Lowpointer Tobias Hell wird von seinem britischen Gegenspieler Oscar Knight (l.) beim Korbwurf bedrängt.
Foto : Gregor Pleßmann
DBS-Auswahlteams
Briten auch im Finale des Nations Cup zu stark für deutsche Herren – Platz 4 für die deutschen Damen
Beim hochklassig besetzten Nation Cup Cologne unterlag die deutsche Herren-Nationalmannschaft am Sonntag (23.08.) im Finale Vize-Europameister Großbritannien und sicherte sich Platz 2. Die deutschen Damen unterlagen im Spiel um Platz 3 gegen Kanada. Beide Teams nehmen wichtige Erkenntnisse mit aus dem letzten Härtetest vor der anstehenden Weltmeisterschaft in Ottawa.
Nach der klaren 48:47-Niederlage gegen Großbritannien in der Vorrunde hatte sich das Team von Bundestrainer Jan Haller einiges vorgenommen für das Finale. Nach gutem Beginn mit Korberfolgen durch Alex Halouski und Thomas Böhme konnte das deutsche Team in der gut besuchten Sporthalle am Bergischen Ring bis zum 20:22 (12. Min.) durch Matthias Güntner gut mithalten. Dann erhöhten die Briten das Tempo und vergrößerten den Abstand zu Halbzeitpause auf 12 Punkte (41:29), vor allem durch den jungen Oscar Knight, der in dieser Phase allein neun Punkte beisteuerte.
Während im dritten Viertel der Korb für die Deutschen wie vernagelt schien und auch aussichtsreiche Würfe nicht durch den Ring fielen, brachten Philip Pratt, Ben Fox und erneut Knight, mit 21 Punkten Topscorer des Spiels, ihre Farben immer weiter in Front. Mit Minus 19 Punkten (58:39) ging es ins Schlussviertel, in dem Gregg Warburton mit einem Dreier zwischenzeitlich auf 63:39 (32.) erhöhte. Trotz aller Gegenwehr musste das deutsche Team am Ende mit 50:80 erneut eine deutliche Niederlage hinnehmen. Beste Werfer im Team Germany waren Thomas Böhme (12) und Alex Halouski (9).
Im Spiel um Platz drei besiegte Europameister Spanien den WM-Gastgeber Kanada mit 87:56.
Bundestrainer Jan Haller: »Zunächst ein großes Dankeschön an die Köln 99ers für die Ausrichtung des Turniers. Wir konnten uns hier mit Weltklasse Teams messen und uns gut auf die bevorstehende Weltmeisterschaft vorbereiten.«
»Gegen Spanien und Kanada haben wir zwei ordentliche Spiele gezeigt. Insbesondere die Variabilität im Scoring und der Einfluss unserer Bank war sehr gut. In beiden Spielen gegen GB wurde uns dann sowohl in der Offensive als auch in der Defensive gnadenlos aufgezeigt, woran wir noch arbeiten müssen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung aber auch gut so und es gibt uns die Möglichkeit, die Dinge anzugehen.«
In Toronto hat das Trainerteam dann noch eine Woche Zeit, im Training daran zu arbeiten, ehe am 9. September der Startschuss für die WM fällt.
Deutsche Damen unterliegen Kanada im Spiel um Platz 3
In dem ebenfalls hochkarätigen Teilnehmerfeld belegten die deutschen Damen Platz vier. Im Spiel um Platz drei unterlag das Team von Bundestrainer Josef Jagloski der Mannschaft von WM-Gastgeber Kanada mit 51:80. Nach einer frühen deutschen Führung mit 9:8 (5. Min.) übernahmen die Kanadierinnen zunehmend die Kontrolle über das Spiel und gingen vor allem dank der Korberfolge von Topscorerin Aninn Young (31 Punkte) und Kady Dandenneau mit zehn Punkten Vorsprung (35:25) in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel waren es immer wieder die beiden Centerinnen, die unter dem deutschen Korb oder aus der Halbdistanz erfolgreich waren. Mit 20:14 und 25:12 gingen schließlich auch die beiden letzten Viertel an die Kanadierinnen. Beste Scorerin im deutschen Team war Roli-Ann Neubauer mit 14 Punkten.
In der Gruppenphase unterlag Team Germany zum Auftakt Paralympics-Sieger Niederlande mit 71:35, dem Vize-Europameister Großbritannien mit 27:75 und Kanada mit 52:71.
Den deutschen Frauen bleibt die Erkenntnis, dass trotz aller guten Ansätze die großen Teams weiterhin außer Reichweite sind. Das Team befinde sich noch mitten in der Umbruchphase, die auch noch einige Zeit brauche, heißt es aus Mannschaftskreisen. Bundestrainer Josef Jaglowski und seinem Trainerteam bleiben noch ein paar Tage und ein Trainingscamp in Großwallstadt, um die Erkenntnisse aus dem Nations Cup noch umzusetzen.
»Wir haben vier Spiele gegen die besten Teams der Welt bestritten. Es war unser erstes Turnier auf diesem Niveau. Daher war es entscheidend, unsere Stärken und Schwächen zu erkennen, um sie in den verbleibenden zwei Wochen zu verbessern«, zog Joglowski eine erste Bilanz.
»Vor allem aber haben wir Selbstvertrauen gewonnen und wissen nun, dass wir kämpfen und gewinnen können. Das zeigte sich im ersten Spiel gegen die Niederlande (12:14 im ersten Viertel) und im Halbzeitstand gegen Kanada (32:31). Uns fehlt aber noch die nötige Stärke, um das Spiel zu Ende zu bringen. Daran können wir durch individuelles Training arbeiten. Wir fahren nach Kanada, um zu kämpfen«, gibt sich der 70-jährige Basketball-Lehrer kämpferisch.
Britinnen besiegen Favorit Niederlande
In einem spannenden Spiel besiegte Großbritannien den Turnierfavoriten Niederlande im Finale des Damenwettbewerbes mit 58:52 (14:9, 10:18, 18:8). Schienen die Niederländerinnen zum Ende des dritten Viertels mit 42:35 – nach 24:27-Rückstand zur Pause – das Spiel wieder im Griff zu haben, konterten die Britinnen, angeführt von den beiden bärenstarken Topscorerinnen Robyn Love (19 Punkte) und Lucy Robinson (16), und sicherten sich mit 23:10 den letzten Spielabschnitt und damit das gesamte Match. Im Team Oranje, mit dem deutschen Dennis Nohl als Co-Trainer an der Seitenlinie, war Bo Kramer mit 17 Punkte die beste Werferin.
»Bei uns lief es nicht wirklich gut. Viele Würfe haben wir überhastet ausgeführt und nicht so sicher getroffen«, gab Head Coah Joost van Rangelrooij nach der Niederlage zu Protokoll. »Aber ich bin wirklich zufrieden mit den ersten drei Spielen, da haben wir gut agiert. Wir fahren mit viel Selbstvertrauen nach Kanada.«
IWBF Weltmeisterschaft 2026
Alle Informationen zur WM gibt es auf den Seiten der IWBF bzw. der offiziellen Turnier-Website. Infos und Spielpläne der deutschen Teams gibt es auf Rollstuhlbasketball.de (Herren – Damen).