RSV-Akteur Collin Higgins setzt zum Korbwurf an im Bundesliga-Spiel gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden.
Foto: Armin Diekmann
RBBL 13. Spieltag
Bulls weiter top – Lahn-Dill verliert etwas an Boden
Während Tabellenführer Thuringia Bulls am 13. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga ohne große Mühe die Tabellenführung verteidigen kann, muss Rekordmeister Lahn-Dill – erneut ersatzgeschwächt – die nächste Niederlage hinnehmen.
Bayreuth gegen Ligaprimus über weite Strecken chancenlos
Trotz des Heimvorteils gab es für den RSV Bayreuth zum Auftakt des 13. Spieltages nichts zu holen. Mit den Thuringia Bulls war allerdings auch der Tabellenführer zu Gast in der Oberfrankenhalle. Das Team von Trainer Andre Bienek nahm die Aufgabe sehr ernst und bescherte den abstiegsbedrohten Bayreuthern eine deftige 29:114 (7:29, 12:60, 24:87)-Niederlage.
Schon nach dem ersten Viertel führten die Bulls, die ohne Hubert Hager (grippaler Infekt) und Marie Kier (Abstellung Nationalmannschaft) in den Süden gereist waren, deutlich mit 29:7. Einzig Dario Schulz konnte in der Anfangsphase offensive Akzente für sein Team setzen, das seit dem Abgang von Mary Silberman auf acht Stammspieler geschrumpft ist und in dieser Partie zusätzlich auf Vahid Atefimonfared verzichten musste.
Im zweiten Spielabschnitt erhöhten die Gäste noch weiter den Druck, pressten den RSV über das ganze Feld und gingen schließlich mit 60:12 in die Pause. Bis zur letzten Viertelpause schraubten Halouski und Co. den Vorsprung dann auf 87:24 und profitierten dabei auch immer wieder von Ballverlusten auf Seiten des RSV.
Konsequent zogen die Bulls ihr Spiel bis zum Ende durch. Vor allem Vahid Azad überzeugte in der Endphase und steuerte fünfzehn Punkte bei. Zudem trug sich auch Kapitän Lukas Gloßner in die Scorerliste ein, sodass am Ende alle Bulls-Spieler punkteten. Letztlich gewannen die thüringischen Gäste souverän mit 114:29.
»Die Bulls haben heute eindrucksvoll gezeigt, warum sie die Liga anführen, und haben ihre Qualität über 40 Minuten konsequent ausgespielt. Für uns war es eine intensive Lehrstunde auf höchstem Niveau, aus der wir wichtige Erkenntnisse für die kommenden Aufgaben mitnehmen«, blickte Teammanager Sebastian Gillsch schon auf den nächsten Spieltag.
Bulls-Head Coach Andre Bienek war mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden. Nächste Woche Samstag (28.02., 18.00 Uhr) folgt das Liga-Heimspiel im Bullenstall gegen die RBB München Iguanas.
Die Bayreuther spielen am Samstag in Bamberg. In Kooperation mit ihrer zweiten Mannschaft veranstalten sie dort einen Inklusionsspieltag und empfangen um 17.30 Uhr die Köln 99ers.
RSV Bayreuth
Dario Schultz (22), Isaac Lipscomb (4), Sebastian Gillsch (3), Dagmar van Hinte, Dominik Langer, Meggie Gay, Mees Hessels.
Thuringia Bulls
Vahid Azad (30), Alex Halouski (26), Joakim Linden (18), Jordi Ruiz (14), Tomas Klein (12), Arie Twigt (6), Anil Cegil (4), Lukas Gloßner (4).
Rhinos gewinnen intensiven Schlagabtausch gegen Lahn-Dill
Während der Bulls ohne Mühe die Tabellenführung verteidigen konnten, musste Rekordmeister Lahn-Dill am Ende eines außergewöhnlichen Basketball-Events im Hessenderby gegen die Rhine River Rhinos aus Wiesbaden seine dritte Niederlage hinnehmen.
In der nahezu ausverkauften Buderus Arena begann der Doppelspieltag mit einem emotionalen 90:81-Sieg der Giessen 46ers über die Nürnberg Falcons und endete mit einer verdienten 42:57 (14:15, 26:35, 34:39)-Niederlage der Hausherren nach schwacher Offensivleistung. »Sportlich konnten wir leider nichts zur überaus gelungenen Veranstaltung beitragen«, hieß es nach der Partie aus dem Kreis der RSV-Verantwortlichen.
Erneut ohne Tommy Böhme und zudem mit einen sichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte befindlichen Matthias Güntner, hatten die Wetzlarer den Rhine River Rhinos nichts entgegenzusetzen.
Das Spiel begann erwartungsgemäß intensiv, weil beide Mannschaften früh den Weg zum Korb suchten. Die Führung wechselte mehrfach und zum Ende des Viertels hatten die Gäste mit 15:14 knapp die Nase vorn.
