Bulls-Akteur Joakim Linden (Nr. 15) sucht den Abschluss im Bundesliga-Spiel gegen die RBB München Iguanas.

Foto: Franz Möller

Bulls bleiben das Maß aller Dinge – Lahn-Dill mit Doppelerfolg

Auch am 14. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga hielt der Bullen-Express beim Schlusslicht das Tempo sehr hoch, während der Rekordmeister Lahn-Dill mit zwei knappen Siegen die doppelte Punkteausbeute einfahren konnte.

Bulls-Express fährt weiter mit voller Fahrt

Durch einen 102:38 (19:9, 40:19, 74:22)-Heimerfolg gegen den Tabellenletzten München Iguanas am 14. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) zementierten die Thuringia Bulls ihre Tabellenführung. Die Fans im sehr gut gefüllten Bullenstall konnten dabei den siebten Hunderter der laufenden Bundesligasaison feiern.

Die Ausgangslage für dieses Duell hätte nicht unterschiedlicher sein können. Der Titelverteidiger aus Thüringen zieht in der Liga an der Spitze einsam seine Kreise, während die Münchener immer noch auf einen ersten Punktgewinn warten. Verzichten mussten die Hausherren allerdings auf Lukas Gloßner, der krankheitsbedingt nicht gegen seinen Ex-Verein auffahren konnte.

Die Partie startete mit leichten Vorteilen für die Bullen (10:4, 5. Min), während die Münchener bis zum 19:9 aus Sicht der Gastgeber kämpferisch dagegenhielten.

Weil die Bulls immer wieder gute Möglichkeiten liegen ließen, schickte Head Coach Andre Bienek die Pressaufstellung um Anil Cegil auf das Feld. Das erhöhte die Schlagzahl und Ballgewinne, die nun häufiger durch einen gut aufgelegten Hubert Hager den Weg in den gegnerischen Korb fanden. Über 36:15 (17.) wuchs der Vorsprung der Bulls bis zur Halbzeit auf 40:19.

Trotz der hohen Führung mahnte Bienek in der Pause die mangelnde Chancenauswertung seines Teams an. Entsprechend motiviert agierten die Hausherren dann im dritten Viertel. Vor allem Vahid Azad, der sehenswert von seinen Mitspielern in Szene gesetzt wurde, steuerte fleißig Punkte bei. Der starken Defense und dem hohen Tempo hatten die Münchener vor allem in dieser Phase nichts entgegenzusetzen und lagen vor dem Schlussdrittel mit 22:74 zurück.

Die Gäste kamen im letzten Spielabschnitt noch mal etwas besser ins Spiel, konnten aber nicht verhindern, dass auch dieses Viertle mit 28:16 klar an den Favoriten ging.

Nach der Begegnung richtete sich der Blick für beide Teams auf die erste Titelentscheidung in dieser Saison. Beim DRS-Pokal Final 4 in Frankfurt kämpfen die Bulls am Halbfinal-Samstag gegen Hannover United um den Einzug ins Endspiel am Sonntag. Im zweiten Halbfinale stehen sich dann die Rhine Rhinos Wiesbaden und die Münchner Iguanas gegenüber.

RSB Thuringia Bulls
Vahid Azad (21 Punkte), Joakim Linden (19), Jordi Ruiz (17), Hubert Hager (16), Arie Twigt (11), Alex Halouski (10), Tomas Klein (8), Marie Kier, Anil Cegil.

RBB München Iguanas
Bastian Kolb (15/1 Dreier), Lukas Haider (9), Gabriel Robl (8/2), Josef Wernberger (3), Sebastian Holzheu (3), Urs Rechtsteiner, Franca Frey, Sali Sakak, Annika Sonnleitener.

Spielszene aus der Bundesligapartie Hannover United mit Alexander Budde am Ball gegen den RSV Lahn-Dill. | Foto: Philipp Sonnack

United-Akteur Alexander Budde mit dem Ball auf dem Weg zum Korberfolg im Bundesliga-Spiel gegen den RSV Lahn-Dill.

Foto: Philipp Sonnack

Lahn-Dill mit doppelter Punktausbeute

Der zuletzt durch den Ausfall von Thomas Böhme und Matthias Güntner geschwächte RSV Lahn-Dill konnte mit dem wichtigen 54:48 (9:12/23:28/39:40)-Auswärtssieg gegen den Playoff-Kandidaten Hannover United den zweiten Tabellenplatz festigen.

Nach dem zweiten Sieg im Nachholspiel gegen die München Iguanas konnten die Mittelhessen nach einem intensiven Wochenende den doppelten Punktgewinn feiern und waren dabei vor allem froh über die Rückkehr ihrer beiden Nationalspieler, auch wenn diese verständlicherweise noch längst nicht wieder auf ihrem gewohnten Niveau agieren konnten.

