Bulls-Neuzugang Alexander Budde (m.) – hier attackiert von Dirk Paßiwan – steuerte acht Punkte zum Erfolg gegen Trier bei.

Foto: Emilie Haag

 

Thuringia Bulls behaupten Tabellenspitze nach klarem Auswärtserfolg in Trier

Nach einem ungefährdeten Auswärtserfolg gegen engagierte Trierer bleibt Titelverteidiger Thuringia Bulls auch nach dem 2. Spieltag der 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) an der Tabellenspitze, während der Rekordmeister gegen die Rhine River Rhinos im ersten Heimspiel die erste Niederlage hinnehmen musste. Spinto Münsterland konnte gegen RB Zwickau die ersten Punkte einfahren.

Souveräner Start-Ziel-Sieg an der Mosel

Am zweiten Spieltag der RBBL1 konnte Titelverteidiger Thuringia Bulls bei den Doneck Dolphins Trier einen ungefährdeten 98:66 (28:21, 49:33, 73:48)-Auswärtserfolg einfahren und die Tabellenführung behaupten.
Nach dem erfolgreichen Ligaauftakt gegen die München Iguanas wartete mit den Doneck Dolphins ein offensivstarker Gegner auf das Team von Coach Andre Bienek.

Während Marie Kier und Vahid Azad weiterhin nicht zur Verfügung standen, kehrte Joakim Linden nach überstandener Zahnoperation in den Kader zurück. Vor stimmungsvoller Kulisse entwickelte sich eine temporeiche Begegnung, in der die Thüringer früh die Initiative übernahmen.

Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften einen intensiven Schlagabtausch, in dem sich die Bulls zunächst leichte Vorteile erspielten (12:9, 4. Minute). Beide Teams agierten mit offenem Visier und suchten konsequent den Weg zum Korb. In einem offensiv geprägten ersten Viertel behaupteten die Elxlebener ihre Führung und gingen mit einem 28:21 in die Viertelpause.

Auch im zweiten Spielabschnitt erwischten die Bulls den besseren Start. Vor allem Joakim Linden zeigte sich nach seiner Rückkehr treffsicher und punktete wiederholt aus der Mitteldistanz. Die Gäste vergrößerten ihren Vorsprung auf 40:25 (15. Minute).

Defensiv agierten die Thüringer aufmerksam und setzten insbesondere Triers Spielertrainer Dirk Paßiwan über das gesamte Spielfeld unter Druck. Die Moselstädter fanden jedoch immer wieder mannschaftliche Lösungen und erspielten sich Möglichkeiten in der Zone. Vor allem Boris van Hunnik nutzte die entstehenden Räume konsequent. Auf der Gegenseite setzte Rückkehrer Jens Albrecht mit seinem Gespür für freie Räume und schnellen Abschlüssen im Umschaltspiel wichtige Akzente. So ging der amtierende Deutsche Meister mit einer verdienten 49:33-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel knüpften die Bulls an ihre Leistung an. Mit guter Ballbewegung und geduldig herausgespielten Abschlüssen wuchs der Vorsprung weiter an. Kapitän Lukas Gloßner erhöhte auf 56:35 (23. Minute). Trier hielt dagegen und stemmte sich gegen die drohende Vorentscheidung. Doch die Gäste hielten das Tempo hoch, erhöhten phasenweise den defensiven Druck und fanden im Angriff vor allem über Alex Halouski immer wieder gute Lösungen. Während die Dolphins um den Anschluss kämpften, behaupteten die Elxlebener ihren Vorsprung und gingen mit einer komfortablen 73:48-Führung in den Schlussabschnitt.

Im letzten Viertel nutzte Coach Andre Bienek den deutlichen Vorsprung, um seine Kräfte zu verteilen. Während Alex Halouski und Joakim Linden eine Verschnaufpause erhielten, setzte Jordi Ruiz mit fünf schnellen Punkten die nächsten Akzente. Aufseiten der Gastgeber bewies Dirk Paßiwan einmal mehr seine Klasse. Auch mit 50 Jahren gehört der Spielertrainer zu den prägenden Persönlichkeiten der Bundesliga und stellte die Defensive der Bulls insbesondere in der zweiten Halbzeit vor Herausforderungen. Mit 25 Punkten, 18 Rebounds und neun Vorlagen verpasste der Ausnahmespieler ein Triple-Double nur knapp.

