Vahid Azad wird beim Korbwurf von Wiesbadens Mojtaba Kamali bedrängt.

Foto: Franzi Möller

Bulls bleiben ungeschlagen – Bayreuth verpasst den Klassenerhalt

Zum Abschluss der Hauptrunde der Rollstuhlbasketball-Bundesliga lieferten sich Tabellenführer Thuringia Bulls und die Zweitplatzierten Rhine River Rhinos noch einmal ein hochklassiges Duell mit dem besseren Ende für den Titelverteidiger aus Thüringen. Der RSV Bayreuth muss den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten, nachdem den Oberfranken im letzten Spiel gegen den BBC Münsterland kein Punktgewinn gelang.

Wiesbaden verliert trotz starker Leistung deutlich

Erster gegen den Zweiten: Spannung versprach die Partie der beiden aktuellen Topteams in jedem Fall, auch wenn der Ausgang der Partie und die 79:96-Niederlage der Rhinos gegen den Tabellenführer keinen Einfluss mehr auf das Tabellenbild hat.

Die Gäste reisten mit viel Selbstvertrauen an, nachdem sie bereits am Vorabend ihr Nachholspiel gegen die Köln 99ers erfolgreich gestalten konnten. Coach Christopher Huber musste im ausverkauften Bullenstall in Elxleben krankheitsbedingt auf Ex-Bullen Teemu Partanen verzichten, während die Bulls weiterhin ohne ihren besten Punktesammler Alex Halouski auskommen mussten.

Der Auftakt in die Partie verlief ausgeglichen, mit mehreren Führungswechseln (10:9, 5. Minute), ehe Bulls Dauerbrenner Joakim Linden, der in dieser Phase die Akzente setzte, mit seinem treffsicheren Spiel für die 22:19-Führung zum Ende des ersten Abschnitts sorgte.

Die ersten Minuten des zweiten Viertels gehörten Lindens Teamkollegen Jordi Ruiz, der dreimal von jenseits der Dreipunktelinie traf und dem Bullenstall damit ordentlich zum Kochen brachte (40:30, 16. Minute). Die Rhinos hatten in dieser hochklassigen Partie in Form von Mojtaba Kamali die passende Antwort, der sein Team mit wichtigen Punkten im Spiel hielt. Dennoch erarbeiteten sich die Bulls dank ihrer starken Wurfquote eine 53:40-Halbzeitführung.

Auch im zweiten Durchgang blieb die Begegnung auf hohem Niveau und sehr ansehnlich. Nationalspieler Nico Dreimüller setzte mit klugen Anspielen immer wieder Akzente, wovon besonders der Japaner Kei Akita profitierte. Den Rückstand konnten die Gäste jedoch nicht entscheidend verkürzen. Im Gegenteil. Das Team von Trainer Bienek kontrollierte das Duell über weite Strecken und Center Vahid Azad erstickte jegliche aufkommende Hoffnung bereits im Ansatz, sodass am Ende ein überzeugender 96:79 Sieg zu Buche stand.

Trotz der Niederlage unterstrichen die Wiesbadener auch in dieser Begegnung eindrucksvoll ihre Ansprüche im Meisterschaftsrennen und können mit breiter Brust zum Finalturnier des Eurocup 1 reisen und in der anschließenden Playoff-Serie gegen den RSV Lahn-Dill antreten.

Die Bulls können auf eine verlustpunktfreie Hauptrunde zurückblicken, die ihnen aber erstmal ›nur‹ den Heimvorteil in einem möglichen Entscheidungsspiel der Playoffs beschert. Noch ist nichts gewonnen für das Team von Trainer André Bienek. Daher gilt die volle Aufmerksamkeit den kommenden Aufgaben. Nach einem spielfreien Wochenende wartet zunächst das Champions Cup-Final 4 in Madrid. Im Anschluss starten die RBBL-Playoffs mit dem Duell gegen Hannover United.

RSB Thuringia Bulls
Joakim Linden (30 Punkte), Jordi Ruiz (27, 4 Dreier), Vahid Azad (26), Arie Twigt (8), Hubert Hager (3) Lukas Gloßner (2), , Marie Kier, Anil Cegil, Tomas Klein (n.e.).

