Jannik Blair (Nr. 6) sichert inmitten der Bulls Defensive den Ball gegen Aliaksandr Halouski (re.) und Vahid Gholomazad (li.).
Foto: Achim Diekmann
RBBL 7. und 8. Spieltag
Titelverteidiger behält seine weiße Weste
Die Rollstuhlbasketball-Bundesliga ist mit einem Doppelspieltag ins neue Jahr gestartet. Das Topspiel der beiden noch ungeschlagenen Teams an der Spitze der Liga konnten dabei die Thuringia Bulls für sich entscheiden. Anders als im Aufeinandertreffen im Pokalwettbewerb leistete Gegner Lahn-Dill diesmal deutlich mehr Widerstand.
Am Ende ein souveräner Auswärtserfolg für den Titelverteidiger
Waren die Mittelhessen im Pokalduell im Achtelfinale noch chancenlos (51:99), konnte das Team von Lahn-Dills Head Coach Michael Paye bei der 65:78-(16:21, 32:37, 49:60)-Niederlage die Partie gegen den amtierenden Deutschen Meister gut drei Viertel der Spielzeit offen gestalten.
Den gut 1000 Zuschauenden bot sich beim Topspiel des 7. Spieltages in der Buderus Arena zunächst eine Partie auf Augenhöhe, in der die Hausherren mit 10:6 (5. Min.) und 14:11 (6.) in Führung gehen konnten. Angeführt vom stark aufspielenden Schweden Joakim Linden versuchten die Bulls allmählich die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen, konnten sich bis zum Pausenstand von 37:32 aus ihrer Sicht aber nicht entscheidend absetzten.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit verlor der RSV dann für rund sechs Minuten seinen Spielrhythmus und die Gäste aus Thüringen nutzten diese kurze Schwächephase aus, um mit einem 13:4-Lauf zum vorentscheidenden 50:36 davonzuziehen. Damit legten die Bulls den Grundstein für den Erfolg, der mit 78:65 gegenüber dem Ergebnis im Pokalwettbewerb deutlich enger ausfiel. Das Team aus Thüringen bleibt damit weiter ungeschlagen und führt die aktuelle Tabelle vor dem Dauerrivalen RSV Lahn-Dill an.
Lahn-Dill
Thomas Böhme (16/2 Dreier), Rose Hollermann (12/1), Matthias Güntner (10), Michael Paye (8), Colin Higgins (7/1), Jannik Blair (6), Julian Lammering (4), Quinten Zantinge (2), Vincent Dallaire, Finlay Erskine (n.e.).
Thüringen
Joakim Linden (27), Aliaksandr Halouski (16/1), Vahid Gholomazad (12), Arie Twigt (12), Jordi Ruiz (6), Hubert Hager (5), Lukas Gloßner, Marie Kier, Anil Cegil (n.e.), Tomas Klein (n.e.).
Rekordmeister überzeugt auswärts gegen Bayreuth
In ihren zweiten Partien hatten die beiden Topvereine keine Mühe, ihre Punkte einzufahren. Rekordmeister Lahn-Dill überzeugte in der Oberfrankenhalle mit einem 86:36-Erfolg über den RSV Bayreuth. Thomas Böhme und seine Teamkolleg*innen ließen den Hausherren von Beginn an keine Chance und gingen bis zur Halbzeit mit 42:20 in Führung.
Auch die Spielabschnitte drei und vier gingen mit 25:4 und 19:12 jeweils deutlich an die Gäste. Beste Werferin im Trikot des RSV Lahn-Dill war Rose Hollermann mit 24 Punkten. Matthis Güntner (19), Michale Paye (14) und Thomas Böhme trafen ebenfalls zweistellig. Mit 13 Punkten führt Mario Schulz die Scorerliste der Bayreuther an.
Der Rekordmeister festigt damit den zweiten Tabellenplatz, während die Bayreuther mit bislang zwei Pluspunkten weiter in der unteren Tabellenregion verharren.
