Foto: Gregor Pleßmann
BVV in Wetzlar
Fachbereichsvorstand blickt auf ein positives Sportjahr zurück
Die Verantwortlichen des Fachbereichs Rollstuhlbasketball präsentierten auf der gut besuchten Basketball-Vertreter-Versammlung (BVV) eine positive Bilanz des abgelaufenen Sportjahres und sehen sich mit der geplanten Professionalisierung der Fachbereichsarbeit auf einem guten Weg.
Gut gefüllt war der Versammlungsraum in der Buderus Arena, bei der Basketball-Vertreter-Versammlung in Lahn-Dill. Nach der Begrüßung durch den BVV-Vorsitzenden Marvin Malsy und einer Schweigeminute für die in letzten Wochen und Monaten verstorbenen Sportkameraden Manfred Emmel, Wolfgang Hollhorst, Norbert Kucera und Heinz Wagner referierte Christoph Küffner als Vorsitzender des Fachbereichsvorstandes über das abgelaufene Jahr und konnte unter anderem im Bereich der Jugendförderung mit der Einführung der Nachwuchsliga viel Positives vermelden.
Im Anschluss stellte Michael Engel als Vorsitzender des neu geschaffenen Sportbeirates dessen Aufgabe vor. Bestehend aus den Natio-Trainern und Vertretern des DBS- bzw. DRS-Vorstandes sowie des Fachbereichs soll er als Schnittstelle zwischen dem DBS und DRS dienen und die leistungssportlichen Belange verknüpfen und koordinieren.
Bronzemedaille der Herren und U23-WM-Titel die sportlichen Highlights
Das sportliche Highlight des Jahres, die Teilnahme der Damen- und Herren-Nationalmannschaften an der Europameisterschaft in Sarajevo, ließen die beiden Bundestrainer Josef Jaglowski (Damen) und Jan Haller (Herren) in ihren Berichten noch einmal Revue passieren. Die Bronzemedaille der Herren und damit verbunden die Qualifikation für die WM im nächsten Jahr, sei ein herausragender Erfolg, auf die er als neuer Bundestrainer schon ein bisschen stolz sei. Haller lobte in seiner Rückschau ausdrücklich seine beiden Vorgänger Nicolai Zeltinger und Michael Engel, auf deren sehr gute Arbeit er habe aufbauen können. Zudem hob er noch mal den Weltmeistertitel der U23 hervor.
Damentrainer Josef Jaglowski zog eine gemischte EM-Bilanz. Platz vier unter fünf teilnehmenden Nationen und die verpasste WM-Qualifikation seien nicht zufriedenstellend. Es gäbe aber auch einige positive Erkenntnisse, die man aus Sarajevo mitnehmen könne, wie etwa das stark verbesserte Defensivverhalten oder die positive Teamchemie. Jetzt gälte es, weiter an den notwenigen Verbesserungen zu arbeiten, um im Juni beim Repechage-Turnier das große Ziel, die WM-Qualifikation, zu erreichen. Positiv für den Frauenbereich ist auch die Nachricht, dass im nächsten Jahr wieder eine U25-Damenmannschaft gebildet werden kann.
Videoschalte über internationale Entwicklung des 3×3-Rollstuhlbasketballs
Großen Raum nahm im weiteren Verlauf der BBV die Videoschalte mit dem Präsidenten der IWBF Europe, Walter Pfaller, ein. Der Österreicher berichtete über die Entwicklung des 3×3-Rollstuhlabsketaballs aus internationaler Sicht und formulierte dabei eine klares Ziel auf: Bis spätestens zu Paralympischen Spielen 2032 in Brisbane soll 3×3 als zusätzliche Rollstuhlbasketball-Disziplin ins Programm des wichtigsten und größten Sportereignisses für Menschen mit körperlicher Behinderung aufgenommen werden. Um die Voraussetzungen dafür zu erfüllen sei es notwendig, in den nächsten Jahren zusätzliche Wettbewerbe auf Welt- und europäischer Ebene in den – ohnehin schon sehr engen – Sportkalender zu implementieren. Aus seiner Sicht werde das zwangsläufig zu einer Termin-Häufung oder gar einer Terminüberschneidung führen und damit die Frage aufkommen lassen, ob für die beiden verschiedenen Disziplinen dann auch verschiedene Auswahlteams notwendig werden würden.
Auf die nationale Ebene heruntergebrochen ergibt sich daraus die Überlegung, ob die Nutzung des aktuellen 3×3-Hypes, und damit eine gezielte Verbreitung dieser Spielform, am Ende zu einer höheren Anzahl von Teams führen wird oder auch wegen möglicher Terminkollisionen es eher einen ›Verdrängungswettbewerb‹ unter den Spieler*innen des klassischen Rollstuhlbasketballs auslösen könnte. Eine Frage, mit der sich die Verantwortlichen des Fachbereichs in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen werden.
Nach dem Bericht über den Jahresabschluss 2024 und der Genehmigung der Kassenprüfung wurde dem Antrag auf Entlastung des Vorstandes aus den Reihen der Vereine zugestimmt. Zudem stimmte die Versammlung den Zielvorgaben 2028 zu, die beispielsweise vorsehen, im Bereich Spielbetrieb die Zahl der Vereine und Mannschaften sowie der Spieler*innen signifikant zu verbessern.
Bezüglich der Spielordnung und der Klassifizierung sowie der Kostenregelung bei den Schiedsrichter*innen wurden einige Anträge genehmigt, andere abgelehnt.
Viele Punkte wurden ausführlich diskutiert, innerhalb der Vereine ebenso wie zwischen den Vereinen und dem Vorstand. Für Nicolai Zeltinger, Vorstand Marketing und Kommunikation, ein besonders positiver Aspekt. »Ich freue mich sehr über diese Diskussionskultur. Das zeigt doch, dass wir mit der Idee, uns enger mit den Vereinen zu verknüpfen, auf dem richtigen Weg sind.«
»Wie gehen mit positiven Eindrücken aus der BVV“, zieht Christoph Küffner ein Fazit. »Vor allem die große Beteiligung hat uns gefreut und die guten Gespräche am Rande.«
Das offizielle Protokoll mit allen Ergebnissen wird den Vereinen in den nächsten Tagen zugeschickt.
Die nächste BVV ist für den 29.11.2026 terminiert. Dann stehen turnusgemäß auch Wahlen zum Vorstand auf der Tagesordnung.