Jens Albrecht (r.) setzt im Testländerspiel gegen Österreich zum Wurf an.

Foto: Gregor Pleßmann

EM-Trainingscamp in Elxleben mit Testspielerfolgen gegen Österreich

Beim Leistungscamp der deutschen Herren-Nationalmannschaft Rollstuhlbasketball im thüringischen Elxleben standen neben der Arbeit mit dem Ball und taktischer Feinarbeit auch drei Testspiele gegen die österreichische Auswahl auf dem Programm.

Sechs Tage intensiver Trainingsarbeit liegen hinter dem Team von Trainer Jan Haller. Mit Blick auf die im Oktober anstehende Europameisterschaft in Sarajevo absolvierten die deutschen Herren in Elxleben, der Heimat des deutschen Meisters Thuringia Bulls, ein umfangreiches Programm mit zwei Trainingseinheiten pro Tag und drei Testspielen gegen Österreich, von denen eine Partie öffentlich ausgetragen wurde.

Erfolgreiches Testspiel vor stimmungsvoller Kulisse

Beim ersten Auftritt vor Publikum seit den Paralympischen Spielen in Paris, zeigten sich die die deutschen Korbjäger am Samstag (12.07) in der vollbesetzten Sporthalle der Staatlichen Regelschule von Beginn an sehr engagiert und spielfreudig und bezwangen die Gäste aus Österreich mit 79:46 (20:11, 46:17, 64:35).

20:11 stand es zum Ende des ersten Viertels nach einem furiosen Start und einem 11:0-Lauf vor allem durch Treffer der etablierten Kräfte wie Matthias Günter, Alex Halouski und Thomas Böhme. Im zweiten Spielabschnitt verstärkte das deutsche Team den Druck in der Defensive und ließ den Österreichern um Center Hubert Hager wenig Raum für einfache Würfe, brachte dafür selbst ein ums andere Mal durch Güntner, Halouski, Sadler und Maximilian Lammering den Ball im gegnerischen Korb unter – wahlweise aus der Zone heraus, von der Freiwurflinie oder jenseits der Drei-Punkte-Markierung.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste besser ins Spiel und konnten vor allem Dank der Korberfolge durch Hager und Hayiri das dritte Viertel ausgeglichen gestalten. Aus deutscher Sicht fanden auch die Lammering-Brüder Julian und Maximilian in dieser Phase eine passende Antwort. Die beiden frischgebackenen U23-Weltmeister steuerten 10 der 18 deutschen Korbpunkte zum Zwischenstand von 64:32 bei.

War unterm Korb und aus der Halbdistanz erfolgreich: Matthias Güntner (Nr. 6). | Foto: Gregor Pleßmann

War unterm Korb und aus der Halbdistanz erfolgreich: Matthias Güntner (Nr. 6).

Foto: Gregor Pleßmann

Den letzten Abschnitt konnten erneut die deutschen Korbjäger für sich entscheiden, wobei es Jan Sadler vorbehalten war, mit seinem Treffer zum 79:46 den Schlusspunkt zu setzen.

Zusammen mit den beiden nicht-öffentlichen Spielen am Freitag und am Sonntag konnte Team Germany alle drei Testspiele für sich entscheiden. Es wurde viel gewechselt, alle Spieler bekamen ihre Spielanteile, um sich für die EM zu empfehlen. Bundestrainer Jan Haller, bei den Paralympics in Paris als Spieler selbst noch Teil des Kaders, zeigte sich mit dem Verlauf des Lehrgangs und den Ergebnissen der Spiele sehr zufrieden. »Ziel der Partien war es, zu testen, welche Konstellationen auf dem Feld funktionieren, welche Rolle wir den Spielern zuteilen können. So gesehen war die Testspielserie ein guter Abschluss. Und vor so einem begeisterten Publikum zu spielen, macht dann doppelt Spaß,« ergänzt Haller mit Blick auf die stimmungsvolle Kulisse.

In der Offensive habe das nach seinen Worten schon gut funktioniert. »In der Defensive wurde uns von den Österreichern allerdings das eine oder andere Mal aufgezeigt, woran wir noch arbeiten müssen.«

EM-Kader wird Ende Juli nominiert

Das Trainerteam, zu dem auch die beiden Co-Trainer Günther Mayer und Martin Kluck –der bei diesem Lehrgang von U19-Coach Sebastian Wolk vertreten wurde – zählen, sieht nach den ersten gemeinsamen Trainingswochen in der neuen Zusammensetzung eine gute Entwicklung. Das Team steht noch am Anfang des Vorbereitungsprozesses auf die EM.

Ende Juli wird der endgültige 12 er-Kader nominiert, mit dem es dann in die nächste Phase der Vorbereitung geht, bei der weitere Lehrgänge, der Nations Cup in Köln und ein gemeinsames Trainingslager in Bordeaux mit Länderspielen gegen Frankreich und der Schweiz auf dem Programm stehen.
»Bei der EM wollen wir uns direkt für die WM in Ottawa 2026 qualifizieren, dafür ist eine Platzierung unter den ersten fünf Teams erforderlich«, formuliert das Trainerteam die Zielvorgabe. »Aus unserer Sicht ist das absolut realistisch und entspricht auch unserem eigenen Anspruch.«

Auch die Gäste aus Österreich, die sich ebenfalls auf die EM in Sarajevo vorbereiten, nehmen viele positive Eindrücke mit. »Für uns war es eine gute Gelegenheit, gegen eine starke deutsche Nationalmannschaft zu spielen, die aktuell eine ganz andere Qualität hat in Europa und weltweit. Sie haben die Bronzemedaille bei den Paralympics in Paris gewonnen«, sagte Piotr Luczinsky nach dem Spiel am Samstag. »Wir hatten die Chance, zu lernen und viel Positives von diesen Spielen mitzunehmen.«

Coach Luczinsky hat für sein Team als Minimalziel den Verbleib in der A-Divison ausgegeben, strebt aber einen Platz unter den besten acht Teams an.