Bayreuth
Dario Schultz (13/1 Dreier), Sebastian Gillsch (8), Vahid Atefimonfared (6), Mary Silberman (6), Dagmar van Hinte (2), Dominik Langer (1), Meggie Gay, Mees Hessels, Markus Legath.
Lahn-Dill
Rose Hollermann (24/1), Matthias Güntner (19), Michael Paye (14), Thomas Böhme (10), Colin Higgins (9), Julian Lammering (4), Jannik Blair (2), Finlay Erskine (2), Quinten Zantinge (2), Vincent Dallaire.
Bulls gewinnen auch gegen BBC Münsterland
Die Bulls hatten am Sonntag den BBC Münsterland zu Gast, der nach einem 90:59-Erfolg gegen die Dolphins Trier mit breiter Brust nach Erfurt angereist war. Gegen den hohen Favoriten konnte das Team von Headcoach Marcel Fedde nach dem kräftezehrenden Spiel vom Vortag aber nur im zweiten und vierten Viertel dagegenhalten und verlor am Ende deutlich mit 59:94 (17:30, 36:50, 44:72). Dabei gelang es Head Coach Andre Bienek und seinem Team mit Maximilian Lammering einen der Schlüsselspieler des BBC weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Dem U23-Weltmeister gelangen nur sechs Korbpunkte, während Gijs Even (20) und Sven Diedrich (12) zweistellig punkteten. Bei den Bulls trafen Vahid Gholamazad (27), Jordi Ruiz Jordan und Aliaksandr Halouski (je 18) sowie Joakim Linden (14) am häufigsten.
RSB Thuringia Bulls
Vahid Gholomazad (27), Aliaksandr Halouski (18), Jordi Ruiz (18), Joakim Linden (14), Tomas Klein (7), Hubert Hager (6), Lukas Gloßner (2), Anil Cegil (2), Arie Twigt, Marie Kier.
BBC Münsterland
Gijs Even (20), Sven Diedrich (12), Peyman Mizan (9), Boris van Hunnik (8 Punkte), Maximilian Lammering (6), Ilse Arts, Janne Krähe.
BBC mit starker Mannschaftsleistung gegen starke Trierer
Am Samstag hatte der BBC Münsterland mit der Partie gegen die Dolphins aus Trier den 7. Spieltag der Rollstuhlbasketball-Bundesliga eingeläutet. Im Josefsdome zeigten die Westfalen vor eigenem Publikum eine beeindruckende Mannschaftleistung und schickten die Gäste mit einer 59:90-(12:17, 26:43, 42:61)-Niederlage wieder auf den Heimweg. Damit gelang dem Team von Head Coach Marcel Fedde die Revanche für die knappe Niederlage im Viertelfinale des RBD-Pokals.
Fünf von sieben BBC-Spielern trafen beim Erfolg über die stark eingeschätzten Trierer zweistellig. Zudem gelang mit Maxi Lammering (26 Punkte, 10 Assist) und Sven Diedrich (17 Punkte, 10 Rebounds) gleich zwei Akteuren ein Double Double.
Mit dem 12:10 (4. Min.) durch Gijs Even und der ersten Führung übernahm der BBC die Initiative in dem Spiel und baute den Punktevorsprung kontinuierlich aus. Der Defense der Hausherren gelang es, die Kreise der Trierer Angreifer, allen voran die von Spielertrainer Dirk Paßiwan, zu stören und sie zu schweren Würfen zu zwingen, während die eigenen Offensivkräfte fleißig Punkte sammeln konnten. Zur Halbzeitpause war der Vorsprung bereits auf 17 Punkte (43:26) angewachsen.
Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauenden ein ähnliches Bild: Die Warendorfer trafen und vergrößerten den Abstand stetig, während die Gäste mit ihrer Wurfquote haderten. Vor allem im letzten Speilabschnitt (29:17) zeigten sich Gijs Even und Co nochmal in Wurflaune und stellten das Ergebnis auf 90:59.