In der niedersächsischen Landeshaupt sah es vor allem in der ersten Halbzweit lange nicht nach einem Erfolg des RSV aus. Böhme und Güntner merkte man deutlich an, dass ihre Handverletzungen noch nachwirkten, und so war es vor allem der Kanadier Higgins, der nach einem 11:17-Rückstand (13.) sein Team wieder heranführte und damit den Pausenrückstand nicht allzu groß werden ließ.

Im dritten Viertel leitete Julian Lammering mit einem Drei-Punkt-Spiel zum 37:36 (27.) und der ersten Führung seit dem 2:0 in der ersten Spielminute, langsam die Wende im Spiel ein, nachdem Hannover kontinuierlich in Front lag. Zwar ließen die Gäste in der Folge zahlreiche Chancen ungenutzt, um die Partie vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden und gerieten zum Ende des dritten Viertels wieder in Rückstand (39:40). Doch in der Schlussphase präsentierte sich der RSV von der Spielanlage abgeklärter und brachte die Partie über die Zeit.

Head Coach Martin Kluck hatte sich einen anderen Ausgang des Spiels erhofft: »Die Enttäuschung ist berechtigter Weise groß. Weil wir uns einerseits richtig was ausgerechnet haben, Lahn-Dill packen zu können und dann der Spielverlauf das ja auch gezeigt hat, dass das möglich gewesen wäre. Am Ende sind es Kleinigkeiten, die uns fehlen, es endlich mal zu schaffen zuhause«, so Kluck. »Trotzdem großen Respekt an meine Mannschaft, die gekämpft haben von der ersten bis zur letzten Minute.«

Nächstes Wochenende geht es für United mit dem Final Four des RBD-Pokals in Frankfurt am Main weiter. Am Samstag treffen die Füchse um 17:30 Uhr auf die Thuringia Bulls im Halbfinale. Das Finale findet am Sonntag um 15 Uhr statt.

Hannover United
Alexander Budde (19), Thomas McHugh (10), Yoshinobu Takamatsu (6), Jakob Krömer (5), Jan Sadler (4), Peter Berry (2), Tobias Hell (2), Oliver Jantz, Sören Seebold.

Lahn-Dill
Colin Higgins (15), Thomas Böhme (9), Michael Paye (8), Matthias Güntner (7), Julian Lammering (7), Rose Hollermann (4), Jannik Blair (2), Quinten Zantinge (2), Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).

RSV Lahn-Dill – RBB München Iguanas

Im zweiten Duell des Wochenendes sicherte sich der RSV den zweiten Sieg. Vor eigenem Publikum besiegte das Team von Head Coach Michale Paye RBB RBBL-Schlusslicht München Iguanas mit 64:52 (23:12/38:27/47:43). Das neunte Spiel binnen 30 Tagen entwickelte sich wie die Begegnung mit Hannover am Vortag zu einem Arbeitssieg.

Die Hausherren starteten konzentriert in die Partie und führten nach dem ersten Spielviertel standesgemäß mit 23:12 und konnten bis zum Seitenwechsel nach zwanzig Spielminuten aber nur für ein kleines zweistelliges Polster sorgen (38:27).

Nach der Pause brachte der RSV Lahn-Dill den Gegner wieder in Spiel, in dem die Hausherren nach dem 45:36 (23.) durch Jannik Blair den Offensivbetrieb für sechs Spielminuten vorübergehend einstellten. Iguanas Kapitän Gabriel Robl nutze die Phase mit zwei lupenreinen Dreiern eiskalt aus, so dass es mit einem überaus mageren 47:43 in die letzten zehn Spielminuten ging.

Hier erhöhten Thomas Böhme und Julian Lammering zunächst schnell auf 54:44 (33.). Der Tabellenletzte aus der bayrischen Landeshauptstadt warf nochmal alles, was er hatte in die Waagschale, musste am Ende die Punkte aber den Hausherren überlassen.

Die nun spielfreie Woche will der RSV Lahn-Dill vor allem dazu nutzen, um die Akkus vor dem Champions Cup Viertelfinale (12.03. – 15.03.) im spanischen Albacete wieder vollständig aufzuladen.
Für München steht am Wochenende das Pokal-Final-Four auf dem Programm.

Lahn-Dill
Matthias Güntner (18), Thomas Böhme (15), Julian Lammering (12), Rose Hollermann (8), Jannik Blair (6), Michael Paye (4), Fabian Gail (1), Finlay Erskine, Colin Higgins, Quinten Zantinge.

München
Bastian Kolb (17/1 Dreier), Gabriel Robl (16/2), Josef Wernberger (10), Annika Sonnleitner (5), Sebastian Holzheu (4), Franca Frey, Lukas Haider, Urs Rechtsteiner, Salih Sakak (n.e.).

