Thuringia Bulls Lukas Gloßner (Nr.6) im Duell mit dem Wiesbadener Mojtaba Kamali (Nr. 10).
Foto: Franzi Möller
RBBL 9. Spieltag
Bulls entscheiden Overtime-Krimi im Rhinos Dome für sich
Zum Abschluss der Hinrunde in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL) bot die Partie des Titelverteidigers Thuringia Bulls beim Tabellendritten aus Wiesbaden spektakulären Basketballsport, der erst in der Verlängerung einen Sieger fand.
Mit aller Routine zum Sieg im Spitzenspiel
Es sollte die erwartet größere Herausforderung werden, zumal der Titelverteidiger aus Thüringen ohne seine beiden Topscorer vom vergangenen Doppel-Wochenende, Vahid Azid und Joakim Linden, ersatzgeschwächt zum Spitzenspiel nach Wiesbaden reiste. Und tatsächlich hatten die Rhine River Rhinos beim Overtime-Krimi den leicht favorisierten Gast am Rande einer Niederlage. Doch mit all ihrer Routine setzten sich die Thüringer am Ende knapp mit 66:59: (11:13, 25:23, 42:38, 54:54) durch.
Christopher Huber (Headcoach der Rhine River Rhinos): »Ein großartiges, enges Spiel! Glückwunsch an die Bulls. Wir hatten die Chance, ihnen die erste Niederlage zuzufügen. Im Endeffekt haben uns kleine Fehler den Sieg gekostet. Wir werden diese analysieren und weiter daran arbeiten, besser zu werden.«
Bereits am Samstag (31.01.) wartet für die Bulls die schwere Auswärtsaufgabe in Hannover, ehe am Sonntag um 16 Uhr das Pokal-Viertelfinale gegen die Dolphins Trier im Bullenstall folgt. Und spätestens vom 6. bis 8. Februar richtet sich der Blick nach Elxleben, wenn die europäische Elite zu Gast ist. Die Rhinos erwarten am Sonntag (01.02) in der Sporthalle Platz der Deutschen Einheit den RSV Bayreuth
Rhine River Rhinos
Kei Akita (18/1 Dreier), Mojtaba Kamali (17), Nico Dreimüller (10/1), James Palmer (7), Takuya Furusawa (7/1), Steven Elliott, Arinn Young.
RSB Thuringia Bulls
Jordi Ruiz Jordan (17/3 Dreier), Aliaksandr Halouski (14/1), Arie Twigt (11), Hubert Hager (10), Tomas Klein (6), Lukas Gloßner (4), Jens Albrecht (4).
Mit viel Intensität früh die Fronten geklärt
Zum Auftakt des 9. Spieltages hatte der BBC Münsterland den RSV Bayreuth zu Gast. Mit einem klaren 78:59-(21:6, 39:18, 57:34)-Erfolg in eigener Halle festigten die Westfalen den fünften Tabellenplatz.
Wie vom Trainer gefordert, starteten die Münsterländer mit hoher Intensität ins Spiel und kauften den Gästen aus Oberfranken mit einer Press-Verteidigung schon früh den Schneid an. Mit 21:6 ging es in die erste Viertelpause. Bis zur zum Seitenwechsel schraubten dann vor allem Boris van Hunnik und Sven Diedrich mit ihren Körben den Vorsprung auf vorentscheidende 21 Punkte (39:18).
Trotz großer Rotation bot sich auch in der zweiten Hälfte ein ähnliches Bild. Zwar waren die Gäste unter dem gegnerischen Korb jetzt etwas erfolgreicher im Abschluss, konnten aber nicht verhindern, dass sich der Abstand immer weiter vergrößerte. Vor allem das BBC-Trio mit den Topscorern Gijs Even (23 Punkte), Sven Diedrich (20) und Maximilian Lammering (18) bekam die RSV-Defense nicht in den Griff. Und so ging auch der letzte Spielabschnitt mit 21:16 an die Hausherren zum Endstand von 78:49.
»Bei den Bayreuthern fehlte Mary Silberman und auch Trainer Malik Abes war krankheitsbedingt nicht angereist, keine guten Voraussetzungen für unseren Gegner. Wir haben trotzdem versucht, unsere Vorgaben umzusetzen und mit einer Presse von Beginn an viel Druck ausgeübt«, zieht Headcoach Marcel Fedde eine positive Bilanz und verrät: »Zwischendurch waren wir etwas schluderig und hätten durchaus mehr Punkte erzielen können.«
Das Team blickt schon auf die nächste Aufgabe gegen die München Iguanas am nächsten Samstag (31.01.). Im ersten Spiel der Rückrunde möchte man weitere Punkte einsammeln, um den »fünften Tabellenplatz zu etablieren und vielleicht dann die Playoffs anzugreifen«.
BBC Münsterland
Gijs Even (23/1 Dreier), Sven Diedrich (20), Maximilian Lammering (18/2), Boris van Hunnik (11), Peyman Mizan (4), Ilse Arts (2), Janne Krähe, Philipp Schorp (n.e.).
