Vorbereitung zum Sprinttest: Jakob Krömer und eine Mitarbeiterin vom OSP NRW/Rheinland.

Foto: Gregor Pleßmann

Viel Spaß und jede Menge harte Arbeit beim Osterlehrgang in Neu-Ulm

Bereits zum dritten Mal trafen sich die erweiterten Kader aus dem Herrenbereich über Ostern in Neu-Ulm, um einen gemeinsamen Lehrgang abzuhalten. Dass diesmal auch die deutsche Damenauswahl im Orange Campus Ulm dabei war, machte das Trainingswochenende noch einmal besonders.

Athletenscreening liefert wichtige Daten für die Trainingsarbeit

Reges Treiben herrschte an den drei Tagen in den beiden Trainingshallen und auf dem Main Court des Orange Campus Ulm. Neben dem eigentlichen Trainingspensum stand für alle Auswahlteams die Leistungsdiagnostik auf dem Programm. Die Mitarbeitenden des Olympiastützpunktes (OSP) NRW/Rheinland hatten dazu unter anderem Stationen zum Erfassen der Sprintfähigkeit, der Maximalkraft und der Rumpfstabilität aufgebaut. Zudem waren die männlichen und weiblichen A-Kaderathleten und die Nachwuchsspieler der U-Mannschaften im Ausdauertest gefordert.

»Für uns als Trainer sind die Daten enorm wichtig«, ist Jan Haller, Bundestrainer der Herren dankbar für die Unterstützung durch den OSP. »Auf diese Weise erfahren wir viel über den aktuellen Fitnesszustand der Spielerinnen und Spieler und können so Trainingspläne individuell anpassen und unser Pensum entsprechend dosieren.«

Fotos: Gregor Pleßmann

Herren starten in Ulm die WM-Vorbereitung

Während die Herren mit dem Osterlehrgang in die Vorbereitung auf das Saisonhighlight gestartet sind, befinden sich die deutschen Damen bereits mittendrin, denn sie müssen sich für die Weltmeisterschaft in Ottawa im Gegensatz zu den Herren erst noch qualifizieren.

Nach dem Auftaktlehrgang im Januar und der Teilnahme am Osaka Cup ist dieser Lehrgang bereits die vierte Maßnahme für die Damenauswahl. Ein großer Teil des Teams reiste direkt von einem Trainingscamp aus Alicante an, bei dem aus Sicht von Bundestrainer Josef Jaglowski bereits deutliche Fortschritte erkennbar waren. »Es war ein sehr produktives Trainingslager mit drei Trainingseinheiten und drei Spielen in drei Tagen gegen eine schnelle und aggressive spanische Mannschaft«, so der 70-jährige Basketball-Lehrer.

Das offizielle Länderspiel gewannen Svenja Mayer und Co schließlich mit 56:46 und zeigten dabei Siegeswillen und großen Charakter. »Die Mädels haben sich einen Applaus verdient«, freute sich Jaglowski über die Leistung seines Teams und ergänzt: »Trotzdem müssen wir noch sehr viel arbeiten und weiter unsere Pläne verfolgen«.

Im Orange Campus gab es reichlich Gelegenheit dazu. In einem kleinen Turnier mit Mixed-Teams aus U23- und U19-Spielern konnten die Damen unter wettkampfähnlichen Bedingungen weiter ihre Systeme testen, während die Herren ihr Trainingsprogramm fortsetzten.

Damen blicken auf WM-Quali-Turnier im Juni

Bis zum Repechage-Turnier im Juni in Madrid stehen für die Damen noch drei weitere Lehrgänge in Großwallstadt an, bei denen sich jede Einzelne beweisen kann und auch beweisen muss. »Bei uns hat niemand einen Platz reserviert«, hat Bundestrainer Jaglowski klargestellt. »Zu den Turnieren fahren einfach die besten 12 Spielerinnen.«

Auch bei den Herren steht der endgültige WM-Kader noch nicht fest. Hier wird sich Bundestrainer Jan Haller mit seinen beiden Co-Trainern Günther Mayer und Martin Kluck, der aus persönlichen Gründen nicht in Ulm dabei sein konnte, noch intensiv abstimmen, bevor er den endgültigen Kader dem DBS zur Nominierung vorschlagen wird. Mit Testspielen gegen die Niederlande, fünf Leistungslehrgängen und der Teilnahme am Nations Cup Cologne ist auch der Kalender der Herren reichlich mit Terminen gespickt. Bevor am 5. September mit dem WM-Austragungsort Ottawa das endgültige Reiseziel erreicht ist, macht das Team von Jan Haller ab dem 30. August noch für fünf Tage in Toronto Station.

Besondere Tage für den jüngeren Nachwuchs

Für die jüngsten Auswahlspieler der U19, die in diesem Jahr keinen offiziellen Wettbewerb bestreiten, bot sich mit dem Lehrgang im Orange Campus die Gelegenheit, gemeinsam mit ihren Vorbildern aus dem A-Kader zu trainieren und dabei unglaublich viel zu lernen. »Die jungen Athleten konnten hautnah erleben, wo man mit Fleiß, Disziplin und kontinuierlichem Training hinkommen kann«, weiß Sebastian Wolk, der zum Jahresende als Cheftrainer von der U19 zur U23 wechseln wird und damit die Nachfolge von Peter Richarz antritt. Der Hamburger, der zuletzt mit ›seinen Jungs‹ die Weltmeisterschaft gewinnen konnte, wird sein Team ein letztes Mal auf eine große Meisterschaft vorbereiten, wobei noch nicht feststeht, wo und wann die U23-EM stattfinden wird.

Mediaday und Ausgabe der Teamausstattung

Erstmals nutzten die Verantwortlichen des Fachbereichs Rollstuhlbasketball in Ulm die Gelegenheit, nicht nur die Ausgabe der Teamkleidung, sondern auch einen Media Day in das Camp zu integrieren, um mit den beiden A-Mannschaften neben den obligatorischen Team- und Einzelfotos auch Content für die Kommunikation auf den Social-Mediaplattformen zu produzieren. »Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und hoffen, nicht nur über unsere eigenen Kanäle, sondern auch über die der Spielerinnen und Spieler sowie unserer Partner mit dem Material für mehr Reichweite und eine größere Sichtbarkeit unseres Sportes zu sorgen – vor allem mit Blick auf die Weltmeisterschaft in diesem Jahr«, zieht Lennart Bargel, Leiter des Vorstandsbüros im Fachbereich Rollstuhlbasketball, eine positive Bilanz nach der Media-Day-Premiere. Auch die neue Ausstattung wurde ohne Stress und Hektik an den Mann bzw. die Frau gebracht

Trainerteams ziehen ein positives Fazit

Jan Haller und seine Trainerkollegen waren mit dem Trainingslager jedenfalls sehr zufrieden. »Neben der Arbeit mit unseren Teams bietet dieses Format auch viel Raum für den Austausch – nicht nur innerhalb der Mannschaften, sondern auch unter uns Trainern, was wir als sehr bereichernd und hilfreich empfinden.«

Die Voraussetzungen im Orange Campus, der Heimat des BBU 01 und der Allianz Rollers Ulm, sind ideal – gerade auch für die große Menge an Teilnehmenden, die in Ulm gemeinsam an ihrer sportlichen Entwicklung arbeiten konnten. Unterstützt wurden die Mitarbeitenden des BBU 01 vom Förderverein Rollstuhlbasketball Ulm/Neu Ulm. »Hier ist alles barrierefrei, hier finden wir beste Bedingungen vor«, wurde Haller erneut bestätigt. »Hier fühlen wir uns wohl.«