Beim Stand von 78:54 (33. Minute) bat Bienek seine Mannschaft noch einmal zur Auszeit. Auch in der Schlussphase blieben die Bulls spielbestimmend und erhöhten bis zum 98:66-Endstand.

Am kommenden Samstag (31.10.) um 18 Uhr empfangen die Bulls Hannover United im heimischen Bullenstall. Die Trierer haben spielfrei.

Doneck Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (25 Punkte), Boris van Hunnik (22), Nathalie Paßiwan (7), Patrick Dorner (4), Correy Rossi (4), James Hazell (2), Walter Vlanderen (2), Svenja Erni, Lukas Jung, Sophie Paterson, Linus Lennarz (n.e.), Johann Zonker (n.e.).

Thuringia Bulls
Alex Halouski (28 Punkte), Joakim Linden (21), Jens Albrecht (17), Jordi Ruiz (11), Hubert Hager (9), Alexander Budde (8), Anil Cegil und Lukas Gloßner (4)

Spinto Münsterland überzeugt am Ende beim Auswärtserfolg gegen Zwickau

Für Spinto Münsterland stand mit RB Zwickau das erste Auswärtsspiel auf dem Programm. Nach der knappen Heimniederlage gegen den RSV Lahn-Dill wollte das Team von Headcoach Marcel Fedde die ersten Punkte der Saison einfahren. Mit einem am Ende überzeugen 74:58 (20:16, 35:28, 53:45)-Erfolg in der Moselhalle in Zwickau ist dies auch gelungen.

Von Beginn an entwickelte sich eine enge Partie, bei der sich bis zur Halbzeit keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Nach dem Gewinn des Hochballs und den ersten zwei Punkten für Zwickau durch Maximilan Chagger, übernahmen die Gäste die Initiative. Vor allem Gijs Evans sorgte mit seinen zwölf Punkten in dieser Phase für den 20:16-Vorsprung zur ersten Viertelpause.

Auch nach der Viertelpause blieb es spannend. Mit einem 10:0-Lauf drehten die Zwickauer zu Beginn des zweiten Abschnitts das Spiel und gingen ihrerseits mit 26:22 (14.) in Führung. Das Münsterländer Trio mit Evens, Sven Diedrich und Sören Müller konterte mit einem Lauf von 13 Punkten in Folge und hielt den Gegner zur Halbzeit mit 35:28 wieder auf Distanz.
Nach der Pause konnten die Gäste den Vorsprung zunächst etwas ausbauen (45:34, 25.), sahen sich dann aber wieder einer starken Phase der Hausherren gegenüber, die vor allem durch Treffer von Fabian Gail bis auf zwei Punkte verkürzen konnten (45:43, 28.). Doch das Team um Kapitän Sören Müller fand genau zum richtigen Zeitpunkt wieder ins Spiel und konnte zum Ende des dritten Viertels den alten Abstand wieder herstellen (53:45).

Müller war es dann auch, der mit seinem Treffer zum 70:49 gut dreieinhalb Minuten vor dem Ende der Partie den Vorsprung auf 21 Punkte schraubte und für die Entscheidung sorgte. Während Fabian Gail für die restlichen Zwickauer Punkte zum 74:58-Entstand beisteuerte, konnten sich auf Seiten der Münsterländer noch Neuzugang Ilias El Benney und Topscorer Gijs Evens (32 Punkte) und die Scorerliste eintragen. Neben Evens trafen für Spinto auch Müller (12) und Diedrich (17) zweistellig. Fabian Gail führt bei Zwickau mit 30 Punkten die Scorerliste an.

Am Samstag (31.10.) empfängt Spinto Münsterland um 17.00 Uhr die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden, während RB Zwickau die RBB München Iguanas zum Heimspiel erwartet (17.00 Uhr).

RB Zwickau
Fabian Gail (30 Punkte), Garett Ostepchuk (8), Maximilian Chagger (6), Alice Mcaffie (4), Connor Coughlan (4), Helen Freeman (4), Aaron Hirst (4), Taishar Ovens (1).

