Eindrucksvolles Triple-Double: Bulls-Akteur Aliaksandr Halouski (r.) erzielte neben seinen 43 Korbpunkten elf Rebounds und 15 Assists.

Foto: Franzi Möller

 

Thuringia Bulls trotz Personalprobleme in ansprechender Frühform

Mit den ersten drei Partien ist am Wochenende die 1. Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL1) in die neue Spielzeit gestartet. Titelverteidiger Thuringia Bulls zeigte sich trotz dezimiertem Kader in ansprechender Frühform und fuhr gegen die Gäste aus München einen klaren Heimsieg ein.

Erfolgreicher Bundesligaauftakt im heimischen Bullenstall

Gleich auf drei Stammkräfte musste Bulls Head Coach Andre Bienek verzichten, trotzdem wollte der amtierende Deutsche Meister vor heimischer Kulisse den Ton angeben. Das gelang dem Team von der Osterlange zunächst aber nicht, weil die Gäste aus München den besseren Start erwischten (2:7, 2. Minute) und den Coach der Hausherren zu einer frühen Auszeit zwangen (9:11, 4.). Mit der Folge, dass sein Team die Zügel in der Verteidigung deutlich anzog und mit erhöhter Intensität bis zur Viertelpause eine 17:13-Führung erspielte.

Die Münchner Mannschaft um ihren Spielertrainer Gabriel Robl bot im Bullenstall eine kämpferische Vorstellung und machten es dem Favoriten lange schwer, sich entscheidend abzusetzen. Dennoch vergrößerte sich das Polster der Elxlebener bis zur Halbzeit auf 34:21.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Bulls spürbar das Tempo und setzten mit einem schnellen 7:0-Lauf das erste Ausrufezeichen (41:21, 23.). Die Verteidigung erstreckte sich nun über das gesamte Spielfeld und brachte auch den Bulls-Express im Angriff auf Touren. Allen voran Alex Halouski übernahm das Kommando. Der Nationalspieler traf von jenseits der Dreipunktelinie und setzte seine Mitspieler mit sehenswerten Pässen in Szene. Die Gäste fanden gegen den zunehmenden Druck kaum noch Lösungen, während die Elxlebener ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauten. Mit einem deutlichen 63:29 ging es in die letzte Viertelpause.

Auch im Schlussabschnitt kannten die Bulls nur eine Richtung. Besonders das Duo Halouski und Budde übertrug das Zusammenspiel aus dem gemeinsamen Nationalmannschaftssommer direkt in den Bullenstall. Immer wieder fanden sich die beiden nahezu blind und sorgten mit sehenswerten Kombinationen für Applaus von den Rängen (73:29, 33. Minute). Die Münchner kämpften angeführt von Bastian Kolb und Josef Wernberger weiterhin um jeden Ball, konnten dem Offensivdrang der Gastgeber aber kaum noch etwas entgegensetzen. Mit einem energischen Schlussspurt schraubten die Elxlebener das Ergebnis schließlich auf 95:38 und machten den gelungenen Saisonauftakt perfekt.

Bei den Bulls konnten sich alle eingesetzten Spieler in die Scorerliste eintragen, angeführt von Nationalspieler Aliaksandr Halouski mit überragenden 43 Punkten (acht Dreier) und einem Triple Double. Die Gäste hatten in Bastian Kolb mit elf Punkten ihren besten Schützen.

Thuringia Bulls

Alex Halouski (43 Punkte/8 Dreier), Alexander Budde (28), Hubert Hager (9), Jordi Ruiz (6), Jens Albrecht (5), Lukas Gloßner (2), Anil Cegil (2)

RBB München Iguanas

Bastian Kolb (11 Punkte/1 Dreier), Josef Weinberger (10), Gabriel Robl (9/1), Mareike Miller (5), Lukas Haider (3), Jonas Wengert, Lorenz Hitzelsperger, Salih Sakak.

Knapper RSV-Erfolg zum Saisonauftakt trotz Siebuhr-Ausfalls

Ersatzgeschwächt reiste auch der RSV Lahn-Dill zu seinem ersten Liga-Einsatz. Trotz des Ausfalls von Neuzugang Hayden Siebuhr setzte sich der Rekordmeister gegen den Gastgeber, der jetzt unter dem Namen Spinto Münsterland firmiert, nach einem energischen Endspurt mit 65:62-durch.

Ausgerechnet Neuzugang Hayden Siebuhr, der extra als Ersatz für seinen langzeitverletzten australischen Landsmann Jannik Blair verpflichtet worden war, hatte sich am Morgen des Spieltages krankgemeldet. So musste der Trainerstab um den neuen Head Coach Victor Ramos umplanen und mit Thomas Böhme, Quinten Zantinge, Rose Hollermann und den beiden Lammering-Brüdern Julian und Max eine notgedrungen überraschende Starting Five, ohne klassischen Center, auf das Parkett in Warendorf schicken.

Doch genau diese Startaufstellung schien die Gastgeber, die sich nach einer Kooperation mit dem UBC Münster im Sommer von BBC in Spinto Münsterland umbenannten, so zu überraschen, dass der Gast aus Mittelhessen die Anfangsminuten deutlich dominierte, zunächst auf 13:4 (8.) davonzog und die Führung bis auf 23:12 (12.) weiter ausbaute. Daran beteiligt war auch der polnische Neuzugang Krzysztof Kozaryna, der zusammen mit der ebenfalls neu verpflichteten US-Amerikanerin Abby Dunn, Ende des ersten Viertels sein Debüt feierte.