Bayreuth
Dario Schultz (14), Vahid Atefimonfared (10), Sebastian Gillsch (8), Isaac Lipscomb (8), Dagmar van Hinte (8), Meggie Gay (1), Dominik Langer, Mees Hessels.
Hannover United feiert dritten Sieg in Folge
Hannover United bleibt auch im zweiten Spiel des Jahres in der ersten Rollstuhlbasketball-Bundesliga ungeschlagen und feiert damit den dritten Sieg in Folge. Die Füchse konnten sich im letzten Spiel der Hinrunde mit 62:57 gegen die Doneck Dolphins Trier durchsetzen.
Während die Füchse in eigener Halle von Beginn an kontinuierlich punkteten, fanden die Gäste bis Ende des Viertels nicht so richtig ins Spiel. So konnten sich die Hausherren auch dank drei versenkter Dreier mit 22:10 erstmals etwas deutlicher absetzen.
Im zweiten Viertel verloren die Füchse etwas den Rhythmus und die Zielgenauigkeit, konnten die Trierer bis zur Pause aber weiter auf Distanz halten (32:24).
Mit Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Trier deutlich kämpferischer aus der Kabine. Das Team von Spielertrainer Dirk Paßiwan konnte in den ersten zwei Minuten auf bis auf zwei Punkte verkürzen (32:30, 22.). Hannover hielt aber erfolgreich dagegen und behauptete bis zur letzten Viertelpause weiter die Führung (44:39).
Im letzten Viertel kam nochmal Spannung auf, als beim 53:51 (37.) das Spiel noch einmal zu kippen drohte. Aber auch hier behielten die Füchse die Nerven und brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.
»Wir hatten uns viele gute Chancen erarbeitet, gerade auch in der ersten Halbzeit, da müssen wir einfach mehr einen Killer-Instinkt zeigen,« trauert Head-Coach Martin Kluck, dem ein oder anderen verworfenen Korb nach. »Wir haben es irgendwie geschafft, die Chrunch-Time zu überstehen und am Ende haben wir das Spiel gewonnen – das ist das Wichtigste«, gibt sich Tobias Hell nach dem Spiel dagegen eher pragmatisch.
Nächstes Wochenende ist Hannover gleich doppelt gefordert: Am Freitag (30.01., 19:30 Uhr) wird in eigener Halle das Viertelfinal-Pokalspiel gegen die BG Baskets Hamburg nachgeholt. Am Samstag (18.00 Uhr) starten die Füchse dann mit dem Heimspiel gegen die Thuringia Bulls in die Bundesliga-Rückrunde.
Hannover United
Tom McHugh (26), Jan Sadler (11/1 Dreier), Alexander Budde (9), Peter Berry (8/2), Oliver Jantz (3), Yoshinobu Takamatsu (3), Jakob Krömer (2), Sören Seebold, Tobias Hell.
Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (31/1 Dreier), Patrick Dorner (9), Walter Vlaanderen (9), Correy Rossi (4), Alex Hummer (2), Nathalie Paßiwan (2), Sylvana van Hees, Svenja Erni (n.e.), Lukas Jong (n.e.).
Starkes Comeback reicht am Ende nicht aus für einen Punktgewinn
Aufsteiger Zwickau verpasste beim 59:61 (12:15, 28:29, 36:46) im Duell mit den Köln 99ers den nächsten Punktgewinn nur knapp. Das Team von Marco Förster hatte nach aufopferungsvollen 40 Minuten Spielzeit zwar 59 Korbpunkte erzielt, das waren aber mindestens drei zu wenig, um an den Gästen vom Rhein in der Tabelle vorbeizuziehen.
Bis zum Stand von 12:15 zum Ende des ersten Viertels konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Auch im weiteren Verlauf des Spiels wechselte die Führung immer wieder und zur Halbzeit hatten die Gäste einen Punkt mehr auf ihrem Konto (28:29).
Ab Mitte des dritten Viertel setzten sich die Kölner durch einen 10:0-Lauf erstmals mit 44:34 (26.) etwas deutlicher ab. Doch die Zwickauer setzten mit geballter Teampower dagegen und kamen bis auf zwei Punkte wieder heran (55:57, 38. bzw. 59:61, 40.), ehe Lachlin Dalton Sekunden vor dem Ende mit einem Drei-Punkte-Versuch scheiterte.
RB Zwickau
Lachlin Dalton (15/1), Garrett Ostepchuk (16), Maximilian Chagger (12), Len van Dort (4), Helen Freeman (4), Aaron Hirst (4), Hayden Siebuhr (4), Amber Heijkamp, Jack Pierre (n.e.).
Köln 99ers
Jack Long (14), Bulut Kodal (13), Lisa Bergenthal (12), Ryuga Akaishi (8), Deion Green (7), Alexander Keiser (3), Umut Akbay (4), Abderrahim Taghrest, Sean-Joel Schröder.
Zwickau muss am Samstag beim Rekordmeister Lahn-Dill antreten (19.30 Uhr) während die Kölner von den Dolphins Trier erwartet werden (18.00 Uhr).
Text: Presse RBB mit Material der Vereine