Rhine River Rhinos
Kei Akita (28, 3 Dreier), Mojtaba Kamali (20, 1), Nico Dreimüller (9), Tim Diedrich (6), Takuya Furusawa (5), James Palmer (5), Steven Elliot (2), Hannah Dodd (2), Geshnigani Seyedmehran Hosseini (2), Simon Dornieden.

Souveräner Auswärtssieg in Köln

Mit viel Energie waren die Rhinos am Freitag (17.04.) in die Nachholpartie Partie gegen die Köln 99ers gestartet. Beide Teams fanden gut ins Spiel und lieferten sich mit 24:21 (10.) und 39:42 (20.) eine recht ausgeglichene erste Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel zogen die Gäste aus Wiesbaden dann das Tempo an und zeigten ihre beste Phase in diesem Spiel. Angeführt von einem starken Kei Akita, der sowohl aus der Distanz als unterm Korb überzeugen konnte, setzten sich die Rhinos im dritten Viertel entscheidend ab. Unterstützt von wichtigen Punkten von Tim Diedrich und Nico Dreimüller wuchs der Vorsprung bis zum Ende des dritten Viertel kontinuierlich an (66:52).

Im Schlussviertel ließen die Rhinos nichts mehr anbrennen. Mit kontrollierter Offensive und stabiler Verteidigung hielten sie die Köln 99ers auf Abstand und brachten den verdienten 86:68-Erfolg souverän über die Zeit.

Wiesbadens Head Coach Chris Huber: »In Köln am Freitag haben wir gut gespielt und im Endeffekt die Partie gegen gutaufgelegte Kölner souverän durch unsere Verteidigung gewonnen.«

»Auch gegen Thüringen haben wir ein hervorragendes Spiel gezeigt, allerdings war Thüringen in einer weltklasse Verfassung und konnte trotz hervorragender Verteidigung immer wieder schwere Würfe verwandeln. Durch die beiden Spiele sind wir sehr gut vorbereitet auf den Eurocup, wo wir den nächsten Titel angreifen wollen«, blickt Huber schon nach vorn.

RBC Köln 99ers
Thomas Reier (20 Punkte), Jack Long (19), Ryuga Akaishi (17, 3 Dreier), Lisa Bergenthal (4), Bulut Kodal (4), Alexander Keiser (4), Abderrahim Taghrest, Umut Akbay, Sean-Joel Schröder.

Rhine River Rhinos
Mojtaba Kamali (28 Punkte), Kei Akita (23, 2 Dreier), Nico Dreimüller (9), Tim Diedrich (8), Takuya Furusawa (8), Steven Elliot (4), Hannah Dodd (4), Simon Dornieden (2), Geshnigani Seyedmehran Hosseini, James Palmer.

Dolphins verpassen Heimerfolg gegen die Füchse aus Hannover

Ihren positiven Trend der letzten Wochen konnten die Doneck Dolphins Trier am letzten Spieltag der RBBL nicht fortsetzen. Das Team von Spielertrainer Dirk Paßiwan unterlag in eigener Halle dem Tabellenvierten Hannover United am Ende knapp mit 59:64 (8:16, 28:33, 41:50).

Beide Mannschaften kamen in der Uni-Sporthalle Trier nur schwer in die Partie. Ganze 24 Punkte brachten die Teams bis zum Ende des ersten Spielabschnitts auf das Scoreboard (8:16), ehe die Partie an Fahrt gewann und Trier sich den zweiten Abschnitt dank der erfolgreichen Würfe von Paßiwan und Correy Rossi mit 20:17 sichern konnte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es ein Spiel auf Augenhöhe, auch wenn sich die Füchse zum Viertelende leicht absetzen konnten (50:41). Die Trierer ließen in ihren Bemühungen nicht nach, kamen nochmal bis auf vier Punkte heran, schafften es bis zum Ende aber nicht mehr, die Partie vollständig zu drehen.

Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (22 Punkte, 1 Dreier), Correy Rossi (16), Walter Vlaanderen (13), Alex Hummer (4), Nathalie Paßiwan (4), Svenja Erni, Sylvana van Hees, Lukas Jung, Linus Lenerz (n.e.).