Urplötzlich riss jedoch der zuvor deutlich erkennbare rote Faden beim RSV Lahn-Dill. Angeführt vom bärenstarken Niederländer Gijs Even legte Spinto einen 14:2-Lauf auf das eigene Parkett und übernahm nur sechs Minuten nach dem bis dato höchsten RSV-Vorsprung mit 27:26 selbst die Führung. Halbzeitübergreifend blieb es bis zum 43:43 (28.) eng, ehe die Hausherren vermeintlich als erste auf die Zielgerade einzubiegen schienen. Immer wieder war es das lange Duo Sven Diedrich und Sören Müller, die aus der Halbdistanz hochprozentig trafen und ihre Farben bis auf 56:49 (33.) nach vorne brachten.

Die Gäste setzten jetzt alles daran, um die drohende Niederlage zu vermeiden. Mit einem schnellen Kombinationsspiel traf Julian Lammering zunächst zum 55:56-Anschluss (35.), ehe 24 Sekunden vor dem Spielende ein aufmerksamer Ballgewinn von Matthias Güntner und dessen Assist auf Böhme zum entscheidenden 65:62-Endstand führte.

Spinto Münsterland

Gijs Even (23 Punkte/1 Dreier), Sven Diedrich (17), Sören Müller (14), Sean-Joel Schröder (5), Ylonne Post (2), Ilias El Bennay (1), Fabian Jansen, Caroline Sitzmann, Janne Krähe.

Lahn-Dill

Thomas Böhme (22Punkte /1), Matthias Güntner (18), Julian Lammering (10), Max Lammering (7), Krzysztof Kozaryna (6), Finlay Erskine (2), Abby Dunn, Rose Hollermann, Quinten Zantinge.

Hannover United erkämpft wichtigen Auswärtssieg bei den Rhine River Rhinos

Zum Abschluss den Spieltages erkämpfte sich Hannover United einen wichtigen Auswärtssieg bei den Rhine River Rhinos. In einer packenden und intensiv geführten Partie setzten sich die Füchse am Ende mit 54:43 gegen die Wiesbadener durch.

Der Gastgeber aus Wiesbaden, (Drittplatzierter der letzten Saison), erwischte in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit den besseren Start, vor allem weil der Japaner Kei Akita in der Anfangsphase nicht zu stoppen war und mit seinen Treffern für die 11:8-Führung nach dem ersten Viertel sorgte.

Auch im zweiten Spielabschnitt blieb die Partie ein echter Abnutzungskampf, bei dem sich beide Teams nichts schenkten und die Führung fast im Minutentakt wechselte. Während bei den Rhinos Neuzugang Lachlin Dalton nachlegte, verteilte United die Last im Angriff auf mehrere Schultern: Oliver Jantz, Jan Sadler, Jakob Krömer und Amit Vigoda sorgten dafür, dass Hannover beim Stand von 18:19 zur Halbzeit auf Schlagdistanz blieb.

Der entscheidende Wende- und Knackpunkt folgte dann nach der Pause, aus der Hannover mit einer großen Portion Willen und Biss auf das Parkett zurückkam. Allen voran drückte Nationalspieler Jakob Krömer dem dritten Viertel seinen Stempel auf und erzielte in dieser Phase acht seiner insgesamt 18 Punkte. Zudem nutzte United die Foulprobleme der Hessen konsequent aus, blieb an der Freiwurflinie nervenstark und erarbeitete sich mit einem starken 19:13-Lauf die verdiente Führung.

Im letzten Spielabschnitt ließ die Mannschaft nichts mehr anbrennen. Mit kühlem Kopf verteidigte das Team von Head Coach Martin Kluck den Vorsprung und baute ihn zeitweise auf bis zu 13 Punkte aus. Oliver Jantz setzte in der Schlussphase mit sechs wichtigen Zählern die entscheidenden Nadelstiche. Verzweifelt versuchten die Rhinos noch einmal zu verkürzen, doch United brachte den 54:43-Erfolg mit einer starken Defense in den letzten Minuten souverän über die Zeit.

Entsprechend zog Head Coach Martin Kluck ein positives Fazit, verwies aber auch auf den Lernprozess seiner Mannschaft: »Wir haben unser Spiel über die 40 Minuten weiterentwickelt und angepasst und können den Sieg verdient mit nach Hause nehmen. Das war wichtig heute und hilft unserem Selbstvertrauen.«

Rhine River Rhinos Wiesbaden

Kei Akita (12 Punkte/2 Dreier), Mojtaba Kamali (11), Lachlin Dalton (8/2), James Palmer (4), Jake Eastwood (4), Steven Elliott (2), Teemu Partanen (2), Tim Diedrich, Geshnigani S. Hosseini, Christopher Huber (n.e.).

Hannover United

Jakob Krömer (18 Punkte), Amit Vigoda (12), Oliver Jantz (10)., Jan Sadler (9), Thomas McHugh (4), Tomas Klein (1), Max Dorka, Sören Seebold, Catharina Weiß.

Text: Presse RBB mit Material der Vereine