Sven Bade schnappt sich erfolgreich den Rebound für sein Team im Spiel gegen die ›Hotwheels‹.

Foto: Gregor Pleßmann

Nachwuchsliga – »Echte Bereicherung für den Rollstuhlbasketball in Deutschland«

Auch bei der zweiten Auflage der Rollstuhlbasketball-Nachwuchsliga (RBNL) im OrangeCampus in Neu-Ulm waren die jungen Talente mit viel Begeisterung bei der Sache. Nach einer kurzen Trainingseinheit und vielen sehenswerten Spielen schnappte sich das ›Gelbe U-Boot‹ den Turniersieg.

Wie nach der Auftaktveranstaltung im Sportforum in Berlin im Oktober letzten Jahres zogen auch diesmal die Verantwortlichen des Fachbereichs Rollstuhlbasketball, die teilnehmenden Coaches, vor allem aber die vielen aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Sportlerinnen und Sportler ein positives Fazit.

»Also ich finde die Nachwuchsliga richtig geil«, sprach Max Dorka, Spieler bei Hannover United, ins Mikrofon. »Man kommt einfach so ein bisschen aus seinem Verein raus, lernt neue Leute kennen und man spielt andere Rollen und das ist einfach die große Qualität an der Nachwuchsliga.«

Große Begeisterung und viel Leidenschaft waren bei den über vierzig jungen Talenten zwischen zwölf und 27 Jahren an den drei Tagen in den Hallen des OrangeCampus in jeder Minute zu spüren. Das moderne Trainings- und Leistungszentrum des BBU ’01, mit seinem Main Court und zwei weiteren Hallen, bot zusammen mit der reibungslosen Organisation vor Ort durch Thorsten Meurer und seinem Team von den Allianz Rollers Ulm perfekte Bedingungen für die Nachwuchsliga.

Starke Riege kompetenter Trainer*innen

Nach der herzlichen Begrüßung am Anreisetag durch Thorsten Meurer und Herren-Bundestrainer Jan Haller und Florian Flabb, Trainer der Pro B-Mannschaft des BBU ’01 und dort auch für die Entwicklung der Jugendspieler zwischen 16 und 23 Jahren zuständig, folgte ein Trainingszirkel mit verschiedenen Übungen zu den Grundlagen des Rollstuhlbasketballs vom Ballhandling über den Korbwurf bis hin zu ersten Taktiken im Angriffsspiel.

Am nächsten Morgen ging es nach einem Vortrag über die Möglichkeiten des FSJ im Konferenzraum des Orange Hotels zurück in die Hallen des OrangeCampus, wo sich spannende und sehr sehenswerte Partien entwickelten, in denen die Trainer*innen die bunt zusammengestellten Teams mit großer Kompetenz und viel Herz coachten.

Fotos: Gregor Pleßmann

In einem spannenden und hochklassigen Endspiel setzte sich am Ende das Team ›Gelbes U-Boot‹, trainiert von Herren-Bundestrainer Jan Haller, gegen das Team ›Black Panther‹ um Trainer Sebastian Gillsch mit 44:36 durch. Platz drei erkämpfte sich das Team ›Purple Rain‹ mit Trainer Sebastian Wolk durch einen 40:26-Erfolg gegen das Team ›Blau wie der Enzian‹ mit Trainer Luca Holstein.

Bei der anschließenden Siegerehrung hob Thorsten Meurer noch einmal die Bedeutung der Veranstaltung hervor und bedankte sich im Namen aller bei allen Beteiligten, die mit ihrem Engagement die Veranstaltung erst möglich gemacht hätten, insbesondere bei den Verantwortlichen des Fachbereichs Rollstuhlbasketball mit Lennart Bargel an der Spitze, bei den Coaches und den Schiedsrichter*innen, beim Förderverein Rollstuhlbasketball Ulm/Neu-Ulm, der an allen Tagen präsent war, und nicht zuletzt bei Emma Befurt, Teammanagerin der Allianz Rollers Ulm. Vor allem dankte Meurer den teilnehmenden Spieler*innen und deren Eltern für deren Unterstützung. Lennart Bargel überreichte Thorsten Meurer im Namen des Fachbereichs Rollstuhlbasketball als Dank für sein Engagement einen Gutschein.

Für U19-Cheftrainer Sebastian Wolk war es eine sensationelle Veranstaltung, von der er sich gewünscht hätte, dass es sie schon in seiner Jugendzeit gegeben hätte. In seinem Schlusswort gab er den Sportlerinnen und Sportlern mit auf den Weg, hungrig zu bleiben, weiter an sich zu arbeiten und dabei Spaß zu haben. Die Nachwuchsliga sei genau der richtige Einstieg, zu einem Weg, der vielleicht in Richtung Nationalmannschaft führe. »Bei den vielen Talenten, die wir hier gesehen haben, mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft der Nationalmannschaften«, so Wolk weiter.

