Für den aus Bayreuth stammenden Thomas Böhme ist das Testspiel in seiner alten Heimat etwas Besonderes.

Foto: Steffie Wunderl

Testspiel in Bayreuth gegen Frankreich wird zum besonderen Heimspiel für Mayer und Böhme

Wenn am 18. Juli in der Bayreuther Oberfrankenhalle die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren auf Frankreich trifft, geht es um weit mehr als ein internationales Testspiel zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Kanada. Das Duell der beiden europäischen Topmannschaften wird für Kapitän Thomas Böhme und Co-Trainer Günther Meyer zu einem besonderen Heimspiel.

Besonderheit in der Karriere von Thomas Böhme

Beide haben eine besondere Beziehung zur bayerischen Stadt in Oberfranken. Meyer lebt seit vielen Jahren in Bayreuth und hat seine Heimat auch während seiner Tätigkeit als Assistenz-Trainer beim europäischen Spitzenclub RSV Lahn-Dill nicht verlassen. Sechs Jahre pendelte der gebürtige Allgäuer und Wahl-Franke, der maßgeblichen Anteil am Champions League Triumph des RSV 2021, der Meisterschaft im Jahr 2022 und dem Gewinn des Doubles hatte, zwischen seinem Lebensmittelpunkt in Bayreuth und seiner damaligen sportlichen Heimat in Mittelhessen. Vor heimischem Publikum an der Seitenlinie zu stehen, wird auch für den erfahrenen Trainer ein besonderer Moment werden.

»Wir freuen uns sehr, dieses sechstägige Camp in Bayreuth abzuhalten mit Testspiel gegen die Franzosen als Höhepunkt. Die Wagnerstadt hat Basketball-Tradition, die ›Oberfrankenhölle‹ bietet uns optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen«, so der 57-Jährige, der als Co-Trainer mit der U23 im letzten den Weltmeistertitel holte.

Auch für Kapitän Thomas Böhme ist die Rückkehr in seine Heimatstadt immer ein emotionales Ereignis – ob mit seinem Vereinsteam Lahn-Dill bei den Bundesliga-Duellen gegen den RSV Bayreuth oder eben mit der Nationalmannschaft. »Ich freue mich auf jeden Fall, ein Länderspiel in meiner Heimatstadt zu bestreiten. Hier hat alles angefangen. Meine Familie wird vor Ort sein und meine Oma wird mein erstes Länderspiel live vor Ort sehen, das ist was ganz Besonderes in meiner bisherigen Karriere für mich«, gibt der 35-Jährige zu Protokoll.

Testspiel kommt Bundestrainer Haller sehr gelegen

Für Bundestrainer Jan Haller markiert das Trainingscamp in Bayreuth und das Testspiel einen wichtigen Punkt auf dem Weg zur WM in Ottawa. Nach vielen intensiven Trainingseinheiten ins Spielen zu kommen, bringe wichtige Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung.

»Das Testspiel gegen die französische Nationalmannschaft wird für uns ein echter Härtetest«, ist sich Jan Haller sicher, dem vor allem die Partie bei den Paralympischen Spielen in Paris, bei der er noch als Spieler aktiv war, in Erinnerung geblieben ist. In der ausverkauften Arena Bercy bestand er vor knapp 13.000 frenetische Fans mit seinem Team eine Nervenschlacht gegen Gastgeber Frankreich und konnte einen wichtigen 72:64-Erfolg auf dem Weg zur Bronzemedaille verbuchen.

Zuletzt trafen die beiden Teams 2025 bei der Europameisterschaft in Sarajewo aufeinander. Bei seinem ersten Einsatz als Bundestrainer bei einem großen Turnier bezwangen die deutschen Herren die Franzosen im Viertelfinale mit 79:61. Die Zuschauer dürfen sich also auf ein spannendes Spiel freuen, mit viel Tempo und großen Emotionen und spektakulären Würfen.

Dass ein solches Spitzenspiel in Bayreuth ausgetragen wird, unterstreicht den Stellenwert der Stadt im Rollstuhlbasketball. Für Günther Meyer und Thomas Böhme schließt sich damit ein besonderer Kreis. Gemeinsam mit der deutschen Nationalmannschaft möchten sie nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch zeigen, wie leidenschaftlich und mitreißend Rollstuhlbasketball sein kann.

Länderspiel Rollstuhlbasketball

Deutschland – Frankreich
Samstag, 18. Juli 2026, 17.00 Uhr
Oberfrankenhalle Bayreuth, Eintritt frei