nach dem anderen und steuerten in der Schlussphase neben den fünf Punkten von Routinier Aliaksandr Halouski 21 Punkte zum 91:28-Endstand bei.

Zehn der zwölf Spieler konnten sich in der Carleton Universität in die Scorerliste eintragen, die Thomas Böhme mit 16 Punkten anführt, gefolgt von Alexander Budde, Aliaksandr Halouski und Nico Dreimüller (alle 12). Auf Seiten der Marokkaner war Rida Maataoui mit zehn Punkten bester Schütze.

Zufriedener Bundestrainer freut sich auf das Achtelfinale

Bundestrainer Jan Haller: »Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit der Leistung der Jungs. Sie haben die Aufgabe sehr professionell gelöst, gerade Hinten heraus. Im ersten Viertel hatten wir noch ein bisschen Probleme, da hatten wir defensiv nicht den Zugriff, so wie wir uns das gewünscht hatten. Das wurde im Laufe des Spiels aber immer besser.

Mich hat sehr gefreut, dass wir allen zwölf Spielern gute Spielminuten geben konnten und die Jungs diese Minuten dann auch für sich positiv genutzt haben.

Jetzt schauen wir, welchen Gegner wir im Achtelfinale bekommen. Wir freuen uns, dass wir die Gruppe gewonnen haben. Wir werden morgen noch einmal ein Training haben und dann geht es am Montag weiter«, blickt Haller mit Freude auf die nächsten Aufgaben.

Deutschland
Thomas Böhme (16, RSV Lahn-Dill), Aliaksandr Halouski (12, RSB Thuringia Bulls), Nico Dreimüller (12, Asinara Waves Torres/ITA), Alexander Budde (12, Thuringia Bulls), Matthias Güntner (10, RSV Lahn-Dill), Julian Lammering (8, RSV Lahn-Dill), Jakob Krömer (7, Hannover United), Maximilian Lammering (6, RSV Lahn-Dill), Thomas Reier (4, RBC Köln 99ers), Alexander Keiser (2, RBC Köln 99ers), Tobias Hell (CD Ilunion), Lukas Gloßner (RSB Thuringia Bulls).

Marokko
Amine Gamri (6), Fouad El Mouussati (6), Zouhair Chalet (4), Aissa Falempe (2), Azeddine Haida, Bilal Ben Hamman Lechhab, Moktar el Ghazzioui, Mounir Moujoud, Nouredine Ben Fatah, Rida Maataoui (10), Samir el Hamyani, Mohammed Oulini (n.e.).

Spielplan und Ergebnisse sowie Livebilder

Alle Spiele werden auf dem YouTube-Channel der IWBF übertragen. Zudem gibt es hier Live-Stats (Herren – Damen), den Spielplan und aktuelle Tabellenstände.
Infos zu den deutschen Teams finden Sie hier (Herren – Damen).