Hannover United
Alexander Budde (21), Thomas McHugh (19), Jan Sadler (10), Yoshinobu Takamatsu (8), Jakob Krömer (4), Peter Barry (2), Tobias Hell, Sören Seebold.

BBC Münsterland mit deutlichem Auswärtserfolg gegen Absteiger Bayreuth

Zum Auftakt des letzten Spieltages unterlag der RSV Bayreuth zu Hause gegen den BBC Münsterland mit 50:82 (12:15, 26:39, 36:52) und verpasste damit die letzte – eher theoretische – Chance auf den Klassenerhalt.

Nach zwei Jahren der Zugehörigkeit im Oberhaus des deutschen Rollstuhlbasketballs und einer nicht einfachen Saison mit einem personellen Umbruch zu Beginn und einem gesundheitlich bedingten Trainerwechsel, müssen die Oberfranken nun den Gang in die 2. Bundesliga antreten.

Im ersten und dritten Spielabschnitt konnte das Team um Sebastian Gillsch mit 12:16 bzw. 10:13 mithalten, hatte in den beiden anderen Vierteln der Angriffswucht der Gäste aber nicht genügend entgegenzusetzen. Während die Hausherren jeweils 14 Punkte erzielten, brachte das Team von BBC-Kapitän Gijs Even 26 bzw 28 Punkte mit in die Wertung, die den Gästen am Ende einen deutlichen Auswärtserfolg bescheinigte.

BBC-Head Coach Marcel Fedde zeigte sich mit dem Spiel und der abgelaufenen Saison insgesamt sehr zufrieden. »Wenn man bedenkt, dass wir den langfristigen Ausfall von Sören Müller und Mariska Beijer verkraften mussten, sind wir ganz glücklich mit dem fünften Platz.«

RSV Bayreuth
Sebastian Gillsch (12 Punkte), Vahid Atefimonfared (10), Dario Schultz (10), Dominik Langer (10), Dagmar van Hinte (6), Maggy Gay (2), Mees Hessels, Isaac Lipscomb.

BBC Münsterland
Gijs Even (28 Punkte), Sven Diedrich (18), Maximilian Lammering (14), Boris van Hunnik (12), Sören Müller (8), Janne Krähe (2), Ilse Arts, Philipp Schorp.

Wetzlarer werden an der Isar ihrer Favoritenrolle souverän gerecht

Mit einem souveränen 78:38 (20:11, 38:24, 61:35)-Auswärtssieg bei den RBB München Iguanas hat der RSV Lahn-Dill die RBBL-Hauptrunde erfolgreich abgeschlossen. Die Münchner konnten sich trotz der Niederlage am Ende über den Klassenerhalt freuen, weil der RSV Bayreuth am letzten Spieltag zuhause dem BBC Münsterland unterlag und die Münchner im direkten Vergleich mit den Oberfranken das bessere Korbverhältnis vorweisen können.

Die Gäste aus Wetzlar ließen sich von der Anfangsinitiative der Münchener, die mit 11:6 (5.) in Führung gingen, nicht verunsichern. Nach einer Auszeit taktisch leicht verändert, konterten Thomas Böhme und seine Farben mit einem viertelübergreifender 18:0-Lauf und sorgten zu Beginn der zweiten zehn Spielminuten mit dem 11:24 (11.) für den ersten Dämpfer bei den bayrischen Hausherren.

Zwar kamen die Iguanas in eigener Halle vor der Pause noch einmal vorübergehend bis auf zwei Zähler heran, die Spielkontrolle blieb aber in der Hand der Gäste.

In dieser Phase übernahmen Rose Hollermann und der spätere Topscorer Thomas Böhme die Initiative und ließen bis zum Ende des zweiten Viertels den Vorsprung bis auf 14 Punkte anwachsen.

Die zweite Halbzeit wurde dann zu einem Spiegelbild des ersten Durchgangs. Aus der Kabine kommend suchten die Münchner ihre letzte Chance, verkürzten noch einmal mit einem 7:2-Lauf auf 31:40 (23.), ehe Lahn-Dill eiskalt zurückschlug und über 47:31 (25.) und 61:35 (30.) für den 78:38-Endstand sorgte.