Mit dem Erfolg zieht der BBC an den Trierern in der aktuellen Tabelle vorbei auf Rang 5.
BBC Münsterland
Maximilian Lammering (26 Punkte/4 Dreier), Gijs Even (25), Sven Diedrich (17/1), Boris van Hunnik (12), Peyman Mizan (10), Ilse Arts, Janne Krähe.
Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (25 Punkte/3 Dreier), Alex Hummer (8), Patrick Dorner (8), Walter Vlaanderen (4), Correy Rossi (2), Svenja Erni (4), Nathalie Paßiwan (4), Sylvana van Hees (4).
Aufsteiger Zwickau sammelt erste Punkte
Mit einem knappen Erfolg gegen die ebenfalls bis dahin noch sieglosen Bayreuther konnte sich Aufsteiger RB Zwickau im Abstiegskampf etwas Luft verschaffen. Die Sachsen gewannen in der Oberfrankenhalle in Bayreuth mit 77:71 (20:16, 41:29, 57:50) und schoben sich in der Tabelle an Bayreuth und den München Iguanas vorbei, die wie Bayreuth an diesem Wochenende ohne Punktgewinn blieben.
Den Grundstein für den Gewinn der ersten Punkte legte das Team von Trainer Marco Förster in den beiden ersten Vierteln, in denen das Trio mit Lachlin Dalton, Garret Ostepchuk und Topscorer Maximilian Chagger (37 Punkte) ihre Farben mit 29:21 in Front brachten.
In der zweiten Hälfte bestimmten die Bayreuther das Spielgeschehen, brachten jeweils 21 Punkte auf die Anzeigetafel, konnten den knappen Rückstand aber trotz ihrer Leistungssteigerung nicht mehr egalisieren, auch weil die Gäste weiter konzentriert punkteten.
Zwickau klettert auf Rang Rang acht in der Tabelle und läßt die Bayreuther erstmal hinter sich.
RSV Bayreuth
Dario Schultz (24), Mary Silberman (19), Sebastian Gilsch (11), Vahid Atefimonfared (8), Dagmar van Hinte (7), Dominik Langer, Meggie Gay (2), Mees Hessels, Christian Sesante (n.e.).
RB Zwickau
Maximilian Chagger (37), Lachlin Dalton (26), Garrett Ostepchuk (13), Len van Dort, Helen Freeman, Hayden Siebuhr (1), Jack Pierre (n.e.), Amber Heijkamp (n.e.), Aaron Hirst (n.e.).
Höhen und Tiefen bei den Köln 99ers
Zum Abschluss des 7. Spieltages konnten die Köln 99ers ihren zweiten Heimerfolg feiern. Gegen die bislang noch sieglosen München Iguanas gelang dem Team von Headcoach Haj Bhania ein klarer 70:53-Erfolg. In der Sporthalle Bergischer Ring legten die Hausherren nach dem Gewinn des ersten Viertels (19:17) mit einem 16:8 im zweiten Spielabschnitt dann die Basis für den Erfolg. Auch nach dem Seitenwechsel gelang es den 99ers die Gäste auf Distanz zu halten.
RBC Köln 99ers
Ryuga Akaishi (29), Jack Long (8), Bulut Kodal (11), Thomas Reier (11), Alexander Keiser (6), Umut Akbay (4), Abderrahim Taghrest (3), Lisa Bergenthal (2), Deion Green, Sean-Joel Schröder (n.e.).
RBB München Iguanas
Gabriel Robl (16, 2 Dreier), Sebastian Holzheu (10), Bastian Kolb (10), Josef Wernberger (9), Annika Sonnleitner (6), Lukas Haider (2), Franca Frey, Jonas Wengert.
Im zweiten Heimspiel des Doppelspieltages hatte der RBC Köln den Playoff-Kandidaten Hannover United zu Gast. Trotz guter Ansätze unterlagen die Rheinländer dem Team aus der niedersächsischen Hauptstadt mit 66:77 (14:18, 26:34, 44:52) und konnten nach dem Erfolgserlebnis vom Vortag gegen die München Iguanas (70:53) keine weiteren Punkte sichern.
