U19-Cheftrainer Sebastian Wolk empfängt bei einem Freundschaftsspiel seine Spieler für eine Auszeit an der Bank.

Foto: Gregor Pleßmann

Sebastian Wolk wird neuer Cheftrainer der U23-Juniorennationalmannschaft

Seinen Abschied als U23-Cheftrainer hatte Peter Richarz schon vor einiger Zeit bekanntgegeben – jetzt steht sein Nachfolger fest. Der Frankfurter Sebastian Wolk, bislang für die U19-Nachwuchskräfte verantwortlich, wird den Posten zum Jahresende übernehmen. Das hat ihm der Deutsche Behindertensportverband (DBS) in einem persönlichen Gespräch bereits mitgeteilt.

»Es ist ein großes Erbe, das ich übernehme«, sagte der 45-jährige Erzieher zu seiner Berufung durch den DBS. Dabei reiche Peter Richarz Einfluss weit über die sportlichen Erfolge hinaus. »Er lebt und liebt den Rollstuhlbasketball wie kaum ein anderer. Peter ist ein hervorragender Trainer und ein großartiger Mensch, den ich sowohl fachlich als auch persönlich sehr schätze. Ich begegne dieser neuen Aufgabe mit großem Respekt und freue mich gleichzeitig sehr auf die kommende Herausforderung«, ergänzt Wolk.

»Im Nachwuchs brauchen wir Trainer, die etwas erlebt haben und ein Vorbild sein können«

Sebastian Wolk kann bei seiner neuen Tätigkeit auf reichlich Erfahrung zurückgreifen – sowohl als Spieler als auch als Trainer. Mit 18 Jahren spielte er selbst in der Junioren-Nationalmannschaft, debütierte mit 23 für die A-Natio und war zwischen 2004 und 2013 bei drei Paralympics dabei, von 2011-2013 als Kapitän. Diesen Erfahrungsschatz von mehr als 260 Länderspielen und seine gesammelten Eindrücke mit der U19, die er im März 2022 übernommen hatte, will er nun auch an die deutschen U23-Junioren weitergeben.

»Als Trainer hat es mich schon in Frankfurt in den Nachwuchsbereich gezogen, weil es wichtig ist, für die Zukunft einen starken Unterbau zu haben. und weil ich der Ansicht bin, dass wir im Nachwuchs Trainer brauchen, die etwas erlebt haben und ein Vorbild sein können«, sagt der 45-Jährige, der bei den Youngsters der ING Skywheelers erste Erfahrungen als Trainer sammelte.

Personalie steht für Kompetenz und Kontinuität

Aus Sicht seines Vorgängers Peter Richarz und des Bundestrainers der Herren, Jan Haller, ist Wolk eine Idealbesetzung. Auch weil neben der erforderlichen Kompetenz ein wichtiger Aspekt erfüllt ist: Kontinuität. In der U23 wird Sebastian Wolk viele seiner Schützlinge aus der U19 wiedertreffen und auch bei der Mannschaft hinter Mannschaft bleibt das Personal weitgehend zusammen, so dass sich Wolk auf einen eingespielten Betreuerstab stützen kann.

Für Richarz steht jedenfalls fest: »Seb ist aufgrund seiner langjährigen Rollstuhlbasketball Erfahrungen als Spieler und Trainer eine sehr gute Wahl! Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auch seine Kompetenzen aus seinem Hauptjob als Erzieher sehr hilfreich sein werden! Ich freue mich sehr, dass mit seiner Person jemand gefunden wurde, der diese wichtige Schnittstelle zwischen U19-Junioren und dem A-Kader mit neuen Ideen und großem Engagement weiter entwickeln wird!

Ein wenig Kontinuität ist dadurch gegeben, weil bewährte Kräfte wie Karim, Uwe, Wolfi sowie Assistent Ali ihm auch zukünftig zur Seite stehen! Ich wünsche ihm stets ein gutes Händchen und viel Erfolg und Spaß mit dem gesamten Team!«

»Ich freue mich sehr, dass mit Seb jemand gefunden wurde, der diese wichtige Schnittstelle zwischen U19-Junioren und dem A-Kader mit neuen Ideen und großem Engagement weiter entwickeln wird!«

Peter Richarz

scheidender Cheftrainer U23

»Sebastian Wolk wird der ideale Nachfolger sein, wenn Peter Richarz zum Ende des Jahres das Amt an ihn übergeben wird. Seb hat in den vergangenen Jahren überragende Arbeit an der Basis im U19-Bereich geleistet und dort den Grundstein für viele junge Athleten gelegt, von denen er als Coach der U23 einige wiedersehen wird«, bewertet Herren-Bundestrainer Jan Haller, der Wolk bereits seit der gemeinsamen Zeit in der Nationalmannschaft kennt, die Personalie. »Es freut mich persönlich sehr, dass er diese Arbeit weiterführen darf und auch die Möglichkeit hat, mit den Jungs an Europa- und Weltmeisterschaften teilzunehmen. Außerdem freut es mich für alle jungen Athleten, die zukünftig unter ihm in der U23 spielen dürfen, weil Seb nicht nur ein sehr guter Coach, sondern auch ein toller Mensch ist, der genau weiß, wie man junge Spieler in dem Alter am besten begleitet.«

Sportliches Niveau soll weiter hoch gehalten werden

Bei der für dieses Jahr geplanten Europameisterschaft der U23 wird Wolk das Team als Assistant Coach begleiten. Die nächste große Aufgabe als U23-Cheftrainer wartet für ihn und sein Team dann zwar erst mit der Europameisterschaft im Jahr 2028, bis dahin will er aber viel mit dem Nachwuchs arbeiten, um das sportliche Niveau weiter hochzuhalten und in der europäischen und Weltspitze eine wichtige Rolle spielen zu können. Dazu wollen die Verantwortlichen der U23 möglichst vielen Spielern eine gute Perspektive in Richtung A-Nationalmannschaft verschaffen.

Die Stelle des Cheftrainers der U19 wird der DBS zeitnah ausschreiben. Sebastian Wolk wird die Geschicke des Teams so lange weiterleiten, bis ein Nachfolger feststeht.