Finale: BSR Amiab Albacete – Thuringia Bulls 70:64 (30:30)

Die Thuringia Bulls haben das Champions-Cup-Finale gegen den Gastgeber BSR Amiab Albacete mit 64:70 (30:30) verloren. Nach dem Spiel zeigte sich Bulls-Cheftrainer Andre Bienek als fairer Verlierer: „Albacete ist eine richtig starke Mannschaft, die mit ihrer Größe und Geschwindigkeit auftrumpfen kann. Sie haben sich die Schüsse in der Zone erarbeitet, auch wenn wir alles versucht haben, ihre Spieler aus der Zone herauszuhalten. Leider haben sie auch sehr gute Schützen, die die Räume dann ausnutzen können“, ergänzte er schmunzelnd.

Vor 800 Zuschauern entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, in der sich in der ersten Halbzeit keine der beiden Mannschaften auf mehr als fünf Punkte Vorsprung absetzen konnte. Im dritten Viertel zog Albacete jedoch auf zehn Zähler davon (46:36), sechseinhalb Minuten vor Spielende lagen die Spanier sogar mit 60:48 in Führung. Doch ein 10:0-Lauf der Bulls, darunter acht Punkte in Folge durch Aliaksandr Halouski, ließ den Vorsprung Albacetes so schnell zusammenschmelzen wie einen Gletscher in den Pyrenäen. Trotzdem bewahrte der Titelverteidiger seine Nerven. In der Crunchtime war es Mateusz Filipski, der mit wichtigen Körben die Gäste aus Deutschland auf Distanz hielt.

Während des ganzen Spiels bekamen die Bulls Filipski nicht unter Kontrolle. Mit 32 Punkten (13/26 FG) und 4 Steals zeigte der Pole seine Vielseitigkeit. Außerdem profitierte er immer wieder von den glänzenden Pässen von Philip Pratt, der mit 19 Assists wieder einmal seine Übersicht zur Schau stellte. Bei den Bulls füllten vor allem Joakim Linden (14 Punkte, 7/17 FG, 6 Assists) und Aliaksandr Halouski (12 Punkte, 5/8 FG, 11 Rebounds) den Statistikbogen.

Albacete-Coach Abraham Carrión Ruiz setzte auf eine 6-Spieler-Rotation, während Bienek mit einer 10er-Rotation auf die Tiefe seines Teams vertraute. Letztlich allerdings waren Pratt und Filipski, der zum wertvollsten Spieler des Finalturniers gewählt wurde, an diesem Samstagabend ein, zwei Nuancen zu stark.

Trotzdem zog Bienek ein positives Fazit: „Wir haben uns sehr teuer verkauft, haben physisch gespielt. Wir haben defensiv viele Körner gelassen und hatten am Ende nicht mehr die nötige Frische, um am Ende zu gewinnen.“

Spiel um Platz 3: RSV Lahn-Dill – CD Ilunion 89:65 (44:30)

Im Spiel um Platz drei triumphierte der RSV Lahn-Dill gegen CD Ilunion mit 89:65 (44:30). Dabei führten Rose Marie Hollermann (20 Punkte, 9/13 FG) und Thomas Böhme (21 Punkte, 9/14 FG) den RSV im Scoring an, Böhme steuerte zudem 12 Assists bei. Der Traum vom zweiten Saisontitel platzte allerdings schon einen Tag zuvor.

Halbfinale 1: Thuringia Bulls – RSV Lahn-Dill 76:64 (30:36)

Am Freitagnachmittag setzten sich die Thuringia Bulls gegen Lahn-Dill mit 76:64 (30:36) durch, auch wenn zunächst nicht viel auf einen Sieg der Bulls hingedeutet hatte. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit hatte Thomas Böhme Lahn-Dill per Dreier mit 36:26 in Führung gebracht, doch nach der Pause dominierten die Bulls komplett. Die zweite Halbzeit gewannen sie mit 46:28. Einen großen Anteil am Comeback hatte Vahid Gholamazad mit 26 Punkten (11/20 FG), 16 Rebounds und 5 Assists. Bester Werfer der Mannschaft aus Wetzlar war Böhme mit 23 Zählern (8/14 FG, 3/6 Dreier).

„In der ersten Halbzeit hatte Lahn-Dill die Oberhand, aber je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr sind wir in einen Rhythmus gekommen und haben unsere Stärken ausspielen können. Wir haben immer besser verteidigt und einfache Punkte in der Offensive generiert“, sagte Bienek, der allerdings auch das erneute Anreise-Pech von Lahn-Dill thematisierte: „Es ist sehr unglücklich gelaufen für sie, dass sie mit dem Flieger so lange am Rollfeld standen und erst nachts ins Hotel gekommen sind. Es tut mir leid für die Spieler. Ich weiß selbst, wie schwierig das ist.“

Ein defekter Gangway am Frankfurter Flughafen, begleitet von einem Unwetter und dem Austausch der Flugzeug-Crew aus Arbeitsschutzgründen, hatte dazu geführt, dass die Mannschaft erst um 2:15 Uhr das Hotel in Albacete erreichte.

Halbfinale 2: BSR Amiab Albacete – CD Ilunion 81:56 (39:27)

Im spanischen Halbfinalduell fuhr Albacete beim 81:56 (39:27) gegen Ilunion einen überzeugenden Sieg ein. Wie im Finale einen Tag später bot Mateusz Filipski eine Galavorstellung: 36 Punkte (15/24 FG), 8 Assists und 7 Rebounds. Und Philip Pratt? Natürlich verbuchte er 19 Assists – was auch sonst?

Text – Nikolas Pfannenmüller
Foto – Franzi Möller