Nach munterem Beginn auf beiden Seiten hatten zum Ende des ersten Viertels die Gäste mit 18:14 die Nase knapp vorn. Auch im weiteren Verlauf blieb es ein offenes Spiel, mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Am Ende setzte sich das Team mit der besseren Trefferquote durch. Mit 55 Prozent Trefferquote (100 Prozent von der Freiwurflinie) gegen über 43 Prozent auf Kölner Seite hatten die Füchse den Vorteil auf ihrer Seite.
Beste Schützen auf Kölner Seite waren Ryuga Akaishi (24) und Jack Long (23, 1 Dreier). Im Team von Hannover waren Alexander Budde (31, 1 Dreier), Thomas McHugh (17) und Kapitän Jan Sadler (15) am erfolgreichsten.
Nach dem Punktgewinn und der Niederlage bleiben die Kölner im unteren Mittelfeld der Tabelle, während die Hannoveraner ihren Playoff-Platz festigen konnten.
RBC Köln 99ers
Ryuga Akaishi (24), Jack Long (23), Bulut Kodal (6), Thomas Reier (5), Umut Akbay (4), Alexander Keiser (4), Lisa Bergenthal, Abderrahim Taghrest, Sean-Joel Schröder, Deion Green (n.e.).
Hannover United
Alexander Budde (31 Punkte/1 Dreier), Tom McHugh (17), Jan Sadler (15), Yoshinobu Takamatsu (4), Peter Berry (4), Oliver Jantz (4), Tobias Hell (2), Jakob Krömer.
Rhinos erzielen knappen Erfolg über Trier
Mit einem Auswärtserfolg festigten die Rhine River Rhinos am Sonntagnachmittag ihren dritten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Headcoach Christopher Huber gewann gegen die Dolphins Trier mit 62:54 (14:9, 28:29, 42:35). Nach einem schwachen Start kamen die Trierer, angeführt von Spieltrainer Dirk Paßiwan, immer besser ins Spiel und gingen nach den ersten zwanzig Minuten mit einer knappen Führung (29:28) in Pause. Während sich die Hausherren im dritten Spielabschnitt eine schwächere Phase leisteten und über sechs Minuten ohne Punkte blieben, sorgten die Gäste aus Wiesbaden vor allem durch die Treffer von Mojtaba Kamali und Tim Diedrich bis zur Viertelpause beim Stand von 42:35 für einen kleinen, aber entscheidenden Vorsprung. Trotz einer großen Schlussoffensive, in der Dirk Paßiwan 13 seiner insgesamt 35 Punkte erzielte, konnten die Hessen den Vorsprung über die Ziellinie bringen.
Die Rhine River Rhinos bleiben mit nur einer Niederlage (und zwei Spielen weniger) auf Platz 3 der Tabelle.
Dolphins Trier
Dirk Paßiwan (35 Punkte/4 Dreier), Alex Hummer (6), Patrick Dorner (6), Walter Vlaanderen (4), Correy Rossi (2), Svenja Erni (1), Nathalie Paßiwan, Sylvana van Hees, Linus Lenerz (n.e.), Dirk Schmitz (n.e.).
Rhine River Rhinos
Mojtaba Kamali (16 Punkte), Nico Dreimüller (16/1 Dreier), Kei Akita (10), Tim Diedrich (8), Teemu Partanen (5), Steven Elliott (5), James Palmer (2), Hannah Dodd, Geshnigani Hosseini (n.e.), Nicola Damiano (n.e.).
Zwei Partien werden nachgeholt
Die Begegnung der Rhine River Rhinos gegen Hannover United wurde auf den 15.03. verlegt. Das Spiel der München Iguanas gegen RB Zwickau ist für den 07.02. terminiert.
Text: Presse RBB mit Material der Vereine