Roli-Ann Neubauer im Spiel gegen Japan beim Korbwurf.

Foto: Steffie Wunderl

Versöhnlicher WM-Abschluss: Platz 7 für DBS-Damen nach Sieg gegen Japan

Die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Damen hat die WM in Ottawa am späten Freitagnachmittag (18.09.) mit einem Sieg beendet. Mit einem weiteren, über weite Strecken vor allem in der Defensive überzeugenden Erfolg über Auftaktgegner Japan, hat sich das Team von Bundestrainer Josef Jaglowski mit dem siebten Platz einen versöhnlichen WM-Abschluss beschert.

Mit einem Sieg gegen Japan war das deutsche Team ins Turnier gestartet und mit einem Sieg gegen Japan hat es sich aus dem Turnier verabschiedet. Aber anders als beim Auftakterfolg, der mit 59:54 schwer erkämpft werden musste, dominierten die deutschen Damen die zweite Partie sehr deutlich und fuhren einen klaren 50:33 (16:11: 28:11, 40:19)-Erfolg ein. Beste Werferin auf deutscher Seite war Roli-Ann Neubauer mit 16 Punkten, Lisa Bergenthal und Svenja Mayer trafen mit jeweils zehn Punkten ebenfalls zweistellig. Chihiro Kitada war mit 13 Punkten beste Schützin im japanischen Team.

»Um Platz Sieben zu spielen ist sicher eine undankbare Aufgabe, aber wir wollten uns unbedingt nochmal zeigen. Wir sind in das Turnier mit einem Sieg gegen Japan gestartet und wollten es auch so beenden. Wir sind rausgegangen und wussten von der ersten Sekunde an, wir werden dieses Spiel vierzig Minuten spielen müssen, kämpfen müssen. Und auch wenn es phasenweise etwas wackelig war, haben wir es trotzdem mit dauerhafter Führung zu Ende gebracht«, fasst Lisa Bergenthal das Spiel zusammen. Die 26-jährige Kölnerin, die bei den Köln 99ers in der Bundesliga spielt, steuerte zehn Punkte zum deutschen Erfolg bei.

Fulminanter Start in die letzte WM-Partie

Die deutschen Damen präsentierten sich in der Turnhalle der Carleton Universität in den ersten Minuten in guter Schusslaune und legten mit einem 10:0-Lauf vor und überließen den Japanerinnen durch ihre konsequente Defensivarbeit nur schwere Würfe. Dem Team war förmlich anzumerken, dass es sich mit einem Sieg aus dem Turnier verabschieden wollte. Roli-Ann Neubauer war es in dieser Phase vor allem, die zielsicher acht ihrer insgesamt 16 Punkte im gegnerischen Korb unterbringen konnte.

Nach der Viertelpause blieb die Defensivarbeit der deutschen Damen auf sehr hohem Niveau und war so effizient, dass den Japanerinnen kein einziger Treffer gelang. Team Germany netzte dagegen sechs mal ein und stellte den Spielstand vor dem Seitenwechsel auf 28:11.

Die Japanerinnen kamen mit neuer Kraft aus der Pause und kamen im Verlauf den dritten Viertels etwas besser ins Spiel. Das Team von Head Coach Tomoe Soeda fand jetzt öfter mal eine Lücke im Deckungsverband der DBS-Damen und konnte acht Punkte auf Scoreboard bringen, während Deutschland mit Lisa Bergenthal, Neubauer und Svenja Mayer den Abstand zum Ende des Viertels auf 40:19 erhöhen konnten.

Japanischer Schlussspurt kommt zu spät

Mit Beginn des Schlussviertels versuchten die Japanerinnen noch mal ins Spiel zurückzukommen. Topscorerin Kitada und ihre Mitspielerinnen nutzen jeden kleinen Fehler auf deutscher Seite aus und konnten am Ende den Durchgang 14:10 für sich entscheiden, ohne den klaren Sieg der deutschen Korbjägerinnen aber noch zu gefährden.

Platz sieben bei dieser Weltmeisterschaft  spiegelt den aktuellen Leistungsstand des deutschen Teams realistisch wider. Und so ist Bundestrainer Josef Jaglowski trotz aller Höhen und Tiefen während des Turniers nicht unzufrieden mit dem Abschneiden seiner Mannschaft.

»Es ist ein bisschen kurios. Wir haben das Turnier mit einem Siege gegen Japan angefangen und haben mit einem Sieg gegen Japan aufgehört. Ich bin wirklich sehr zufrieden, wir haben auf unserem Level gut gespielt. Glückwunsch an meine Mannschaft, sie hat den Matchplan zu 100 Prozent umgesetzt und vor allem im zweiten Viertel haben wir beim 12:0 eine Top-Defense gesehen«, so Jaglowski nach dem Spiel. »Die Weltmeisterschaft hat uns aber auch gezeigt, in welche Richtung es gegen muss und woran wir noch arbeiten müssen«, so Jaglowski weiter

»Wir wollen irgendwann wieder um Medaillen mitspielen«

Für Lisa Bergenthal »ist der siebte Platz definitiv mit ganz viel Luft nach oben. Wir wollen in nächsten Jahren weiter besser werden, angreifen und irgendwann wieder um Medaillen mitspielen.«

Die Mannschaft befinde sich derzeit im Umbruch, und müsse anfangen,  noch weitere Schritte individuell zu gehen. »Ich glaube das können wir. Wenn wir dieses Turnier betrachten, wissen wir, dass ganz viel Potenzial in dieser Mannschaft steckt.«

Deutschland
Roli-Ann Neubauer (16, Alba Berlin), Lisa Bergenthal (10, RBC Köln 99ers), Svenja Mayer (10, Nürnberg Falcons), Catharina Weiß (6, ADM Econy Gran Canaria), Lena Knippelmeyer (4, RSC Osnabrück), Annika Sonnleitner (4, Iguanas München), Svenja Erni (Doneck Dolphins Trier), Anne Patzwald (AS Briantea84), Lilly Sellak (Nürnberg Falcons), Leyla Stähler (Hannover United), Marie Kier (RSB Thuringia Bulls), Verena Meyer (n.e., Nürnberg Falcons).

Japan
Chihiro Kitada (13 Punkte), Nana Gunji (5), Mayumi Tsuchida (5), Chinami Shimizu (5), Mari Amimoto (3), Meika Fujiwara (2), Amane Yanagimoto, Yui Kitama, Izumi Zaima, Haruka Ueno, Tomoe Soeda, Mayo Hagino.