Nach dem 18:15 (11.) durch Colin Higgins kurz nach Beginn des zweiten Spielabschnittes riss dann der Faden bei den Mittelhessen. Die Rhinos um ihren Trainer Christopher Huber zauberten noch vor der Halbzeitsirene einen 20:8-Lauf das Parkett, während die Offensive der Hausherren ihre Arbeit vorübergehend vollkommen einzustellen schien. Ballgewinne und kontrollierte Abschlüsse sorgten für einen weiteren kleinen Lauf, sodass sich Wiesbaden bis zur Pause auf 26:35 absetzen konnte.
Zwar konnte der RSV Lahn-Dill nach dem Seitenwechsel bis zum Ende des dritten Viertels nochmal auf 34:39 verkürzen. Doch in fast jeder Szene wurde offensichtlich, wie sehr das Team um Trainer Michael Paye seinen verletzten Topscorer Thomas Böhme vermisste, zumal National-Center Matthias Güntner nach einem Kurzeinsatz angeschlagen auf der Bank blieb.
Beim 38:42 (33.) keimte nochmal kurz Hoffnung auf, das Spiel drehen zu können, doch mit einem weiteren 11:0-Lauf zum 38:53 (38.) sorgten Rhinos dann für die endgültige und unter dem Strich hochverdiente Entscheidung.
»Wir haben erneut gegen einen sehr starken Gegner gezeigt, dass wir Spiele über unsere Verteidigung gewinnen können. Den RSV Lahn Dill bei 42 Punkten zu halten ist, trotz der Ausfälle auf Wetzlarer Seite, beeindruckend,« bilanziert Rhinos Head Coach Christopher Huber, der in seiner aktiven Zeit viele Jahre auch das Trikot der Wetzlarer getragen hatte.
Am Samstag (28.02., 18.00 Uhr) stehen die Mittelhessen bei Hannover United vor der nächsten schweren Auswärtshürde, ehe am Sonntag um 16:00 Uhr gegen die RBB München Iguanas bereits das nächste RBBL-Heimspiel in der Buderus Arena wartet.
In der Liga geht es für die Rhine River Rhinos erst am 21.03. mit dem Auswärtsspiel bei den Köln 99ers weiter. Die Partie des 14. Spieltages gegen den BBC Münsterland wurde auf den 22.03. verschoben.
RSV Lahn-Dill
Colin Higgins (16), Rose Hollermann (12), Julian Lammering (8), Jannik Blair (6), Michael Paye (6), Quinten Zantinge (2), Matthias Güntner, Finlay Erskine (n.e.), Fabian Gail (n.e.).
Rhine River Rhinos
Mojtaba Kamali (22), James Palmer (8), Nico Dreimüller (8), Tim Diedrich (6), Kei Akita (6), Takuya Furusawa (4), Steven Elliott (2), Hannah Dodd (1), Mehran Hosseini, Teemu Partanen, Nicola Damiano (n.e.), Simon Dornieden (n.e.).
BBC gewinnt mit reifer Leistung NRW-Derby gegen die Köln 99ers
Der BBC Münsterland holte mit einem 74:57 (20:13, 43:29, 55:47)-Auswärtserfolg bei den Köln 99ers die nächsten Punkte und zeigte dabei in der Sporthalle Bergischer Ring über weite Strecken eine sehr reife Leistung.
Vor der Partie gegen die Rheinländer hatte BBC-Head Coach Marcel Fedde noch gefordert, sein Team müsse für einen Erfolg offensiv besser ins Spiel kommen, anders als zuletzt gegen Lahn-Dill. Die Vorgaben ihres Trainers setzte die Mannschaft erfolgreich um. Aus einer kompakten Abwehr heraus spielten die Westfalen mit viel Geduld, ließen den Ball laufen und erarbeiteten sich bis zur ersten Viertelpause einen kleinen Vorsprung (20:13).
Im zweiten Spielabschnitt waren es vor allem Maximilian Lammering und Sven Diedrich, die das BBC-Punktekonto weiter anwachsen ließen, während die Kölner nur schwere Würfe bekamen.
Mit 43:29 aus Sicht der Gäste ging es nach der Pause weiter. In dieser Phase hatten die Hausherren plötzlich mehr vom Spiel, auch weil die Gäste in der Defense nicht mehr so konsequent agierten und vorne zu hastig abschlossen. Köln war am Ende des Viertels wieder auf acht Punkte herangerückt und verkürzte durch Bulut Kodal schließlich auf 49:55 (32.). Das Spiel drohte zu kippen, doch Gijs Even und Boris van Hunnik machten mit einem 14:0-Lauf zum 74:55 (39.) den Deckel drauf.
Für den BBC geht es erst in vier Wochen wieder weiter. Zeit zur Regeneration und für konzentrierte Trainingsarbeit, stehen mit Hannover United (21.03.) und den Rhine River Rhinos (22.03.) zwei direkte Konkurrenten um die Playoff-Plätze als Gegner auf dem Spielplan.
