Lachlin Dalton (RB Zwickau) erzielte 39 Punkte für sein Team im Spiel gegen den RSV Bayreuth.
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RBBL 16. Spieltag
Zwickau sichert sich den Klassenerhalt – Bulls weiter ungeschlagen vorn
Nach dem 16. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga kann sich ein Team schon mal – bildlich gesprochen – entspannt zurücklehnen. Aufsteiger Zwickau hat mit einem Erfolg gegen Bayreuth den Klassenerhalt schon jetzt sicher. Die Bulls bleiben nach dem knappen Sieg im Spitzenspiel gegen den RSV Lahn-Dill weiter das Maß der Dinge.
Zwickau schickt Bayreuth mutmaßlich in die Zweite Liga
Im richtungsweisenden Duell im Kampf um den Klassenerhalt hat Aufsteiger RB Zwickau mit einem 76:54 Heimerfolg gegen den Tabellenletzten RSV Bayreuth einen entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt gemacht und damit Gegner Bayreuth die letzte Chance auf den Verbleib in Liga 1 verbaut.
Bis zum 18:23 zum Ende des ersten Viertels konnte das Team aus Oberfranken mit offensiven Aktionen die Partie noch offen gestalten. Trotz des hohen Tempos auf beiden Seiten gelang es den Gästen, im Spiel zu bleiben und ihre Chancen zu nutzen.
Im zweiten Viertel zogen die Hausherren dann das Tempo weiter, agierten druckvoller unter dem gegnerischen Korb und zwangen die Bayreuther, die inzwischen komplett den Faden verloren hatten, immer wieder zu falschen Entscheidungen. Zwickau nutzte diese Phase konsequent aus und setzte sich bis zur Halbzeit mit 45:27 deutlich ab.
Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild. Bayreuth gelangen zwar phasenweise bessere Aktionen, dennoch fehlte die Konstanz, um das Spiel wieder enger zu gestalten. Zwickau blieb das strukturiertere Team, spielte mit hoher Geschwindigkeit und kontrollierte weiterhin das Geschehen. Mit 39:62 aus Bayreuther Sicht ging es in den letzten Spielabschnitt, bei dem es für die Gäste nur darum ging, das Spiel ordentlich zu Ende zu bringen. Das gelang auch ansatzweise. Das Team konnte einige Abläufe besser umsetzen, fand offensiv wieder mehr Rhythmus finden und sicherte sich mit 15:14 das letzte Viertel, was jedoch nichts mehr 54:76-Niederlage änderte.
Durch diesen Heimsieg hat sich Aufsteiger Zwickau mit jetzt sechs Punkten auf Platz acht vorzeitig den Klassenerhalt gesichert. Mit dem Ergebnis steht aber auch fest, dass die Bayreuther den Abstieg wohl nicht mehr verhindern können. Auch wenn rechnerisch noch vier Punkte zu holen sind, was bei den verbleibenden Gegnern RSV Lahn-Dill und BBC Münsterland eine große Überraschung wäre, plant bei den Verantwortlichen des RSV keiner mit diesem Szenario.
RB Zwickau
Lachlin Dalton (39/4 Dreier) Maximilian Chagger (23), Garrett Ostepchuk (10) , Helen Freeman (3), Aaron Hirst, Hayden Siebuhr, Jack Pierre, Amber Heijkamp, Len van Dort.
RSV Bayreuth
Vahid Atefimonfared (18), Dario Schultz (17), Dagmar van Hinte (9), Isaac Lipscomb (6), Sebastian Gillsch (4), Dominik Langer, Maggy Gay (n.e.).
Kein Comeback für die Füchse: Wiesbaden sichert sich Auswärtssieg in Hannover
Mit einer konzentrierten und über weite Strecken sehr kontrollierten Leistung haben die Rhine River Rhinos ihr Auswärtsspiel bei Hannover United mit 58:41 (19:13, 40:16, 50:31) für sich entschieden.