Bundestrainer Jan Haller nahm die Worte seines Vorredners auf und bestätigte das hohe Niveau und unterstrich nochmal, wie wichtig es sei, sich mit Gleichaltrigen sportlich zu messen und sich auszutauschen.

Dank geht auch an die Sponsoren und Unterstützer

Lennart Bargel bedankte sich abschließend bei den vielen Sponsoren und Unterstützern, ohne die eine solche Veranstaltung nicht umzusetzen sei: bei der Deutschen Behinderten-Sportjugend, den Sponsoren des Fachbereichs mit ING, Audi, Schwalbe, RGK/Sunrise Medical und Funke sowie bei Liqui Moly und der Sparkassenstiftung Ulm.

Team Gelbes U-Boot mit Trainer Jan Haller. | Foto: Gregor Pleßmann

Sieger der Nachwuchsliga: Gelbes U-Boot mit Trainer Jan Haller (r.).

Foto: Gregor Pleßmann

Im Mittelpunkt standen dann die teilnehmenden Teams, die in der Reihe ihrer Platzierungen geehrt. Prominenter Unterstützer bei der Siegerehrung war Thomas Klepeisz, Kapitän der Ulmer Meistermannschaft von 2023.

Aus den Reihen der Coaches wurden Max Dorka (1.0 – 1.5), Dominik Langer (2.0 – 2.5), Linus Lenerz (3.0 – 3.5), Marco Seiler (4.0 – 4.5) und Lilly Kraft (Free Player) ins Allstar Team gewählt und Sven Bade als MVP ausgezeichnet.

Das Allstar Team mit Max Dorka, Dominik Langer, Linus Lenerz, Marco Seiler und Lilly Kraft sowie MVP Sven Bade (v.l.n.r.).

Foto: Gregor Pleßmann

Neues Konzept ist voll aufgegangen – positives Feedback von allen Seiten

»Wir wollen mit diesem neuen Angebot junge Spielerinnen und Spieler für unseren Sport begeistern und sie langfristig an unseren Sport binden«, nennt Lennart Bargel, Leiter des Vorstandbüros und zusammen mit Stefanie Rabert (Referentin für Breitensport und Vereinsentwicklung) für das Projekt verantwortlich, nochmal einen wichtigen Aspekt der Zielsetzung. »Gleichzeitig wollen wir die Talente sowohl sportlich als auch in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln«, ergänzt Bargel.

Thorsten Meurer, der bei der Auftaktveranstaltung als Coach dabei war, zieht eine positive Bilanz. »Die Nachwuchsliga ist eine absolute Bereicherung für das Rollstuhlbasketball in Deutschland. Nicht nur als Vereinstrainer, sondern auch als Co-Trainer der U19-Nationalmannschaft bin ich sehr, sehr froh, dass wir so etwas mittlerweile in unserem Verband haben. Es hat sich in der zweiten Veranstaltung schon etabliert und es ist grandios, jetzt auch Ausrichter gewesen zu sein.«

Für den im Finale unterlegenen Sebastian Gillsch war die Nachwuchsliga in Ulm eine Premiere und er findet das Event in drei Worten beschrieben einfach nur »motivierend, inspirierend und dynamisch«. »Ein überragendes Format. Extrem motivierend, macht einfach Spaß, die Jugend zu sehen, wie sie sich entwickelt«, ergänzt der Landestrainer von Bayern. »Und das Talent, was wir hier in den zweieinhalb Tagen sehen durften, ist einfach bockstark. Cool.«

»Ich finde es super, weil wir hier mit Gleichartigen spielen können, sehr viel Spielpraxis bekommen, weil wir in kleinen Teams gegeneinander spielen«, sagte eine Spielerin. »Es macht super viel Spaß und am Ende freuen wir uns natürlich, wenn wir gewinnen – aber wenn wir verlieren, dann haben wir immer noch viel Erfahrungen gesammelt.«

Zweiter Termin für die Nachwuchsliga 2026 steht

In diesem Jahr wird es noch einen zweiten Termin für die Nachwuchsliga geben. Vom 02. bis 04. Oktober 2026 wird es das nächsten Nachwuchsliga-Event geben, der Ort steht allerdings noch nicht fest. Bei der Planung werden dann sicher auch die vielen guten Verbesserungsvorschläge Berücksichtigung finden, die von den Teilnehmenden in einer Fragerunde gesammelt wurden.

Endklassement
1. Team Gelbes U-Boot (Coach Jan Haller)
2. Team Black Panther (Coach Sebastian Gillsch)
3. Team Purple Rain (Coach Sebastian Wolk)
4. Team Blau wie der Enzian (Coach Luca Holstein)
5. Team Pink Fluffy Unicorns (Sebastian Holzheu)
6. Team Germany (Coach Michalis Stergiopoulos)
7. Team Hotwheels (Coach Mark Beissert)
8. Team Foxes (Coach Dagmar van Hinte)

Impressionen