Spinto Münsterland
Gijs Evens (32 Punkte), Sven Diedrich (17), Sören Müller (12), Ylonne Post (4), Ilias El Benney (3), Sean-Joel Schröder (2), Caroline Sitzmann (2), Janne Krähe (2), Kei Ichihashi, Fabian Jansen.

Rhinos vermiesen Rekordmeister Lahn-Dill die Heimpremiere

Eröffnet wurde der 2. Spieltag mit der Heimpremiere des RSV Lahn-Dill, der am Freitag (23.10.) in einer Neuauflage der letztjährigen Playoff-Halbfinalserie die Rhine River Rhinos in der Buderus Arena empfing. Der Rekordmeister von der Lahn verlor gegen engagiert aufspielende Wiesbadener am Ende verdient mit 64:72 (10:15/24:35/46:55) und musste sich eingestehen, »dass es erkennbar noch an zahlreichen Feinheiten in der Abstimmung fehlte«.

Die Wiesbadener präsentierten sich nach der Niederlage gegen Hannover in der Vorwoche mit einer verbesserten Leistung und konnten sich bereits im ersten Viertel einen Vorsprung erarbeiten und genersten Spielabschnitt 15:10 für sich entscheiden.

Auch im zweiten Viertel blieben die Rhinos auf Erfolgskurs. Die Wiesbadener knüpften an ihren gelungenen Start an und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus, auch weil es ihnen der Gastgeber in der Verteidigung streckenweise zu einfach machte und es ihm in der Offensive zu oft an Durchschlagskraft fehlte. Und so zogen die Rhinos über 22:12 (12.) und 31:16 (17.) kontinuierlich weiter davon und erspielten sich bis zur Halbzeit eine komfortable 35:24-Führung.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der RSV Lahn-Dill zwar den Druck und versuchte, den Rückstand zu verkürzen, doch die Wiesbadener ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen. In dieser Phase trumpfte der Japaner Kei Akita auf, der bereits vor der Halbzeitsirene anfing aus allen Lagen hochprozentig zu treffen und von der RSV-Defensive nicht an die Leine gelegt werden konnte. Mit zwei Dreiern binnen weniger Sekunden sorgte er Mitte des dritten Viertels fast im Alleingang für das 51:30 (24.). Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung behaupteten die Gäste ihre Führung und gingen mit einem Vorsprung von 55:46 in den entscheidenden Schlussabschnitt.

Trotz aller Bemühungen der Gastgeber bewiesen die Rhinos ihre Stärke und behielten auch in den letzten zehn Minuten die Kontrolle über das Spiel. Mit 72:64 sicherte sich die Mannschaft von Headcoach Chris Huber schließlich den ersten Saisonsieg.

Bester Scorer bei den Rhinos war Kei Akita mit 27 Punkten, während Mojtaba Kamali mit 20 Punkten und 16 Rebounds ein Double-Double erzielte. Zweitstellig traf auch Neuzugang Lachlin Dalton (14/2). Bester Werfer beim RSV war Thomas Böhme mit 34 Punkten (davon drei Dreier). Auch Matthias Güntner punktete zweistellig (16).

Am Samstag (31.10.) geht es für beide Teams mit Auswärtsspielen weiter. Wiesbaden gastiert um 17:00 Uhr bei Spinto Münsterland. Der RSV Lahn-Dill reist in die Domstadt zum Duell mit den Köln 99ers (17.00 Uhr).

Lahn-Dill:
Thomas Böhme (34/3 Dreier), Matthias Güntner (16), Rose Hollermann (7/1), Max Lammering (4), Krzysztof Kozaryna (2), Quinten Zantinge (1), Julian Lammering, Abby Dunn, Finlay Erskine (n.e.).

Wiesbaden:
Kei Akita (27/3), Mojtaba Kamali (20), Lachlin Dalton (14/2), Teemu Partanen (3), Tim Diedrich (2), Jake Eastwood (2), Steven Elliott (2), James Palmer (2), Geshnigani Hosseini (n.e.).

Rollstuhlbasketball-Bundesliga

2. Spieltag

RSV Lahn-Dill – Rhine River Rhinos 64:72
Doneck Dolphins Trier – RSB Thuringia Bulls 66:98
RB Zwickau – Spinto Münsterland 58:74

Text: Presse RBB mit Material der Vereine