Maximilian Lammering (l.) steuerte bei seinem WM-Debut zehn Punkte zum Erfolg gegen Kanada bei.

Foto: Steffie Wunderl

DBS-Herren besiegen WM-Gastgeber Kanada

Nach dem verspäteten Einstieg in die Weltmeisterschaft in Ottawa besiegte die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Herren Gastgeber Kanada am Freitag (11.09) mit 89:73 (30:26, 50:39, 76:53). In einem temporeichen und hochklassigen Spiel in der TD Place Arena war der deutsche Center Aliaksandr Halouski mit 27 Punkten Topscorer des Spiels, gefolgt von Nikola Goncin mit 25 Punkten.

»Es war ein anstrengendes Spiel, weil Kanada sehr gut gespielt hat. Wir hatten am Anfang ein paar Probleme in der Defense, haben aber gut dagegen gehalten und es in der Offensive wieder rausgeholt«, fasste Maximilian Lammering, der bei seiner WM-Premiere zehn Punkte zum Erfolg beisteuerte, das Spiel aus seiner Sicht zusammen.

In der stimmungsvollen, aber nicht ganz gefüllten TD Place Arena in der kanadischen Hauptstadt Ottawa machten vor allem die kanadischen Schülerinnen und Schüler viel Lärm und bejubelten frenetisch jeden Punkt ihres Teams. Und Grund zum Jubeln gab es im ersten Viertel reichlich – aber auch für die deutschen Herren.

Hohes Tempo und hohe Trefferquote bestimmen erstes Viertel

Mit viel Tempo und einer hohen Trefferquote kamen zum Ende des ersten Spielabschnitts 56 Punkte zusammen, von denen die deutsche Starting Five mit Thomas Böhme, Aliaksandr Halouski, Nico Dreimüller, Tobias Hell, und Alexander Budde allein 30 Punkte beisteuerte.

Auch im zweiten Abschnitt hielten die deutschen Herren das Tempo hoch. Böhme, Dreimüller und der eingewechselte Matthias Güntner sorgten mit einen 10:0-Lauf für die erste größere Führung (40:26, 15. Min.). Die Kanadier hielten vor allem in Form von Nikola Goncin und Colin Higgins dagegen, die mit ihren Treffern dafür sorgten, dass ihr Team mit minus elf Punkten zur Halbzeitpause (39:50) in Reichweite blieb.

Nach dem Seitenwechsel bauten die deutschen Herren den Vorsprung kontinuierlich aus. Das Trio mit Halouski, Budde und Güntner konnte immer wieder unter dem Korb oder aus der Halbdistanz einnetzen, während die deutsche Defense den Kanadiern nur noch wenig einfache Bälle ließen. Mit 26:14 ging das dritte Viertel deutlich an das Team von Bundestrainer Jan Haller, das seinen Vorsprung vor dem letzten Spielabschnitt auf 21 Punkte ausbauen konnte.

Mit Routine spielten die deutschen Herren das letzte Viertel zu Ende und auch wenn dies mit 13:20 verloren ging, war der Auftaktsieg nie in Gefahr.

Langsam Spielkontrolle übernommen und bis zum Schluss gehalten

»Es war wirklich ein schweres Spiel für uns. Wir sind auf eine kanadische Mannschaft gestoßen, die gut gespielt hat, die uns offensiv auch sehr gefordert hat«, zieht Bundestrainer in der Mixed Zone der TD Arena ein erstes Fazit.

»Wir haben gut dagegengehalten und viele unserer Würfe getroffen. Im zweiten Viertel haben wir dann so langsam die Spielkontrolle übernommen, die wir auch bis zum Ende aufrecht erhalten konnten. Hintenraus war es ärgerlich, dass wir viele Offensivrebounds abgegeben haben und den Kanadiern so einfache Punkte ermöglicht haben«, so Haller weiter.

Auf das nächste Spiel gegen Marokko angesprochen, sieht der Bundestrainer in der Defense noch Verbesserungspotenzial. »Hier müssen wir auf jeden Fall noch besseren Zugriff bekommen und noch härter in die Kontakte kommen in der Verteidigung und die Marokkaner zu noch schwereren Würfen zwingen als gegen Kanada heute.«

Das Spiel findet morgen (12.09.) um 12.25 Uhr (EST) in der Carleton Universität statt. Parallel (12.30 Uhr EST) spielen die deutschen Damen gegen die Niederlande in der TD Place Arena.

Deutschland
Aliaksandr Halouski (27/1 Dreier, RSB Thuringia Bulls), Thomas Böhme (14, RSV Lahn-Dill), Nico Dreimüller (13, Asinara Waves Torres/ITA), Matthias Güntner (10, RSV Lahn-Dill), Maximilian Lammering (10, RSV Lahn-Dill), Alexander Budde (6, Thuringia Bulls), Lukas Gloßner (4, RSB Thuringia Bulls), Alexander Keiser (2, RBC Köln 99ers), Thomas Reier (1, RBC Köln 99ers), Julian Lammering (RSV Lahn-Dill), Tobias Hell (CD Ilunion), Jakob Krömer (n.e., Hannover United).

Kanada
Nikola Goncin (25/1 Dreier), Colin Higgins (21/3), Reed De’eath (14), Ibrahim Oda (11/3), Lee Melmyk (2), Garret Ostepchuk, Blaire Mutware, Tyle Miller, Brandon Louie, Lional Tamoki, Joshua Brown (n.e.), Kyrell Sopotyk (n.e.).

Spielplan und Ergebnisse sowie Livebilder

Alle Spiele werden auf dem YouTube-Channel der IWBF übertragen. Zudem gibt es hier Live-Stats (HerrenDamen), den Spielplan und aktuelle Tabellenstände.
Infos zu den deutschen Teams finden Sie hier (HerrenDamen).