Referent Peter Richarz begrüßt die Teilnehmenden zum ersten Teil des Trainer-C-Ausbildungslehrgangs.

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Rollstuhlbasketballtrainer*in werden? – »Lohnt sich zu 100 Prozent!«

Eine qualifizierte Trainerausbildung vermittelt fundierte fachliche, methodische und soziale Kompetenzen und bildet eine wichtige Grundlage für erfolgreichen Mannschaftssport. Entsprechend der Bestimmungen des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) bietet der DRS-Fachbereich Rollstuhlbasketball daher mindestens einmal pro Jahr eine vollständige C-Trainer*in-Ausbildung ›Leistungssport‹ an. Das neben der Kompetenzvermittlung auch der Spaß bei der Ausbildung nicht zu kurz kommt, zeigt der persönliche Erfahrungsbericht eines Teilnehmers.

Alles begann mit unserem Entschluss, Rollstuhlbasketball-Trainer zu werden und unserer Leidenschaft für diesen Sport mehr Tiefe zu verleihen. Also, angemeldet, Bestätigung bekommen und gewartet bis zum Start der Lehrgänge für den Grundlagenschein (GLS) bzw. die C-Lizenz.

Online-Schulung und Präsenztage in Hamburg und Osnabrück

Nach einiger Zeit und sehr verlässlicher und schneller Kommunikation mit dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS) respektive dem Fachbereich Rollstuhlbasketball rund um Stefanie Rabert, folgte die Zusendung der Lehrgangspläne für Hamburg und Osnabrück sowie der dazugehörigen Online-Schulungen. Beim ersten Online-Lehrgang ging es neben einigen fachlichen Inhalten um die Organisation der Präsenztage in Hamburg bzw. Osnabrück. Mein erster Gedanke beim Anblick der Pläne: »Uff … das ist mal ein heftiges Programm, sowohl zeitlich als auch inhaltlich!«

Mit etwas Respekt ging es dann Mitte Mai 2026 für vier Tage nach Hamburg. Dort angekommen, erwartete uns gleich nach dem Einchecken im Hotel von 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr die erste Session. Dort trafen wir Teilnehmenden das erste Mal live aufeinander. Wie im RBB üblich, waren wir ein total bunter Haufen von Menschen: jung und alt, männlich und weiblich, mit und ohne körperliche Einschränkungen und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen vom Breitensport bis hin zur 1. Bundesliga.

Zu diesem Zeitpunkt war es uns verständlicher Weise noch nicht bewusst, aber hier hatte sich ein besonderer Mix an Menschen zusammengefunden. Aber dazu später mehr.

Die folgenden vier Tage waren vollgepackt von früh bis abends, was sich aber rein mental gar nicht so anfühlte. Die Wissensvermittlung durch das Referententeam mit Peter Richarz, Dennis Nohl und Stefanie Rabert war in hohem Maße interessant und wurde durch Anekdoten aus unzähligen Trainer- Erfahrungen ergänzt. Der zu uns passende Humor der Referierenden rundete das Ganze ab und ließ die Tage wie im Flug vergehen. Ein sehr interessanter Vortrag zur Klassifizierung im RBB durch Sabine Hübner gewährte Einblicke in dieses essenzielle Thema. Viel Rücksicht wurde auch auf die körperliche Konstitution genommen und es wurden Liegeflächen zur Verfügung gestellt, damit wir uns zwischendurch auch mal ›lang machen‹ konnten.

Die Zeit in Hamburg war viel zu schnell vorbei, aber wir wussten ja, dass wir uns in Osnabrück wiedersehen würden, zur dortigen Hitzeschlacht bei 35 Grad Außentemperatur und wie es dann in der Halle ist, kennen alle Sporttreibenden.

 

Hausarbeit zu einem von 20 Themen

In der Zeit zwischen den Präsenzlehrgängen mussten wir eine Hausarbeit schreiben. Die Themen, es waren 20 verfügbar, konnten wir selbst wählen. Die Arbeit an der Hausarbeit  – so ehrlich muss man sein – stellte für die meisten von uns neben Arbeitsalltag und Familienleben eine Herausforderung – war aber machbar. Gerade wenn man schon eine Weile aus der Schule raus ist, muss man sich da erstmal wieder rantasten.

Mitte Juni ging es dann ins heiße Osnabrück. Mit viel Wehmut blickten wir auf die klimatisierte Halle in Hamburg zurück. Aber gut, wir alle kennen extrem warme Hallen aus unserem alltäglichen Trainingsbetrieb. Direkt am Freitag ging es los mit der ersten Einheit von 18.00 Uhr – 22.00 Uhr. Die Tage in Osnabrück waren gespickt mit Lehrinhalten zu Offense- und Defense-Spielsystemen sowie einer Schulung durch Schiedsrichter Stefan Orfanos, die sehr wissenswerte Einblicke in das Regelwerk im RBB gewährte und zudem die Gelegenheit bot, das Spiel an sich auch mal aus Sicht der Schiedsrichter zu sehen.

Herausfordernde Abschlussklausur – aber machbar

Zum Anschluss stand die angekündigte Abschlussklausur zu den vermittelten Lerninhalten auf dem Programm und war fair aufgebaut. Ohne zu Lernen wäre sie allerdings herausfordernd gewesen, vor allem der Part zu den im RBB auftauchenden Krankheitsbildern und deren Merkmalen. Wenn man schon eine gewisse Zeit als Spieler:in oder Trainer:in im RBB verbracht hatte, waren die Fragen durchaus machbar.

Im Rahmen der Tage in Osnabrück erhielten wir auch Rückmeldungen zu unseren Hausarbeiten und uns wurde die Möglichkeit eingeräumt, Teile daraus der Gruppe vorzustellen. Dies wurde von einigen Teilnehmenden genutzt und das daraus folgende Feedback aus der Runde gab weitere Anregungen für die eigene Trainingsarbeit.

Lernende und Lehrende passten als Gruppe gut zusammen

Die Lehrgänge für den Grundlagenschein bzw. die C-Lizenz waren für uns Teilnehmenden in einem Maß bereichernd, welches wir uns nicht hätten erträumen lassen. Wie bereits erwähnt, passten das Referententeam und wir als Gruppe wie »Arsch auf Eimer«. Es ergaben sich, auch aufgrund nächtlicher gemeinsamer Unternehmungen, enge Verbindungen und neue Freundschaften. Uns war und ist allen bewusst, welches Glück wir hatten, genau in dieser Konstellation zusammengefunden zu haben.

 

Die Teilnehmenden am Trainer-C-Lehrgang. | Foto: PrivatUnd so gingen die vollgepackten Tage viel zu schnell vorbei und wir blicken alle etwas wehmütig, aber auch mit viel Dankbarkeit zurück. In jedem Fall werden wir uns alle wiedersehen!

Und falls ihr überlegt: »Mach ich es oder mache ich es nicht? Macht es – es lohnt sich zu 100 Prozent!«

Text: André Fugmann, Juni 2026