Trier mit ›Paßiwan-Show‹ gegen den Aufsteiger aus Zwickau

Mit einem deutlichen 98:43 (25:21, 50:35, 76:40)-Heimerfolg gegen den Aufsteiger aus Zwickau wurden die Doneck Dolphins Trier ihrer Favoritenrolle gerecht.

Spielertrainer Dirk Paßiwan, der mit einem Double Double (39 Punkte und 11 Assists) glänzte, hatte vor der Partie die Marschroute ausgegeben, von Beginn an mit hoher Intensität zu verteidigen, die Zone konsequent zu schützen und einfache Abschlüsse zu verhindern.

Im ersten Viertel ging der Matchplan noch nicht ganz auf und die Gäste blieben bei der 25:21-Führung für Trier in Schlagdistanz. Gegen Ende des zweiten Viertels übernahmen die Dolphins jedoch zunehmend die Kontrolle und bauten durch konsequente Defensivarbeit und effiziente Abschlüsse den Vorsprung bis zur Halbzeitpause auf 50:35 weiter aus.

Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren dann noch mal deutlich nach. Die Defensive stand weiter kompakt, ließ kaum gute Würfe zu und erlaubte dem Gegner lediglich fünf Punkte in diesem Abschnitt, während Paßiwan und Co. 26 Punkte auf die Anzeigetafel brachten. Mit einer komfortablen 76:40-Führung ging es in das Schlussviertel.

Der Trainerstab nutzte den Vorsprung für personelle Rotation, ohne dass der Spielfluss darunter litt. Auch mit wechselnden Line-ups blieb das Team konzentriert und baute die Führung weiter aus. Am Ende stand ein überzeugender und auch in dieser Höhe verdienter 98:43-Heimsieg. Mit dem Erfolg bleiben die Trierer Tabellensechster und bleiben in Reichweite der Playoff-Plätze.

In den kommenden drei Wochen bereitet sich die Mannschaft nun auf das nächste Ligaspiel gegen Münsterland vor.

Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (39 Punkte/1 Dreier), Walter Vlaanderen (26/1), Patrick Dorner (14/2), Correy Rossi (8), Alex Hummer (6), Nathalie Paßiwan (4), Svenja Erni (1), Lukas Jung, Sylvana van Hees.

RB Zwickau
Lachlin Dalton (17) Maximilian Chagger (17), Garrett Ostepchuk , Aaron Hirst (6) , Hayden Siebuhr (3), Helen Freeman, Jack Pierre, Amber Heijkamp, Len van Dort.

Köln mit Sieg beim RSV Bayreuth

Den Auftakt des 14. Spieltages bildete die Partie RSV Bayreuth gegen den RBC Köln 99ers, das im Rahmen eines Inklusionsspieltags in Bamberg ausgetragen wurde. Die Rheinländer konnten nach der jüngsten Niederlage gegen den BBC Münsterland beim 74:51 (23:17, 37:26, 64:35) gegen die Oberfranken wieder ein Erfolgserlebnis verbuchen.

Im ersten Viertel startete der Gastgeber konzentriert in die Partie und blieb bis zur Viertelpause beim 17:23 in Schlagdistanz. Die Rheinländer spielten mit viel Tempo, zeigten immer wieder ihre Cleverness und nutzen kleine Fehler des Gegners zur 37:26-Halbzeitführung.

Im dritten Viertel erhöhte Köln nochmals das Tempo und nutzte Ballgewinne konsequent aus, während Bayreuth in dieser Phase offensiv schlechter trafen und defensiv keinen Zugriff mehr bekam. Als Folge der Dominanz auf beiden Seiten des Spielfeldes setzten sich die Gäste vorentscheidend mit 64:35 ab. Da half es am Ende auch nicht, das die Oberfranken wieder etwas besser in ihren Rhythmus fanden und das Schlussviertel mit 16:10 für sich entscheiden konnten.

Für die Bayreuther stehen zwei spielfreie Wochenenden an, ehe es am 21.03. dann auswärts gegen den Tabellenletzten München um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geht.

Für Köln geht es in der Liga ebenfalls am 21.03. weiter mit dem Spiel gegen die Rhine River Rhinos Wiesbaden.

RSV Bayreuth
Dario Schultz (22), Vahid Atefimonfared (12), Isaac Lipscomb (9), Dagmar van Hinte (8), Dominik Langer, Meggie Gay, Sebastian Gillsch, Mees Hessels.

RBC Köln 99ers
Thomas Reier (20), Ryuga Akaishi (13), Alexander Keiser (12), Bulut Kodal (10), Jack Long (9), Abderrahim Taghrest (4), Deion Green (4), Lisa Bergenthal (2), Umut Akba.

Text: Presse FBRBB mit Material der Vereine.