München
Gabriel Robl (14 Punkte, 2 Dreier), Bastian Kolb (11), Lorenz Hitzlsperger (4), Josef Wernberger (4), Lukas Haider (3), Salih Sakak (2), Franka Frey, Sebastian Holzheu, Tim Kremer.

Lahn-Dill
Thomas Böhme (21Punkte, 3), Matthias Güntner (12), Rose Hollermann (12), Colin Higgins (9, 1), Jannik Blair (6), Fabian Gail (6), Julian Lammering (5), Finlay Erskine (3), Michael Paye (2), Quinten Zantinge (2).

Köln fährt im zweiten Spiel einen deutlichem Sieg ein

Die Köln 99ers konnten zum Abschluss der Hauptrunde noch mal Punkte sammeln. Die Rheinländer besiegten Aufsteiger RB Zwickau vor heimischem Publikum mit 83:58 (21:18, 37:31, 63:40), vor allem dank eines starken dritten Viertels, in dem allein das Duo Ryuga Akaishi und Bulut Kordal jeweils acht Punkte beisteuerte.

Die Gäste aus Sachsen fanden im letzten Abschnitt ins Spiel zurück, konnten trotz eines erfolgreichen Schlussspurts mit 18 Punkten die Niederlage nicht mehr verhindern. Konsequenzen wird das Ergebnis für den Aufsteiger nicht haben. Das Team von Trainer Marco Förster hatte den Klassenerhalt bereits zwei Spieltage zuvor sicher gemacht.

Für die Kölner ist die Saison dagegen noch nicht zu Ende. Sie starten beim Finalturnier des Eurocup 2-Wettbewerbs (23.04. – 26.04.) im italienischen Carrozzina, in einer Gruppe zusammen mit Hannover United, Elan Chalon (FRA) und Asinara Waves (ESP).

RBC Köln 99ers
Thomas Reier (24 Punkte), Ryuga Akaishi (18), Bulut Kodal (15), Jack Long (14), Abderrahim Taghrest (8), Alexander Keiser (2), Umut Akbay (2), Lisa Bergenthal, Sean-Joel Schröder.

RB Zwickau
Lachlin Dalton (13 Punkte, 3 Dreier) Maximilian Chagger (16), Garrett Ostepchuk (7) , Len van Dort (6), Aaron Hirst (6), Helen Freeman (4), Hayden Siebuhr (2), Jack Pierre (2), Amber Heijkamp (2).

Die Spiele für die Playoff-Halbfinals im Modus ›Best-of-Three‹ sind terminiert. Tabellenführer Thuringia Bulls reist am 09.05. (Spielbeginn: 18.00 Uhr) zunächst zum Viertplatzierten Hannover und hat dann Heimrecht im Rückspiel am 16.05. (Spielbeginn: 18.00 Uhr) und einen Tag später auch in einem evtl. erforderlichen dritten Spiel (17.05., 15.00 Uhr).

Der Rekordmeister Lahn-Dill empfängt am 09.05. (Spielbeginn: 16.00 Uhr) im Hessen-Duell die vor ihm platzierten Rhine River Rhinos, ehe es am 16.05. (Spielbeginn: 17.00 Uhr) zum Rückspiel in die hessische Hauptstadt Wiesbaden geht, wo auch ein mögliches drittes Spiel (17.05., 15.00 Uhr). stattfinden wird.

Die Finalspiele finden am 23. oder 24.05. (Hinspiel) sowie am 30.05. und ggf. am 31.05. Rückspiel(e) statt.

Abschlusstabelle RBBL 2025

TeamSPSNPktKörbe
1.RSB Thuringia Bulls18180361665:948
2.Rhine River Rhinos18153301301:977
3.RSV Lahn-Dill18135261230:917
4.Hannover United18126241219:1054
5.BBC Münsterland18108201276:1196
6.Doneck Dolphins Trier1899181189:1200
7.RBC Köln 99ers18711131141:1238
8.RB Zwickau e.V.184148927:1435
9.RBB München Iguanas181172966:1362
10.RSV Bayreuth181172898:1485

Text: Presse RBB mit Material der Vereine