Jakob Krömer (Nr. 15) kann sich in dieser Szene gegen die Defense der Rhine River Rhinos durchsetzen.
Foto: Hannover United/Philipp Sonnack
RBBL-Nachholspiel 7. Spieltag
Overtime-Krimi in Wiesbaden: Hannover unterliegt den Rhine River Rhinos
In einem Nachholspiel des 7. Spieltages der Rollstuhlbasketball-Bundesliga lieferten sich die beiden direkten Playoff-Konkurrenten Rhine River Rhinos und Hannover United einen Overtime-Krimi – mit dem besseren Ende für die Hausherren.
Comeback im Rhinos Dome
Gut vier Spieltage vor dem Ende der Normalrunde sind die Wiesbadener nach einem hart erkämpften 77:66 (8:16, 23:37, 46:51, 64:64)-Erfolg gegen Hannover United an dem Team aus Niedersachen in der Tabelle auf Platz 3 vorbeigezogen.
Dabei sah es in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit für den Pokalfinalisten um Trainer Chris Huber gar nicht nach einem Erfolgserlebnis aus. Den Füchsen gelang ein guter Start in das Spiel, bei dem sie früh zu einfachen Punkten kamen, während die Mannschaft aus Wiesbaden Schwierigkeiten hatte, überhaupt den Spielrhythmus zu finden. Mit 16:8 ging der erste Spielabschnitt an das Team von Trainer Martin Kluck. Auch im zweiten Viertel konnten die Gäste den Vorsprung weiter verwalten, sodass es mit einer 37:23-Führung aus Sicht der Füchse in die Halbzeitpause ging.
In der Pause fand Head Coach Huber wohl die richtigen Worte, denn die Rhinos kamen deutlich motivierter aus der Kabine und drehten jetzt mächtig auf. Punkt für Punkt kämpften sich Nico Dreimüller, mit 31 Punkten Topscorer des Tages, und seine Teamkollegen an United heran – zwischenzeitlich beim 46:47 (9, Min.) bis auf einen Punkt. Jan Sadler und Peter Berry konterten und brachten ihre Farben mit 51:46 vor der letzten Viertelpause wieder in Front.
Auch im letzten Viertel konnte United, bedingt durch Probleme auf beiden Seiten des Spielfeldes, den Angriffsschwung der Rhinos nicht entscheidend stoppen und musste kurz vor Ende des Spiels den Ausgleich hinnehmen. 64:64 war auf dem Scoreboard zu lesen – Overtime.
In der Verlängerung übernahmen die Wiesbadener dann endgültig die Kontrolle. Eine aggressive Defensive, wichtige Ballgewinne und sichere Aktionen an der Freiwurflinie sorgten dafür, dass sich die Rhinos Stück für Stück absetzen konnten. Vor allem Nico Dreimüller, der in der Overtime mehrere Freiwürfe verwandelte, führte sein Team zum 77:66-Erfolg, der im Rhinos Dome für große Begeisterung sorgte.
Für Wiesbadens Head Coach Chris Huber war es ein hartes Stück Arbeit. »Hannover war hervorragend eingestellt und hat uns alles abverlangt. Mit viel Herz und Rhino Verteidigung konnten wir erneut einen großen Rückstand aufholen und das Spiel in die Verlängerung bringen. Ich bin sehr froh mit dem gezeigten Herz und Charakter.«
Füchse Coach Martin Kluck sah vor allem in der Fehlerquote zum Ende des Spiels den entscheidenden Punkt: »Wir haben unsere Kontrolle verloren, unsere Geduld, die Disziplin. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben. Wir haben keine guten Würfe mehr bekommen und auch defensiv keine Lösung gefunden«, so Kluck weiter.
Damit befindet sich Hannover United auf dem vierten Tabellenplatz der Rollstuhlbasketball-Bundesliga hinter den Rhinos aus Wiesbaden, die aktuell noch drei Spiele weniger absolviert haben. Beide Teams bleiben im Kampf um die Playoff-Plätze in einer guten Position. Bereits in der kommenden Woche (21.03., 17 Uhr) geht es für Hannover United auswärts gegen den aktuell Tabellenfünften BBC Münsterland weiter. Wiesbaden reist an den Rhein zu den Köln 99ers, die als Tabellensiebter bereits aus dem Playoff-Rennen sind.
Rhine River Rhinos
Nico Dreimüller (31/2 Dreier), Kei Akita (24/2), Mojtaba Kamali (11), Takuya Furusawa (7/1), James Palmer (4), Hannah Dodd, Tim Diedrich, Steven Elliott, Geshnigani Seyedmehran Hosseini (n.e.), Teemu Partanen (n.e.), Simon Dornieden (n.e.).
Hannover United
Peter Berry (19), Alexander Budde (16), Jan Sadler (12/1 Dreier), Yoshinobu Takamatsu (10), Jakob Krömer (5), Oliver Jantz (2), Tobias Hell (2), Sören Seebold, Tom McHugh.
Text: Presse FBRBB mit Material der Vereine.