Die Partie begann intensiv, doch die Rhine River Rhinos, die in Hannover auf Teemu Partanen verzichten mussten, erwischten den besseren Start und fanden früh ihren Rhythmus. Mit konsequent ausgespielten Angriffen und einer stabilen Defensive setzte sich das Team von Headcoach Chris Huber zunächst leicht ab und ging mit einer 19:13-Führung in die erste Viertelpause.
Im zweiten Abschnitt knüpften die Rhinos nahtlos an den guten Start an und steigerten sich weiter. Die Abläufe wirkten nun noch flüssiger, defensiv agierte das Team sehr aufmerksam und zwang Hannover immer wieder zu schwierigen Abschlüssen und Ballverlusten. Mit einem beeindruckenden Lauf bauten die Rhinos ihre Führung weiter aus und gingen mit 40:16-Führung in die Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber, den Rückstand zu verkürzen, doch die Rhinos behielten insgesamt die Kontrolle über das Spielgeschehen. Zwar ging das dritte Viertel an die Gastgeber, die sich zwischenzeitlich besser auf das Spiel einstellen konnten, doch blieb der Vorsprung der Nashörner blieb mit 50:31 weiterhin komfortabel.
Auch wenn Hannover im letzten Spielabschnitt noch einmal versuchte, Druck aufzubauen, ließ sich das Team von Head Coach Chris Huber nicht aus der Ruhe bringen und verwaltete seinen Vorsprung abgeklärt bis zum Endstand von 58:41.
»Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet und haben es mit unserer Verteidigung geschafft Hannover über das ganze Spiel zu kontrollieren – eine so starke Mannschaft bei ca. 40 Punkten zu halten, ist herausragend«, zieht Chris Huber nach dem Spiel ein Fazit. »Offensiv haben wir in der zweiten Halbzeit leider – auch wegen einer starken Hannover Verteidigung – etwas den Faden verloren, so mussten wir bis zum Schluss kämpfen. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit unserer Verteidigung. Wir hoffen bald wieder mit voller Mannschaft antreten zu können und wünschen Teemu eine schnelle Genesung.«
»Ich bin stolz auf meine Mannschaft wie wir in der zweiten Halbzeit ein anderes Gesicht gezeigt haben. Auch wenn es für ein Comeback nicht mehr gereicht hat«, so United-Head Coach Martin Kluck.
Durch den Sieg festigen die Rhinos nicht nur ihre starke Tabellenposition, sondern haben sich gleichzeitig vorzeitig mindestens Platz drei gesichert. Trotz der Niederlage bleiben die Füchse hinter Wiesbaden auf einem Playoff-Platz.
Rhine River Rhinos
Nico Dreimüller (21), Tim Diedrich (14), Takuya Furusawa (9), Mojtaba Kamali (8), James Palmer (2), Kei Akita (2), Steven Elliot (2), Tobias Hell, Sören Seebold.
Hannover United
Alexander Budde (13), Thomas McHugh (9), Yoshinobu Takamatsu (8), Jakob Krömer (4), Jan Sadler (3), Oliver Jantz (2), Peter Barry (2), Hannah Dodd, Simon Dornieden, Geshnigani Seyedmehran Hosseini.
Eine gute Halbzeit reicht BBC für knappen Auswärtserfolg in Trier
Mit einem knappen 77:75 (20:18, 47:33, 60:49)-Auswärtssieg über die Doneck Dolphins Trier hat sich der BBC Münsterland am Tabellennachbarn auf Platz fünf vorbeigeschoben. Dabei bewies das Team von Marcel Fedde nach einer guten ersten Halbzeit in der Endphase des Spiels mentale Stärke und brachte das Spiel über die Zeit.
Maximilian Lammering gab mit zwei schnell verwandelten Freiwürfen den Startschuss für eine muntere erste Halbzeit, in der sich bis zum Viertelende kein Team entscheidend absetzen konnte. Im Laufe des zweiten Spielabschnittes gelang es den Gästen mit ihren erfolgreichen Aktionen unter dem gegnerischen Korb und der aggressivieren Deckungsarbeit den Vorsprung allmählich auszubauen und bis zur Halbzeitpause auf 13 Punkte zu erhöhen (47:33).