RBC Köln 99ers
Bulut Kodal (22), Jack Long (13), Ryuga Akaishi (8), Thomas Reier (6), Alexander Keiser (4), Umut Akbay (4), Lisa Bergenthal, Abderrahim Taghrest, Deion Green (n.e.).
BBC Münsterland
Sven Diedrich (23), Maximilian Lammering (22/4 Dreier), Boris van Hunnik (13), Gijs Even (12), Peyman Mizan (4/1 Dreier), Ilse Arts, Philipp Schorp, Janne Krähe (n.e.), Sören Müller (n.e.).
Hannover United siegt souverän in Zwickau
Mit einem überzeugenden 83:45 (22;10, 41:14, 61:25)-Erfolg konnte Hannover United die Heimreise aus Zwickau antreten.
Die Füchse legten in der Sporthalle Mosel einen Blitzstart hin und gingen schon nach vier Sekunden in Führung. Mit einer stabilen Defensive gelang es den Gästen, Gegner RB Zwickau bis zum 22:10 am Ende des ersten Viertels weitestgehend vom Korb wegzuhalten.
Im zweiten Spielabschnitt agierte Zwickau jetzt besser in der Defense, konnte aber nicht verhindern, dass vor allem Alexander Budde und Yoshinobu Takmatsu offensiv die Akzente setzten und ihre Farben bis zur Halbzeitpause mit 41:14 in Führung brachten.
Nach der Pause glänzten die Füchse weiterhin mit einer starken Defense und ließen nur elf Punkte zu, während Budde und seine Mitspieler ihre Bälle sicher im gegnerischen Korb unterbrachten. Am Ende des dritten Viertels war beim Stand von 61:25 aus Sicht der Gäste das Spiel dann endgültig entschieden. Die Zwickauer steckten aber nicht auf und hätten den letzten Spielabschnitt mit 20:22 fast für sich entschieden.
Hannover Uniteds Head Coach Martin Kluck war sehr einverstanden mit der Leistung seiner Mannschaft: »Wir sind insgesamt super zufrieden heute. Klar, es war kein perfektes Spiel, aber wir haben die Intensität gebracht, über 40 Minuten, die wir wollten und die wir uns so vorgestellt haben. Und darauf darauf bauen wir auf und gehen jetzt die nächsten Schritte.«
Nächsten Samstag (28.02.) geht es in der Bundesliga gleich weiter: Hannover United empfängt den RSV Lahn-Dill zuhause. Tipoff ist um 18.00 Uhr in der Sophienschule. RB Zwickau reist am Samstag zu den Dolphins nach Trier (18.00 Uhr).
RB Zwickau
Lachlin Dalton (19), Garrett Ostepchuk (8), Aaron Hirst (6), Helen Freeman (6), Jack Pierre (3), Amber Heijkamp (2), Len van Dort (1)Hayden Siebuhr.
Hannover United
Jakob Krömer (22), Alexander Budde (21), Tom McHugh (18), Yoshinobu Takamatsu (14), Peter Berry (6), Sören Seebold (2), Oliver Jantz, Tobias Hell, Jan Sadler.
Trier mit deutlichem Heimsieg gegen den Tabellenletzten aus München
Mit einem am Ende überzeugenden 76:57-(14:10, 42:24, 57:42) Heimerfolg gegen Liga-Schlusslicht München Iguanas haben die Dolphins aus Trier ihren Platz im Mittelfeld der Tabelle gefestigt und bleiben auf Tuchfühlung zu den Playoff-Plätzen.
Bis zum Ende des ersten Viertel konnten die Gäste aus der bayerischen Hauptstadt mit 10:14 aus ihrer Sicht noch mithalten, ehe die Trierer, angeführt von Spielertrainer Dirk Paßiwan, der mit einem Triple Double glänzte (29 Punkte, 11 Rebounds und 16 Assists), mit 28:14 im zweiten Spielabschnitt die Entscheidung herbeiführten.
Angetrieben von einem hervorragend aufgelegten Bastian Kolb, mit 25 Punkten Topscorer seines Teams, zeigten die Gäste nochmal ein Lebenszeichen und konnten das dritte Viertel für sich entscheiden.
Auch im letzten Abschnitt blieb es ein Spiel auf Augenhöhe, dessen Ausgang aufgrund des großen Vorsprungs der Trierer aber nicht mehr gefährdet war.
Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (29 Punkte/3 Dreier), Correy Rossi (15), Walter Vlaanderen (13), Nathalie Paßiwan (11), Patrick Dorner (6), Alex Hummer (2), Lukas Jung, Sylvana van Hees.
RBB München Iguanas
Bastian Kolb (25/2 Dreier), Josef Wernberger (10), Gabriel Robl (8), Lukas Haider (6), Sali Sakak (4), Sebastian Holzheu (2), Lorenz Hitzlsperger (2), Urs Rechtsteiner, Jonas Wengert (n.e.).
Text: Presse FBRBB mit Material der Vereine.