In der zweiten Halbzeit ließ die Durchschlagskraft des BBC-Angriff etwas nach und die Trierer kamen zurück ins Spiel. Waren es zur Viertelpause noch elf Zähler Differenz (49:60) aus Sicht der Hausherren, schmolz der Abstand zunehmend zusammen. Die Gäste bekamen nicht mehr den entscheidenden Zugriff auf die Trierer Offensive und so war es Dirk Paßiwan, der knapp drei Minuten vor dem Ende der Partie seine Farben bis auf zwei Punkte wieder heranbrachte, ehe Alex Hummer sogar den Ausgleich erzielte (72:72, 39.). Die Westfalen ließen sich aber nicht beirren, zeigten an der Freiwurflinie und unter dem Korb starke Nerven und brachten am Ende das Spiel mit 77:75 nach Hause.
Dem BBC ist damit die Revanche für die Pokalniederlage geglückt und liegt wieder mit Platz fünf voll im Soll, was das Saisonziel angeht. Zum letzten Heimspiel der Saison empfangen die Westfalen dann nach der kurzen Osterpause am Samstag (11.04.) den weiter ungeschlagenen Tabellenführer Thuringia Bulls. Die Dolphins Trier fahren zum Rekordmeister RSV Lahn-Dill nach Wetzlar.
Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (27 Punkte), Alex Hummer (18/1 Dreier), Svenja Erni (11), Nathalie Paßiwan (6), Correy Rossi (6), Walter Vlaanderen (5), Patrick Dorner (2), Sylvana van Hees, Lukas Jung (n.e.), Linus Lenerz (n.e.).
BBC Münsterland
Sven Diedrich (22), Boris van Hunnik (15), Gijs Even (11), Maximilian Lammering (10), Sören Müller (9), Peyman Mizan (8), Ilse Arts (2), Philipp Schorp.
Topspiel auf Augenhöhe: Krimi im Bullenstall
Im Topspiel des 16. Spieltages bezwangen die Thuringia Bulls den RSV Lahn-Dill knapp mit 75:70 (12:19, 27:35, 53:47) und trafen dabei auf einen Gegner, der eine starke Leistung ablieferte und dem Tabellenführer über drei Viertel spielerisch wie mental Paroli bieten konnte.
Beide Mannschaften starteten nervös in die Begegnung, entsprechend überschaubar blieb die Punkteausbeute in der Anfangsphase. RSV-Spielertrainer Michael Paye hatte einen äußerst effektiven Gameplan ausgearbeitet, der den Offensivrhythmus der Bulls, die verletzungsbedingt auf Topscorer Alex Halouski verzichten mussten, früh störte und vor große Herausforderungen stellte. Auf der anderen Seite nutzte der aktuelle Tabellendritte immer wieder die enorme Physis von Nationalspieler Matthias Güntner, der hochprozentig abschloss. So sah sich der Gastgeber plötzlich mit einem ungewohnten 12:19-Rückstand konfrontiert.
Dieser Eindruck setzte sich auch im zweiten Viertel nahtlos fort. Lahn-Dill agierte defensiv äußerst griffig und behielt die Spielkontrolle. Offensiv blieb Güntner mit 18 Punkten im ersten Durchgang der Dreh- und Angelpunkt der Hessen. Thomas Böhme & Co. konnten diese Führung im zweiten Viertel über 22:14 (11.) zunächst sogar ausbauen, doch in den letzten Sekunden der ersten Halbzeit verspielten die Gäste ein 35:23 (18.) leichtfertig zum späteren Halbzeitstand von 35:29.
Nach der Pause stellte das Trainer-Duo Bienek/Albrecht die richtigen Stellschrauben und die Offensive der Bulls kam ins Rollen. Allen voran Vahid Azad und Joakim Linden zündeten, die zusammen 22 der 24 Punkte erzielten. Die Bullen hatten beim 61:50 (33. Minute) die Partie gedreht.
Doch die Mittelhessen bewiesen in einem sehenswerten Spiel ihrerseits Moral und mentale Stärke und legten einen starken Endspurt hin. Binnen fünf Spielminuten sorgte Thomas Böhme zusammen mit Rose Hollermann und Matthias Güntner für einen 17:6-Lauf und den 67:69-Anschluss (39.). In den verbleibenden Sekunden versuchten die Wetzlarer nun noch einmal alles, stoppten die Uhr, doch die Bulls zeigten sich von der Freiwurflinie stark genug, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Nach einer kurzen Osterpause greifen Marie Kier und Co. wieder an: Mit frischer Energie wartet am 11. April das Auswärtsspiel beim BBC Münsterland. Der RSV Lahn-Dill empfängt in eigener Halle die Doneck Dolphins aus Trier.
RSB Thuringia Bulls
Vahid Gholomazad (24), Joakim Linden (21), Hubert Hager (14), Arie Twigt (10), Jordi Ruiz (6), Lukas Gloßner, Marie Kier, Anil Cegil (n.e.), Tomas Klein (n.e.).
Lahn-Dill
Thomas Böhme (24/2 Dreier), Matthias Güntner (21/1), Rose Hollermann (8), Michael Paye (5/1), Jannik Blair (4), Quinten Zantinge (4), Colin Higgins (2), Julian Lammering (2), Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).
Overtime-Krimi in München
Noch spannender machten es nur die Köln 99ers, die in der bayerischen Hauptstadt Gast der München Iguanas waren und erst nach einem Overtime-Krimi mit 79:76 (19:18, 31:41, 51:54, 69:69) als Sieger vom Parkett fahren konnten.
Die Leguane waren nach ihrem ersten Liga-Erfolg gegen Bayreuth mit breiter Brust in das Duell gestartet und hatten nach einem ausgeglichenen ersten Viertel im zweiten Abschnitt die Kontrolle über das Spiel übernommen. Ein ums andere Mal konnten die Offensivkräfte der Münchener den Ball im gegnerischen Korb unterbringen. Sebastian Holzheu und vor allem Bastian Kolb mit zwei direkt hintereinander verwandelten Würfen von jenseits der Dreierlinie setzten hier die Akzente und brachten ihr Team mit zehn Punkten in Front (41:31).
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern in der Sporthalle an der Säbener Straße ein anderes Bild. Die Gäste fanden wieder besser ins Spiel, zogen mit mehr Konsequenz und größerem Erfolg ihr Spiel auf und waren durch den Korbleger von Ryuga Akaishi zum 49:52 (29.) plötzlich wieder bis auf drei Zähler an den Münchenern dran.
Akaishi und Thomas Reier waren es dann, die im letzten Viertel mit ihren Körben die Gäste mit 69:66 vermeintlich auf die Siegerstraße brachten, ehe Josef Wernberger sechs Sekunden vor Spielende mit einem Dreier die Verlängerung erzwang. In der konnten die Münchener zwar noch einmal in Führung gegen (73:69), mussten letztendlich auf Grund der Routine der beiden Kölner Topscorer, die zusammen 59 Punkte erzielten und in der Schlussphase an der Freiwurflinie Nervenstärke zeigten, in eine 76:70-Niederlage einwilligen.
Die Münchener sind am Samstag nach Ostern (11.04.) beim Aufsteiger RB Zwickau zu Gast, während die Kölner in die niedersächsische Hauptstadt zum Spiel gegen Hannover United fahren.
RBB München Iguanas
Bastian Kolb (27/4 Dreier), Gabriel Robl (25/3), Josef Wernberger (8), Sebastian Holzheu (6), Lukas Haider (4), Annika Sonnleitner (4), Urs Rechtsteiner (2), Salih Sakak, Lorenz Hitzelsperger, Jonas Wengert (n.e.).
RBC Köln 99ers
Thomas Reier (30), Ryuga Akaishi (29), Alexander Keiser (8), Deion Green (6), Jack Long (4), Abderrahim Taghrest (2), Lisa Bergenthal, Bulut Kodal, Umut Akbay, Sean-Joel Schröder (n.e.).
Text: Presse FB RBB mit Material der Vereine